Deutschland, Gesellschaft

Anlaufstelle: Mehr FĂ€lle körperlicher Übergriffe in Kultur

09.06.2026 - 13:07:43 | dpa.de

Bei Themis können sich Menschen aus der Kulturbranche melden, wenn sie sexuelle BelÀstigung oder Gewalt erfahren haben. Die Anlaufstelle beobachtet, wie sich die Art der gemeldeten FÀlle verÀndert.

  • Bei Themis können sich Menschen aus der Kulturbranche melden, wenn sie sexuelle BelĂ€stigung oder Gewalt erfahren haben. (Symbolbild) - Bild: Fabian Sommer/dpa
    Bei Themis können sich Menschen aus der Kulturbranche melden, wenn sie sexuelle BelÀstigung oder Gewalt erfahren haben. (Symbolbild) - Bild: Fabian Sommer/dpa
  • Martina Zöllner ist seit 2025 PrĂ€sidentin der Themis Vertrauensstelle. (Archivbild) - Bild: Annette Riedl/dpa
    Martina Zöllner ist seit 2025 PrÀsidentin der Themis Vertrauensstelle. (Archivbild) - Bild: Annette Riedl/dpa
Bei Themis können sich Menschen aus der Kulturbranche melden, wenn sie sexuelle BelÀstigung oder Gewalt erfahren haben. (Symbolbild) - Bild: Fabian Sommer/dpa Martina Zöllner ist seit 2025 PrÀsidentin der Themis Vertrauensstelle. (Archivbild) - Bild: Annette Riedl/dpa

Die Vertrauensstelle Themis fĂŒr Betroffene von BelĂ€stigung und Gewalt in der Kulturbranche hat unter ihren Erstkontakten zunehmend FĂ€lle körperlicher Übergriffe registriert. 2025 hĂ€tten Expertinnen und Experten insgesamt mehr als 600 BeratungsgesprĂ€che gefĂŒhrt, darunter 105 Erstberatungen, teilte die Anlaufstelle mit.

Die Vertrauensstelle wurde 2018 in Berlin nach dem MeToo-Skandal gegrĂŒndet. Dort können sich Menschen aus Film, Fernsehen, Theatern, Orchestern und der Musik melden, wenn sie sexuelle BelĂ€stigung oder Gewalt erfahren haben. Themis bietet kostenlos juristische und psychologische Hilfe an. Getragen wird die Einrichtung etwa von mehreren BranchenverbĂ€nden, Sendern und VerbĂ€nden.

VerhÀltnis hat sich umgekehrt

AuffĂ€llig an den Zahlen ist laut Themis, wie sich das VerhĂ€ltnis von FĂ€llen verbaler, non-verbaler und digitaler sexueller BelĂ€stigung zu FĂ€llen körperlicher sexueller BelĂ€stigung zum Vorjahr verĂ€ndert hat: 2025 seien unter den Erstkontakten insgesamt 68 FĂ€lle von körperlicher BelĂ€stigung oder Vergewaltigung erfasst worden - gegenĂŒber 37 FĂ€llen verbaler BelĂ€stigung.

Zum Vergleich: 2024 seien unter den knapp 130 Erstberatungen 68 FĂ€lle wegen verbaler BelĂ€stigung registriert worden und 61 FĂ€lle wegen körperlicher BelĂ€stigung oder Vergewaltigung. In den ersten drei Monaten von 2026 hĂ€tten sich 20 Menschen wegen körperlicher Übergriffe an die Vertrauensstelle gewandt, hieß es.

Themis: Gesamtgesellschaftliches Klima hat sich verschÀrft

Themis-PrĂ€sidentin Martina Zöllner sagte der «Zeit»: «Das VerhĂ€ltnis von körperlichen zu nicht körperlichen Übergriffen hat sich verĂ€ndert. Das mag ein Spiegel der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung sein.» 

Die GeschĂ€ftsfĂŒhrende VorstĂ€ndin von Themis, Maren Lansink, sieht mehrere GrĂŒnde fĂŒr den Anstieg, wie sie in der «Zeit» ausfĂŒhrte. Das gesamtgesellschaftliche Klima habe sich verschĂ€rft. «Frauenfeindlichkeit ist online wie offline enthemmter geworden, und das schlĂ€gt auch im Arbeitsalltag durch», sagte sie.

Auch seien die Strukturen in der Branche etwa mit hohen AbhĂ€ngigkeiten und enger körperlicher NĂ€he an Sets «unverĂ€ndert ein NĂ€hrboden fĂŒr Übergriffe». Zudem trauten sich gerade jĂŒngere Betroffene heute eher, körperliche Übergriffe als das zu benennen, was sie seien, so Lansink.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | unterhaltung | 69507244 |

Weitere Meldungen

Lehrer fordern: Plattformen mĂŒssen Kinder besser schĂŒtzen. Plattformen mĂŒssten deshalb stĂ€rker reguliert werden. SchĂŒler sollen sich gegen Social-Media-Sog und Push-Nachrichten behaupten? Selbst fĂŒr Erwachsene sei das schwer, sagt der Philologenverband. (Unterhaltung, 09.06.2026 - 11:46) weiterlesen...

Philologenverband: Plattformen mĂŒssen Kinder besser schĂŒtzen. Plattformen mĂŒssten deshalb stĂ€rker reguliert werden. SchĂŒler sollen sich gegen Social-Media-Sog und Push-Nachrichten behaupten? Selbst fĂŒr Erwachsene sei das schwer, sagt der Philologenverband. (Unterhaltung, 09.06.2026 - 11:06) weiterlesen...

Sophia und Noah bleiben beliebteste Babynamen. Ganz vorn liegen zwei «moderne Klassiker», die sich schon lĂ€nger großer Beliebtheit erfreuen. Mit dem Aufstieg von Theo und Leo in der Hitliste der Babynamen festigt sich der Trend zu kurzen Namen. (Unterhaltung, 09.06.2026 - 10:50) weiterlesen...

Weniger Auswanderer in WM-GastgeberlÀnder Kanada und USA. Das meldet das Statistische Bundesamt anlÀsslich der WM. Doch das dritte WM-Gastgeberland ist beliebter geworden. Die USA und Kanada verlieren bei deutschen Auswanderern an AttraktivitÀt. (Unterhaltung, 09.06.2026 - 09:09) weiterlesen...

Erfurter sind die zufriedensten GroßstĂ€dter in Deutschland. Was macht das Leben dort angenehm? Was ostdeutsche von westdeutschen StĂ€dten unterscheidet und wie sie abschneiden. Erfurt landet im Vergleich unter 40 GroßstĂ€dten beim GlĂŒcksatlas ganz oben. (Unterhaltung, 09.06.2026 - 08:00) weiterlesen...

20 Jahre Gleichbehandlungsgesetz: Ziel erreicht oder nicht?. Doch reicht der Schutz vor Diskriminierung im Alltag wirklich aus? Die Debatte um die Reform zeigt, wie unterschiedlich die Meinungen sind. Das Gleichbehandlungsgesetz gibt es seit zwei Jahrzehnten. (Politik, 09.06.2026 - 04:00) weiterlesen...