Paradontitis: Warum sie so gefĂ€hrlich ist / Die EntzĂŒndung des Zahnhalteapparats ist die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr Zahnausfall / Auch das Diabetesrisiko wird erhöht
04.03.2024 - 09:00:16Paradontitis ist eine "stille" Krankheit
Zusammen mit ihrer Vorstufe Gingivitis, auch ZahnfleischentzĂŒndung genannt, ist Paradontitis die hĂ€ufigste Krankheit ĂŒberhaupt. ĂbeltĂ€ter sind Bakterien, die sich auf den ZĂ€hnen ablagern. Sie lösen die Befestigung des Zahnfleisches am Zahn und fĂŒhren zum Abbau des Kieferknochens, bis sich die ZĂ€hne lockern und schlieĂlich ausfallen. Auslöser kann beispielsweise schlechte Mundhygiene sein, aber auch Rauchen, Diabetes und Veranlagung erhöhen das Risiko. Werden die BelĂ€ge nicht entfernt, gelangen Bakterien und ihre Produkte ins Gewebe. Bei anfĂ€lligen Personen wird die EntzĂŒndung chronisch, das Zahnfleisch löst sich vom Zahn und bildet Taschen.
Das TĂŒckische: Paradontitis ist eine "stille" Krankheit. Sie entwickelt sich meist schleichend, schmerzlos und unbemerkt. "Blut beim ZĂ€hneputzen oder bei der Zahnzwischenraumreinigung ist nie normal - das muss zahnĂ€rztlich abgeklĂ€rt werden", betont Prof. Dr. SĂžren Jepsen, Direktor der Poliklinik fĂŒr Paradontologie, Zahnerhaltung und PrĂ€ventive Zahnheilkunde an der Uniklinik Bonn. Auch Mundgeruch, geschwollenes und gerötetes Zahnfleisch sowie verlĂ€ngerte ZahnhĂ€lse können auf Paradontitis hinweisen. Deshalb: regelmĂ€Ăig zahnĂ€rztlich kontrollieren lassen.
Mit Mundhygiene allein ist es nicht getan
Eine Paradontitis mit einer Zahnfleischtaschentiefe von vier Millimetern und mehr ist laut Leitlinie behandlungsbedĂŒrftig. Die gesetzliche Krankenkasse ĂŒbernimmt die Kosten fĂŒr die Behandlung einer Paradontitis. Dazu gehören die ursĂ€chliche Therapie und die Nachsorge. "Mit guter Mundhygiene allein ist es hier nicht getan: Die ZahnbĂŒrste erreicht die BakterienbelĂ€ge in den Taschen nicht", erklĂ€rt Zahnmediziner Jepsen.
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