Stiftung, Erinnerung

Augen auf-Kinotag zum 27. Januar der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft

26.11.2024 - 12:27:31

Berlin - Erster "Augen auf"-Kinotag anlĂ€sslich des jĂ€hrlichen Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus am 27.01.25 | 1 Tag - 3 StĂ€dte - im Programm: A Real Pain (Regie: Jesse Eisenberg), Das kostbarste aller GĂŒter (Regie: Michel Hazanavicius) und ein Schulkinoprogramm | Mit Podiumsdiskussionen in Berlin, Frankfurt am Main und Rostock | Ab 2026 als Filmwoche geplant

Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) initiiert zum jĂ€hrlichen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar eine neue bundesweite Initiative: den "Augen auf"-Kinotag zum 27. Januar. ZunĂ€chst in drei StĂ€dten, in jeweils vier Kinovorstellungen - eingebettet in GesprĂ€chs- und Diskussionsrunden - werden am Gedenktag Filme im Kino gezeigt, die sich auf unterschiedliche Weise mit der NS-Geschichte und dem Holocaust auseinandersetzen. Der Kinotag richtet sich an alle Altersgruppen, soll aber insbesondere jungen Menschen neue und emotionale ZugĂ€nge zur Geschichte ermöglichen. Kino wird so als Erinnerungsraum etabliert, als Ort des Zusammenkommens und Austauschs, um ein proaktives Erinnern anzustoßen. Auf dem Programm stehen hierbei u.a. A REAL PAIN (von und mit Jesse Eisenberg) und der Filmfestspiele Cannes-Wettbewerbsbeitrag DAS KOSTBARSTE ALLER GÜTER von THE ARTIST-Regisseur Michel Hazanavicius.

Dr. Andrea Despot, Vorstandsvorsitzende der Stiftung EVZ sieht im Kinotag eine Chance: "Filme haben eine große gesellschaftliche Kraft. Als niedrigschwelliges Angebot bieten sie einen emotionalen Zugang zu komplexen ZusammenhĂ€ngen und Themenwelten. Kinofilme laden ein, sich interessiert vertiefend mit der NS-Geschichte auseinanderzusetzen - denn Film berĂŒhrt."

Immer weniger Überlebende der NS-Verbrechen können persönlich noch ĂŒber ihre Erfahrungen sprechen. Geschichte kann weitgehend nur noch durch Medien erinnert werden. Audiovisuellen oder medialen Vermittlungsmöglichkeiten, insbesondere Kinofilmen, fĂ€llt hierbei - auch dank ihrer emotionalen Wirkmacht - eine besondere Rolle zu.

Angesichts der aktuellen politischen Lage, in der die Gesellschaft droht, immer stĂ€rker auseinander zu driften, mit Blick auf eine erstarkende Rechte und auch angesichts der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, ist es von besonderer Bedeutung nach neuen Wegen der Erinnerung zu suchen. Mit dem "Augen auf"-Kinotag zum 27. Januar will die Stiftung EVZ die Korrelation von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufzeigen, einen Bezug zum Hier und Jetzt ziehen und ĂŒber das Medium Film und Kino einen niedrigschwellig zugĂ€nglichen Erinnerungsraum schaffen, in dem Begegnung, Austausch und Reflektion möglich sind.

Der Auftakt des Kinotages findet am Montag, den 27. Januar 2025 in drei StÀdten statt - in Berlin, Frankfurt am Main und Rostock. Geplant ist, das Projekt ab 2026 bundesweit zu einer Filmwoche auszuweiten.

Das Programm 2025 umfasst drei Veranstaltungsschienen: Am Vormittag sind Schulklassen eingeladen in Schulvorstellungen thematisch relevante und aktuelle Filme zu sehen und in anschließenden FilmgesprĂ€chen mit hochkarĂ€tigen Filmbeteiligten und Fachleuten zu diskutieren. Sowohl IN LIEBE, EURE HILDE mit Andreas Dresen als auch Caroline Links ALS HITLER DAS ROSA KANNINCHEN STAHL stehen hier u.a. zur Auswahl. HierfĂŒr haben Lehrer:innen im Vorfeld Zugriff auf kostenfreie, begleitende Unterrichtsmaterialien und können das Angebot fĂŒr eine online Fortbildung zu "Film in der Vermittlung des NS und Holocaust" nutzen.

Am Nachmittag wird im Rahmen eines besonderen Events mit FilmgesprĂ€ch A REAL PAIN von Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Jesse Eisenberg prĂ€sentiert. Der Film erzĂ€hlt die Geschichte der ungleichen Cousins David (Jesse Eisenberg) und Benji (Kieran Culkin), die gemeinsam nach Polen reisen, um mehr ĂŒber ihre kĂŒrzlich verstorbene Großmutter zu erfahren. Der Roadtrip, der als Reise in die Vergangenheit gedacht war, konfrontiert die beiden mit der Gegenwart, in der sie auch ihre Familiengeschichte hinterfragen. (A REAL PAIN - startet am 16. Januar 2025 bundesweit im Kino)

Am Abend wird die Publikumspremiere des Filmfestspiele Cannes-Wettbewerbsbeitrag DAS KOSTBARSTE ALLER GÜTER von OscarpreistrĂ€ger Michel Hazanavicius (u.a. THE ARTIST), mit anschließendem PanelgesprĂ€ch und hochkarĂ€tigen GĂ€sten zu sehen sein. Der Animationsfilm ist die Leinwandadaption des gleichnamigen Bestsellers des renommierten französischen Dramatikers und Kinderbuchautors Jean-Claude Grumberg und erzĂ€hlt die dramatische Geschichte eines Findelkindes, das aus einem Deportationszug geworfen, von einem kinderlosen Ehepaar gefunden und aufgezogen wird. Dieses Kind - das kostbarste aller GĂŒter - verĂ€ndert fortan grundlegend das Leben des Ehepaares und auch all jener, deren Weg es kreuzt. (DAS KOSTBARSTE ALLER GÜTER - startet ab 06. MĂ€rz 2025 bundesweit im Kino)

Auslöser fĂŒr die Konzeption des "Augen auf"-Kinotag zum 27. Januar sind der starke Anstieg von GeschichtsverdrĂ€ngung und Verleugnung in Politik und Gesellschaft, aber auch die Ergebnisse der MEMO-Jugendstudie, die 2023 ihrerseits offenlegte, dass Jugendliche und junge Erwachsene zwar im Kontext der NS-Zeit Faktenwissen, historische Orte und GegenwartsbezĂŒge vermittelt bekommen wollen, aber doch die HĂ€lfte der befragten 16- bis 25-JĂ€hrigen den Zeitraum der NS-Herrschaft nicht mehr korrekt benennen kann. Diese LĂŒcken im Faktenwissen zum Nationalsozialismus lieferten den Anlass, ĂŒber neue AnsĂ€tze fĂŒr Bildungsarbeit nachzudenken. Dr. Andrea Despot, Vorstandsvorsitzende, Stiftung EVZ: "Wer sich mit Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung durch die Nationalsozialisten auseinandersetzt, schaut auch sensibilisierter auf Diskriminierung heute. Geschichtsvermittlung ist ein Booster fĂŒr SolidaritĂ€t und Demokratie. Jugendliche wollen verstehen und lernen, nicht bloß unterhalten werden. Wir brauchen interaktive und partizipative Angebote fĂŒr Geschichtsvermittlung - innerhalb und außerhalb der Schule."

Der Kinotag wird konzeptioniert und realisiert von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und der Agentur Jetzt & Morgen. FilmpĂ€dagogisch begleitet wird der Kinotag von VISION KINO, Netzwerk fĂŒr Film und Medienkompetenz. Die Kommunikation fĂŒr das Projekt hat die Agentur SteinbrennerMĂŒller ĂŒbernommen.

Wer ist die Stiftung EVZ?

Auftrag der Stiftung EVZ ist es, die Erinnerung an das Unrecht der nationalsozialistischen Verfolgung lebendig zu halten, die daraus erwachsende Verantwortung im Hier und Heute anzunehmen und die Zukunft aktiv zu gestalten. Zentrales Motiv der StiftungsgrĂŒndung im Jahr 2000 war die Auszahlung humanitĂ€rer Ausgleichsleistungen an ehemalige Zwangsarbeiter:innen des NS-Regimes - ein Meilenstein der deutschen Aufarbeitung. Heute fördert die Stiftung ĂŒber ihre Handlungsfelder Bilden und Handeln Projekte und AktivitĂ€ten, die den Überlebenden nationalsozialistischer Verfolgung, der VölkerverstĂ€ndigung und der StĂ€rkung von Menschenrechten dienen.Dr. Andrea Despot ist seit 2020 Vorstandsvorsitzende der Stiftung EVZ.

WeiterfĂŒhrende Informationen finden Sie hier:

DemnÀchst auf www.augenauf-kinotag.de

Pressebereich Stiftung EVZ: www.stiftung-evz.de/presse/

Die MEMO-Jugendstudie des Instituts fĂŒr interdisziplinĂ€re Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der UniversitĂ€t Bielefeld wurde von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) gefördert.

Pressemappe MEMO-Jugendstudie 2023: Digitale Pressemappe

Zusammenfassung auf Seite 59, u.a. zum Thema Film

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Saskia Vömel

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Jasmin Knich

SteinbrennerMĂŒller Kommunikation

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