BĂ€renstark, BZ-Kulturpreis

BĂ€renstark: B.Z.-Kulturpreis zum 30. Mal verliehen / Bronzene BĂ€ren fĂŒr Margot FriedlĂ€nder, Wim Wenders, Aylin Tezel, Felix Lobrecht, Constanza Macras und Yael Ronen

08.05.2024 - 09:34:32

Berlin - Am Dienstagabend, 7. Mai 2024, versammelte Berlins grĂ¶ĂŸte Boulevard-Zeitung die Kreativ- und Kulturszene der Hauptstadt zur 30. Verleihung des B.Z.-Kulturpreises. Einen bronzenen BĂ€ren fĂŒr ihre herausragende Leistung erhielten in diesem Jahr Zeitzeugin Margot FriedlĂ€nder, Regisseur Wim Wenders, Schauspielerin Aylin Tezel, Theater-Regisseurin Yael Ronen, Comedy-Star Felix Lobrecht und Choreografin Constanza Macras. Durch den Abend fĂŒhrte wie bereits in den vergangenen Jahren die Schauspielerin und SĂ€ngerin Meret Becker. Rund 900 GĂ€ste aus Politik, Kultur, Medien und Wirtschaft kamen zur feierlichen Kulturpreisverleihung im Theater am Potsdamer Platz.

Jan Schilde, Chefredakteur B.Z.: "Kultur braucht nicht nur Freiheit, sondern auch den Mut, sie zu verteidigen. FrĂŒher, heute und vor allem in der Zukunft. Mut verdient WĂŒrdigung und Auszeichnung, darum sind wir heute hier. Darum gibt es diesen Preis, diesen Kulturpreis der B.Z."

Berlins Regierender BĂŒrgermeister Kai Wegner hob in seinem Grußwort fĂŒr die B.Z. die Bedeutung der Kultur fĂŒr die Hauptstadt hervor: "Wir spĂŒren in unserer krisenbehafteten Gegenwart die Kraft der Kultur. Darum geben wir in Berlin als Stadt der Freiheit der Kunst und Kultur Platz, Schutz und Raum zur Entfaltung. Deshalb dĂŒrfen wir es niemals zulassen, dass Populisten und Extremisten unsere Werteordnung zerstören."

Das Einzigartige an der B.Z.-Kulturpreis-Verleihung: Die PreistrĂ€ger wurden zusĂ€tzlich zum bronzenen BĂ€ren mit einer individuell auf sie zugeschnittenen kĂŒnstlerischen Darbietung geehrt.

So wurde die Holocaust-Überlebende Margot FriedlĂ€nder von der Sopanistin Lilit Davtyan am FlĂŒgel mit dem Song "Je veux Vivre" musikalisch beschenkt. Die 102-jĂ€hrige PreistrĂ€gerin appellierte an die Menschlichkeit: "Ich tue es fĂŒr Euch und fĂŒr die, die es nicht geschafft haben. Nicht nur fĂŒr die sechs Millionen Juden, sondern auch fĂŒr die, die man nicht als Menschen anerkannt hat. Es ist fĂŒr Euch, fĂŒr Eure Zukunft. Ich kann nur raten: Seid Menschen, Menschen wĂŒrden das nicht tun."

FĂŒr die Choreografin Constanza Macras performte Carmen Burguess lebendig und energetisch "le Mal de Jugar". Schauspielerin Aylin Tezel feierte mit "Falling into Places" ihr RegiedebĂŒt: Die in dem Film dargestellte innige Verbindung zweier Seelen wĂŒrdigte das Solistentraumpaar Iana Salenko und Marian Walter mit einer Darbietung des "Pas de Deux" aus dem Ballett-Klassiker "Schwanensee". Der Urberliner Stand-Up-Comedy-Star Felix Lobrecht wurde durch die Rapper NNOC, Haki, Bangs, Almani, Chapo und Danatic gefeiert, sie begeisterten auch das Publikum mit einer kraftvollen Rap-Performance zum Film "Sonne und Beton". Schauspielstar Lindy Larsson sang zu Ehren von PreistrĂ€gerin Yael Ronen zusammen mit der Band "DAZU BZKP" den Song "Touch me one more time" sowie "Jekk Romani Gjepa".

Ein bewegender Mantel der Filmgeschichte wehte ĂŒber die BĂŒhne des Theaters am Potsdamer Platz, als Filmregisseur Wim Wenders mit seinen bronzenen B.Z.-BĂ€ren geehrt wurde. Moderatorin Meret Becker kam mit dem Original-Mantel auf die BĂŒhne, den ihr Stiefvater, der Schauspieler Otto Sander, in dem Film "Himmel ĂŒber Berlin" trug. Zu seinen Ehren trat "The Troggs", eine Lieblingsband von Wim Wenders, mit "Wild Thing" und "A Girl like you" auf.

Wim Wenders betonte in seiner Danksagung, dass Kultur erst gemeinsam entsteht: "Kultur wird's, wenn Sie da sind, wenn Sie etwas mit Offenheit und Aufmerksamkeit sehen. Wie die Darbietungen heute: wie das Ballett, wie die Musik, wie alles, was wir heute Abend gesehen haben, da passiert Kultur. Zwischen Leuten, die kreativ was herstellen und Leuten, die es sehen, die es wahrnehmen."

Über den B.Z.-Kulturpreis

Berlins grĂ¶ĂŸte Boulevard-Zeitung vergibt den von Ernst Leonhardt gestalteten B.Z.-Kulturpreis mit dem bronzenen BĂ€ren seit 1992. Weitere PreistrĂ€ger der vergangenen Jahre waren: Georg Baselitz, Christo und Jeanne-Claude, JĂŒrgen Flimm, Lord Norman Foster, Nina Hagen, Henry HĂŒbchen, Anselm Kiefer, Karl Lagerfeld, Daniel Libeskind, Udo Lindenberg, Jonathan Meese, Anne-Sophie Mutter, Anna Maria MĂŒhe, Marius MĂŒller-Westernhagen, Nena, Walter Plathe, Max Raabe, Marcel Reich-Ranicki, Matthias Schweighöfer, Wolfgang Tillmans, David Garrett, August Diehl und Nora Tschirner.

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