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Die freche List / Group-IB warnt: Scammer nutzen den Ansturm auf Last-Minute-Geschenke mit gefÀlschten Lieferbenachrichtigungen per SMS aus

21.12.2023 - 12:21:15

Amsterdam - Group-IB hat kurz vor Weihnachten einen deutlichen Anstieg der Anzahl von gefĂ€lschten Webseiten von Zustellunternehmen verzeichnet. Das Computer Emergency Response Team (CERT-GIB) von Group-IB identifizierte in den ersten 10 Tagen des Dezembers 587 gefĂ€lschte Seiten, was einem Anstieg von 34 % im Vergleich zu den letzten 10 Tagen im November entspricht. Insgesamt hat CERT-GIB seit Anfang November 1539 Phishing-Webseiten entdeckt, die sich als Versanddienstleister und Zustelldienste ausgeben. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Phishing-Ressourcen im Rahmen einer einzigen Betrugskampagne eingesetzt werden. Die Scammer nutzen den Ansturm auf Last-Minute-Geschenke und senden SMS-Nachrichten, die oft als "dringende" oder "fehlgeschlagene" Lieferbenachrichtigungen getarnt sind. Bekannte Lieferdienste nachahmend, fordern die Mitteilungen die EmpfĂ€nger auf, betrĂŒgerische Webseiten zu besuchen und dort sowohl persönliche als auch Zahlungsdaten zu hinterlassen. Group-IB setzt die an die nachgeahmten Zustellunternehmen gerichtete Informationskampagne fort.

Die ÜberprĂŒfung der Echtheit solcher Lieferbenachrichtigungen, das Nicht-Anklicken von verdĂ€chtigen Links und die Verifizierung von Informationen bei vertrauenswĂŒrdigen Quellen sind wesentliche Schritte zum Schutz vor Lieferscams.

Die Betrugsversuche mit Lieferbenachrichtigungen haben ihren Höhepunkt im Dezember erreicht, ergo in der fĂŒr Zustellunternehmen aufgrund des erhöhten Aufkommens von Online-Bestellungen geschĂ€ftigsten Zeit des Jahres. Die Scammer erstellen tĂ€glich Hunderte von Webseiten, die legitime Marken der Logistik imitieren. Laut CERT-GIB wurde am 8. Dezember 2023 das höchste Volumen an Phishing-Ressourcen erstellt. Die Kampagne betrifft Logistikmarken in 53 LĂ€ndern. Die meisten identifizierten Phishing-Seiten zielen auf Benutzer in Deutschland (17,5 %), Polen (13,7 %), Spanien (12,5 %), Großbritannien (4,2 %), TĂŒrkei (3,4 %) und Singapur (3,1 %) ab.

Typischerweise zeigen Phishing-Seiten die offiziellen Namen und Logos der imitierten Versanddienstleister und ahmen deren URLs nach (Typosquatting).

Neben dem Missbrauch der Marken von Zustelldienstleistern wird dieses Schema ebenfalls eingesetzt, um Telekommunikationsbetreiber, Banken und Mautdienste anzugreifen. Die Experten von Group-IB stellen des Weiteren fest, dass sich die Schwindler mehrerer Ausweichtechniken bedienen, um sicherzustellen, dass die zu Betrugszwecken erstellten Ressourcen weder von Behörden noch von Cybersicherheitsforschern aufgedeckt werden. Sie schrÀnken den Zugriff auf ihre Scam-Seiten auf geografische Standorte ein und erlauben den Zugriff darauf nur aus den LÀndern, die sie anvisieren. Die Webseiten imitierter Logistikmarken sind zudem nur auf bestimmten GerÀten und Betriebssystemen funktionsfÀhig. Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal der laufenden Kampagne ist, dass gefÀlschte Ressourcen nur wenige Tage lang existieren, was es einerseits Sicherheitsexperten erschwert, das Schema zu durchleuchten, und andererseits die Erkennung durch herkömmliche Anti-Scam-Lösungen hindert.

"Mit dem Last-Minute-Einkauf und dem Wunsch, Pakete noch rechtzeitig zu erhalten, neigen die Menschen dazu, weniger vorsichtig zu sein", sagt Camill Cebulla, Vertriebsleiter Europa bei Group-IB. "Beim Versenden gefĂ€lschter Lieferbenachrichtigungen nutzen BetrĂŒger dieses GefĂŒhl der Dringlichkeit aus. Die hohe Anzahl an verschickten Paketen wĂ€hrend der Feiertage macht es fĂŒr Scammer einfacher, sich als legitime Lieferdienste auszugeben. Wir empfehlen Anwendern, Absenderdetails zu ĂŒberprĂŒfen, aufgrund der Nachahmungswahrscheinlichkeit vorsichtig offizielle KanĂ€le zu durchforsten, Benachrichtigungen als potenzielle Bedrohung zu behandeln, direkt auf offizielle Webseiten zuzugreifen und sich ĂŒber aktuelle Betrugsmaschen zu informieren."

Die missbrauchten Marken sind diejenigen, die unter solchen Kampagnen leiden. Unzufriedene Kunden handeln schnell. Markeninhaber mĂŒssen schnell handeln, um Maßnahmen gegen Scammer zu ergreifen. Dabei ist die frĂŒhzeitige Erkennung der SchlĂŒssel zur Minimierung digitaler Risiken fĂŒr betroffene Marken und zum Schutz potenzieller Opfer. Eine effektive Überwachung und Sperrung der gefĂ€lschten Ressourcen sollte ein digitales, auf dem automatisierten maschinellen Lernen basiertes System zum Schutz vor Risiken umfassen, das mit Intelligence-Daten versorgt wird, ergo regelmĂ€ĂŸigen Updates der Wissensbasis ĂŒber die Infrastruktur, Taktiken und Werkzeuge von Cyberkriminellen.

Die Digital-Risk-Protection-Lösung von Group-IB, Teil seiner Unified Risk Platform, kann betrĂŒgerische Infrastrukturen schon in einem frĂŒhen Stadium aufdecken und den Zerlegungsprozess initiieren. Die FĂ€higkeiten des Attack Surface Management von Group-IB umfassen jetzt auch die Erkennung von typografischen Variationen legitimer DomĂ€nennamen (Typosquatting), wodurch Unternehmen Typosquatting-Kopien ihrer Domains inklusive aller relevanten Details untersuchen können.

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