Sicherheit, Ratgeber

GrĂŒne Energie, heiße Gefahr: Wenn PV-Anlagen auf Feldern zur Brandquelle werden

12.09.2025 - 09:44:41 | presseportal.de

Aspang - Photovoltaik gilt als HoffnungstrĂ€ger der Energiewende, doch zwischen sommerlicher Hitze, trockenen Feldern und technischen Defekten entsteht vielerorts ein unterschĂ€tztes Risiko: Immer hĂ€ufiger geraten Solaranlagen auf FreiflĂ€chen in Brand, mit dramatischen Folgen fĂŒr Natur, Ernte und Infrastruktur.

GrĂŒne Energie, heiße Gefahr: Wenn PV-Anlagen auf Feldern zur Brandquelle werden - Foto: presseportal.de

Die Wartung vieler Anlagen ist lĂŒckenhaft – das ist ein echtes Risiko fĂŒr Natur, Menschen und Ernten. Dieser Beitrag zeigt, welche Fehler PV-Betreiber vermeiden sollten und wie sich BrĂ€nde einfach verhindern lassen.

Brandgefahr durch Wartungsdefizite nimmt zu

Immer mehr Solaranlagen werden auf offenen Feldern errichtet. Im Idealfall liefern sie zuverlĂ€ssig Strom, ohne dabei Schaden zu verursachen. Die RealitĂ€t sieht jedoch anders aus. Technische Defekte, fehlende Wartung und Ă€ußere EinflĂŒsse fĂŒhren dazu, dass sich die Zahl der BrĂ€nde auf FreiflĂ€chenanlagen deutlich erhöht. Betreiber, die auf eine lĂŒckenlose Pflege verzichten, schlittern schnell in Probleme. Insbesondere in den Sommermonaten, wenn die Felder trocken sind und die Temperaturen steigen, wachsen die Risiken enorm. Generell gibt es drei massive Gefahrenquellen, die dabei herausstechen.

1. Gefahr durch unsachgemĂ€ĂŸe Steckerverbindungen

Besonders kritisch sind falsch zusammengebaute oder schlecht gewartete Stecker. Werden Stecker nicht ordentlich verbunden oder verbaut, können sie sich massiv erhitzen. WĂ€hrend auf DĂ€chern Stecker oft in der Luft hĂ€ngen und sich Hitzeverteilung und Brandgefahr in Grenzen halten, sieht es auf FreiflĂ€chen anders aus: Hier kann wuchernde Vegetation direkt in Kontakt mit erhitzten Bauteilen kommen. Trockene Pflanzen werden so schnell zum ZĂŒndstoff. Es reichen schon Temperaturen von 160 bis 170 Grad – Werte, die an Steckerstellen problemlos vorkommen. Passiert das in der NĂ€he der ModulrĂŒckseiten, kann die brennbare Folie der Module das Feuer weitertragen und damit die gesamte FlĂ€che erfassen. Die Gefahr ist zwar seltener, hĂ€ngt jedoch klar mit der QualitĂ€t der Installation zusammen.

2. Schatten durch wuchernde Vegetation

Viel hĂ€ufiger und zugleich weniger bekannt ist ein weiteres Risiko: Überwachsene Felder und nicht gemĂ€hte Vegetation. Wachsen Pflanzen ĂŒber die Unterkante der Module, werfen sie kleine Schatten. Die Folge: In den betroffenen Zellen entstehen Hotspots, wĂ€hrend die restliche ModulflĂ€che normal arbeitet. Diese punktuellen Überhitzungen fĂŒhren zu Temperaturen bis zu 160 Grad direkt an der Zelle. Solche Hotspots trocknen Pflanzenmaterial zusĂ€tzlich aus und können BrĂ€nde im Extremfall schon allein durch die massive Hitze entfachen, besonders in DĂŒrresommern oder bei Extremwetter, wie sie immer öfter auftreten. Somit wird fehlende Pflege schnell zum Sicherheitsrisiko.

3. Tierverbiss und ungenĂŒgender Kabelschutz

Ein ebenfalls oft unterschĂ€tztes Problem sind Wildtiere. Hasen, Marder oder auch Ziegen nach einer Beweidung verbeißen sich gerne in Kabeln. Fehlt ein robuster Schutz durch Rohre oder bissfeste Ummantelungen, sind KurzschlĂŒsse und KabelbrĂ€nde schnell die Folge.

Zwar erkennen Wechselrichter viele Isolationsfehler und schalten sich ab, doch damit ist das Problem nicht gelöst. Die defekte Stelle bleibt bestehen, Ströme können weiterfließen und Lichtbögen entstehen, die unweigerlich zu BrĂ€nden fĂŒhren. FĂ€lle aus der Praxis zeigen, dass genau diese Kombination aus Verbiss, Isolationsschaden und Funkenbildung BrĂ€nde ausgelöst hat.

Wer Tierverbiss vermeiden will, muss auf hochwertige Kabelschutzsysteme achten und Wartungen engmaschig planen – besonders nach Mahd oder Beweidung mit Tieren. So wird nicht nur das Risiko gesenkt, sondern auch die Ertragssicherheit verbessert.

ZusĂ€tzliche Gefahr: BegrĂŒnte FlachdĂ€cher

Ein verwandtes, oft ĂŒbersehenes Risiko besteht auch bei PV-Anlagen auf FlachdĂ€chern. BegrĂŒnte DĂ€cher gelten als nachhaltige Bauweise, bergen jedoch Ă€hnliche Gefahren wie FreiflĂ€chen. Wachsen Pflanzen ungehindert durch die Modulunterkonstruktion oder mangelt es an sauber verlegtem Vlies, können auch hier Hotspots entstehen. Temperaturen von ĂŒber 140 Grad sind nachweislich möglich und begĂŒnstigen BrĂ€nde auf stĂ€dtischen DĂ€chern.

Gerade weil dieses Thema bislang kaum auf dem Radar vieler Betreiber ist, sollte die Pflege von Flachdachanlagen genauso ernst genommen werden wie die von FreiflÀchen.

Fazit: Vorsorge ist der beste Brandschutz

BrĂ€nde in PV-Anlagen entstehen meist nicht aus heiterem Himmel, sondern durch vermeidbare Fehler. Ob unsaubere Steckverbindungen, wuchernde Vegetation oder Tierverbiss – die Ursachen sind bekannt und mit konsequenter Wartung in den Griff zu bekommen. Wer in regelmĂ€ĂŸige Pflege, Thermografie-Checks und Schutzmaßnahmen investiert, schĂŒtzt nicht nur seine Anlage, sondern auch Felder, Ernten und Infrastruktur.

Über Daniel Pölzlbauer:

Daniel Pölzlbauer, Ingenieur fĂŒr Erneuerbare Energien und Elektrotechnik, ist GeschĂ€ftsfĂŒhrer der EPP GmbH in Aspang, Niederösterreich. Mit ĂŒber 17 Jahren Erfahrung bietet das Familienunternehmen hochwertige Photovoltaiklösungen, Energiespeichersysteme und moderne Elektrotechnik. Unter seiner FĂŒhrung hat sich EPP mit mehr als 15.000 realisierten Projekten als fĂŒhrender Anbieter in der Region etabliert. Weitere Informationen unter: https://elektro-epp.at/

Pressekontakt:

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Vertreten durch: Ing. Daniel Pölzlbauer
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Ruben SchÀfer
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