Gaza, Gendern, Migration: Umfrage zeigt gefĂŒhlten Meinungsdruck der Deutschen
06.10.2025 - 13:13:46Empfinden unterscheidet sich nach Region und Lebenssituation
Die Meinungsfreiheit ist in Deutschland in Art. 5 Absatz 1 GG fest verankert und wird tagtĂ€glich im Privaten, der Presse oder auf Demonstrationen praktiziert. Die aktuelle Umfrage zeigt jedoch: Viele Menschen haben das GefĂŒhl, ihre Sicht in politischen oder gesellschaftlichen Debatten nicht frei Ă€uĂern zu können. Rund die HĂ€lfte der Befragten berichtet von dieser Wahrnehmung. In Ostdeutschland erreicht die Gruppe der 40- bis 49-JĂ€hrigen mit 82,2 Prozent den Spitzenwert - fast doppelt so viele wie im Westen. Rund ein Drittel der Befragten (34,3 Prozent) gab hingegen an, nie das GefĂŒhl zu haben, ihre Meinung in politischen oder gesellschaftlichen Debatten nicht frei Ă€uĂern zu können.
Parteibindung prÀgt Empfinden besonders stark
Am stĂ€rksten ausgeprĂ€gt ist das GefĂŒhl eingeschrĂ€nkter Meinungsfreiheit bei den AnhĂ€nger:innen der AfD: 85,5 Prozent geben an, hĂ€ufig oder eher hĂ€ufig diese Erfahrung zu machen. Auch beim BĂŒndnis Sahra Wagenknecht (BSW) liegt der Anteil mit 77,7 Prozent sehr hoch, bei der FDP sind es 62 Prozent. Unter den AnhĂ€nger:innen von CDU/CSU Ă€uĂern 41,4 Prozent, dass sie sich in ihrer MeinungsĂ€uĂerung eingeschrĂ€nkt fĂŒhlen, bei der Linken sind es 38,2 Prozent. Am niedrigsten ist der Wert bei der SPD: Dort berichten nur 18,7 Prozent der Befragten von diesem GefĂŒhl. Dass gerade die WĂ€hler:innen der AfD besonders hĂ€ufig von EinschrĂ€nkungen sprechen, ist kein Zufall, wie Marie-Sophie von Bibra, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Readly Deutschland, erklĂ€rt: "Die Meinungsfreiheit ist in Deutschland rechtlich gesichert. Doch wir erleben im öffentlichen Diskurs zunehmend hetzerische oder menschenfeindliche Positionen, die sich bewusst abseits des rechtlichen Rahmens bewegen. Dieses Spannungsfeld kann den subjektiven Eindruck vieler Menschen, sich nicht mehr frei Ă€uĂern zu können, verstĂ€rken."
Heikle Themen im Fokus
Gefragt nach den Bereichen, in denen es besonders schwerfĂ€llt, die eigene Meinung offen zu Ă€uĂern, nennen die Befragten vor allem die Migrations- und Asylpolitik (48,9 Prozent). An zweiter Stelle folgt der Israel-Gaza-Konflikt und Antisemitismus (31,4 Prozent), dicht gefolgt von GeschlechtsidentitĂ€t und gendergerechter Sprache (21,8 Prozent). Auch der Krieg in der Ukraine (20,2 Prozent) sowie die Klimakrise (17,1 Prozent) werden hĂ€ufig als sensible Themen genannt. Insgesamt verteilt sich die SensibilitĂ€t ĂŒber Ost- und Westdeutschland hinweg gleichmĂ€Ăig. Eine Ausnahme bildet dabei die Frage nach dem Ukraine-Krieg: Hier empfinden im Osten deutlich mehr Menschen (26,3 Prozent) als im Westen (18,5 Prozent), dass es schwierig ist, ihre Sicht frei zu Ă€uĂern - ein Unterschied, der sich historisch erklĂ€ren lĂ€sst. "Die Ergebnisse zeigen deutlich: Es geht nicht um eine reale EinschrĂ€nkung der Meinungsfreiheit, sondern um das subjektive Erleben in aufgeheizten Debatten. In Zeiten, in denen sich viele Menschen zurĂŒckhalten, spielt Journalismus eine entscheidende Rolle als Schutzraum fĂŒr freie MeinungsĂ€uĂerung. Wer unterschiedliche journalistische Perspektiven liest, gewinnt nicht nur Fakten, sondern auch das Vertrauen, sich offen und respektvoll an schwierigen Diskussionen zu beteiligen", so Bibra.
*Die reprĂ€sentative Online-Erhebung wurde im Juli 2025 vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag von Readly durchgefĂŒhrt. Befragt wurden 2.500 Personen in Deutschland. Mehrfachantworten waren möglich.
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Katharina Braun
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