Paradontitis, EntzĂŒndung

Paradontitis: Warum sie so gefĂ€hrlich ist / Die EntzĂŒndung des Zahnhalteapparats ist die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr Zahnausfall / Auch das Diabetesrisiko wird erhöht

04.03.2024 - 09:00:16

Baierbrunn - Sie ist beileibe keine Seltenheit und wird trotzdem immer noch unterschĂ€tzt: 35 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Paradontitis. Eine Erkrankung, die gerade auch fĂŒr Menschen mit Diabetes sehr gefĂ€hrlich ist, weil sie die Allgemeingesundheit beeinflusst. "Über die Zahnfleischtaschen gelangen Mundbakterien und EntzĂŒndungsstoffe in den Blutkreislauf und können so auch Probleme in anderen Regionen des Körpers auslösen", erklĂ€rt Prof. Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger, FachĂ€rztin fĂŒr Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie sowie Ärztliche Direktorin des Zentrums Innere Medizin in MĂŒnchen. Das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber" erklĂ€rt, welche Warnzeichen es gibt und wann behandelt werden muss.

Paradontitis ist eine "stille" Krankheit

Zusammen mit ihrer Vorstufe Gingivitis, auch ZahnfleischentzĂŒndung genannt, ist Paradontitis die hĂ€ufigste Krankheit ĂŒberhaupt. ÜbeltĂ€ter sind Bakterien, die sich auf den ZĂ€hnen ablagern. Sie lösen die Befestigung des Zahnfleisches am Zahn und fĂŒhren zum Abbau des Kieferknochens, bis sich die ZĂ€hne lockern und schließlich ausfallen. Auslöser kann beispielsweise schlechte Mundhygiene sein, aber auch Rauchen, Diabetes und Veranlagung erhöhen das Risiko. Werden die BelĂ€ge nicht entfernt, gelangen Bakterien und ihre Produkte ins Gewebe. Bei anfĂ€lligen Personen wird die EntzĂŒndung chronisch, das Zahnfleisch löst sich vom Zahn und bildet Taschen.

Das TĂŒckische: Paradontitis ist eine "stille" Krankheit. Sie entwickelt sich meist schleichend, schmerzlos und unbemerkt. "Blut beim ZĂ€hneputzen oder bei der Zahnzwischenraumreinigung ist nie normal - das muss zahnĂ€rztlich abgeklĂ€rt werden", betont Prof. Dr. SĂžren Jepsen, Direktor der Poliklinik fĂŒr Paradontologie, Zahnerhaltung und PrĂ€ventive Zahnheilkunde an der Uniklinik Bonn. Auch Mundgeruch, geschwollenes und gerötetes Zahnfleisch sowie verlĂ€ngerte ZahnhĂ€lse können auf Paradontitis hinweisen. Deshalb: regelmĂ€ĂŸig zahnĂ€rztlich kontrollieren lassen.

Mit Mundhygiene allein ist es nicht getan

Eine Paradontitis mit einer Zahnfleischtaschentiefe von vier Millimetern und mehr ist laut Leitlinie behandlungsbedĂŒrftig. Die gesetzliche Krankenkasse ĂŒbernimmt die Kosten fĂŒr die Behandlung einer Paradontitis. Dazu gehören die ursĂ€chliche Therapie und die Nachsorge. "Mit guter Mundhygiene allein ist es hier nicht getan: Die ZahnbĂŒrste erreicht die BakterienbelĂ€ge in den Taschen nicht", erklĂ€rt Zahnmediziner Jepsen.

Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber" 3/2024 liegt aktuell in den meisten Apotheken aus. Viele weitere interessante Gesundheits-News gibt es unter https://www.diabetes-ratgeber.net sowie auf Facebook und Instagram.

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