Pressemitteilung, BPI

Gemeinsame Pressemitteilung von BPI, PPTA und vfa: Dringender Handlungsbedarf bei der Versorgung mit Blutplasmaprodukten

07.05.2025 - 09:26:49

Berlin - Die Versorgung mit lebenswichtigen Blutplasmaprodukten ist zunehmend gefĂ€hrdet. Denn der Bedarf an diesen essenziellen Arzneimitteln steigt schneller als die in Deutschland mit Hilfe von Spendern gesammelte Plasmamenge. Eine Allianz aus verschiedenen Industrie- und PatientenverbĂ€nden, die im Plasmasektor aktiv sind, macht daher deutlich, wie dringend konkrete politische Lösungen fĂŒr eine sichere Versorgung Deutschlands und der EU mit Blutplasmaprodukten erforderlich sind. Dazu zĂ€hlen unter anderem eine Steigerung der Zahl von Spenderinnen und Spendern durch Motivationskampagnen sowie Anpassungen am bestehenden Meldesystem zur Erkennung von VersorgungsengpĂ€ssen mit BlutplasmaprĂ€paraten.

Zur Allianz gehören der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), die Plasma Protein Therapeutics Association Deutschland (PPTA), der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), Alpha 1 Deutschland, die Deutsche Patientenorganisation Angeborene Immundefekte (dsai), die Interessengemeinschaft HÀmophiler (IGH) und der Berufsverband der Deutschen HÀmostaseologen (BDDH).

Hier finden Sie das Positionspapier.

Steigender Bedarf trifft auf ein begrenztes Spendeaufkommen in Deutschland

Der jĂŒngst veröffentlichte Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts gemĂ€ĂŸ Paragraf 21 Transfusionsgesetz (TFG) fĂŒr das Jahr 2024 verdeutlicht das Problem: Der Bedarf an Blutplasmaprodukten ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen - allein der Verbrauch von Immunglobulinen nahm zwischen 2013 und 2023 um +120 Prozent zu. Gleichzeitig wuchs die in Deutschland gesammelte Plasmamenge nur geringfĂŒgig (um +4 % zwischen 2014 und 2023). Diese zunehmende Diskrepanz zwischen steigendem Bedarf und begrenzter VerfĂŒgbarkeit von in Deutschland gesammeltem Plasma gefĂ€hrdet die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit lebenswichtigen Therapien - hier oder in NachbarlĂ€ndern.

Versorgungsrisiken auf europÀischer Ebene nehmen zu

Auch auf europĂ€ischer Ebene verschĂ€rft sich die Lage: Viele Staaten sind aufgrund eines unzureichenden Spendeaufkommens auf Plasmaimporte aus anderen EU-Mitgliedstaaten oder Drittstaaten, darunter den USA, angewiesen. Doch die geopolitischen Entwicklungen setzen die Lieferketten aus Drittstaaten zunehmend unter Druck. Dies stellt ein erhebliches Risiko fĂŒr die Versorgungssicherheit dar und unterstreicht die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen fĂŒr die Plasmaspende in Deutschland und Europa nachhaltig zu verbessern.

Hintergrund

Blutplasmaprodukte sind fĂŒr die Behandlung schwerer und seltener Krankheiten unverzichtbar, wobei der Bedarf aufgrund des demographischen Wandels, eines erweiterten Anwendungsspektrums und verbesserter Diagnostik stetig steigt. Blutplasmaprodukte kommen unter anderem bei der Behandlung von primĂ€ren und sekundĂ€ren Immundefekten, Stoffwechselerkrankungen wie Alpha-1-Antitrypsin-Mangel sowie Blutgerinnungsstörungen wie HĂ€mophilie zum Einsatz. DarĂŒber hinaus sind sie fĂŒr zahlreiche weitere Indikationen Therapiestandard. Die Behandlung erfordert erhebliche Mengen an Plasma - so sind jĂ€hrlich rund 130 Plasmaspenden fĂŒr Immunglobuline nötig, die eine Person mit einem primĂ€ren Immundefekt benötigt und rund 900 Plasmaspenden fĂŒr die Behandlung einer Person mit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel. Auch fĂŒr Menschen mit Multifokaler Motorischer Neuropathie (MMN) sind Plasmaspenden beziehungsweise Immunglobuline unverzichtbar, da es keine zugelassene Therapiealternative gibt. Als Ausgangsstoff ist menschliches Blutplasma einzigartig und kann nicht synthetisch hergestellt werden. Es ist daher nur begrenzt verfĂŒgbar. Die Weiterverarbeitung zu fertigen Arzneimitteln erfordert komplexe Verfahren und einen langen Produktionsvorlauf, der anfĂ€llig fĂŒr Liefer- und VersorgungsengpĂ€sse ist und durch steigende Produktionskosten erschwert wird.

Pressekontakt:

Andreas Aumann (BPI)
Telefon: +49 (030) 27909-123
[email protected]

Marek Kortus (PPTA)
Telefon: +32 490014248
[email protected]

Dr. Rolf Hömke (vfa)
Telefon: +49 (030) 20604-204
[email protected]

Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5bf9f3

@ presseportal.de