Frauengesundheit, Menstruationsbeschwerden

Frauengesundheit: Menstruationsbeschwerden wirksam lindern

27.05.2024 - 14:17:27

Berlin - KrĂ€mpfe im Unterleib - Monat fĂŒr Monat leiden Frauen und MĂ€dchen an Regelschmerzen. Viele Frauen fĂŒhlen sich im Alltag durch die Menstruationsbeschwerden belastet. Doch was ein natĂŒrlicher Vorgang im Leben einer Frau ist, muss nicht so schmerzvoll sein. Dr. Meike Criswell, Expertin beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) erklĂ€rt, welche Arzneimittel sich bewĂ€hrt haben, um Regelschmerzen zu lindern.

Der Bauch krampft, die Brust spannt, im unteren RĂŒcken zieht es - hĂ€ufig sogar bis in die Beine -, die meisten MĂ€dchen und Frauen haben wĂ€hrend ihrer Menstruation Beschwerden. Viele fĂŒhlen sich "aufgeblĂ€ht", mĂŒde, gereizt. Bei einigen kommen Kopfweh, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall dazu.

In der medizinischen Fachsprache wird die schmerzhafte Regelblutung "Dysmenorrhoe" genannt. Meistens setzen die Schmerzen einige Tage vor der Periode ein, verstĂ€rken sich mit Beginn der Blutung und halten bis zu zwei oder drei Tage an. Die Symptome sind vielfĂ€ltig, unterscheiden sich von Frau zu Frau und sind auch unterschiedlich stark ausgeprĂ€gt. Bei einer von zehn Frauen sind die Beschwerden sogar so stark, dass sie ein bis drei Tage im Monat ihren Alltag nicht bewĂ€ltigen kann. Insgesamt klagen fast 80 Prozent aller Frauen ĂŒber Regelschmerzen.

Starke Regelschmerzen Àrztlich abklÀren

Die Menstruation ist ein natĂŒrlicher Vorgang im Leben einer Frau. Der weibliche Regelzyklus ist sehr komplex und funktioniert ĂŒber das feine Zusammenspiel von Hormonen. Dabei wird Monat fĂŒr Monat die GebĂ€rmutterschleimhaut aufgebaut, damit sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Geschieht das nicht, sorgt ein Abfall der Hormonspiegel sowie das Zusammenziehen der GebĂ€rmuttermuskeln dafĂŒr, dass die oberen Schichten der GebĂ€rmutterschleimhaut zerfallen und mit der Regelblutung abgestoßen werden. Hormonelle VerĂ€nderungen, ErnĂ€hrung, psychische Belastungen wie Stress, aber auch Krankheiten können dieses komplizierte Zusammenspiel im Körper stören und aus der Balance bringen. Schmerzen wie Regel-, Kopf- oder Brustschmerzen, Stimmungsschwankungen, Blutungsstörungen können unter anderem die Folge sein.

"Sehr starke Beschwerden wie Regelschmerzen sollten immer zuerst Ă€rztlich abgeklĂ€rt und behandelt werden, insbesondere wenn zusĂ€tzliche Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen hinzukommen", betont Criswell.

Die Expertin rÀt: Regelschmerzen wirksam bekÀmpfen

Generell gilt, dass auch leichte Menstruationsbeschwerden nicht einfach hingenommen werden mĂŒssen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, diese im Rahmen der Selbstmedikation zu lindern.

ZunÀchst sollte abgeklÀrt werden, ob bei den MÀdchen oder Frauen ein Eisenmangel besteht.

Bei zehn bis 15 Prozent der Frauen im gebĂ€rfĂ€higen Alter besteht in der westlichen Welt ein Eisenmangel mit einer AnĂ€mie. Die Ursache kann ernĂ€hrungsbedingt oder bedingt durch starke Monatsblutungen (Hypermenorrhoe) oder beides zusammen sein. Der Mangel kann Ă€rztlich mit Hilfe eines Blutbildes (HĂ€moglobinwert und Speichereisenbestimmung) abgeklĂ€rt werden. Zur Behandlung stehen verschiedene EisenprĂ€parate zur VerfĂŒgung, die auch pflanzlicher Natur sein können. Wichtig ist, dass bei einem Mangel auf Arzneimittel zurĂŒckgegriffen wird, da diese höher dosiert sind oder eine bessere BioverfĂŒgbarkeit aufweisen. Manchmal reicht schon ein AuffĂŒllen der Eisenspeicher, um Schmerzen bei der Regelblutung zu verhindern. "Im Akutfall können wirksame Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen helfen", erklĂ€rt Criswell. Diese sogenannten nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) sind ĂŒber einen kurzen Zeitraum eingenommen meist gut vertrĂ€glich.

"Spasmolytika wie der Wirkstoff Butylscopolaminiumbromid entspannen die glatte Muskulatur, lösen MuskelkrÀmpfe (Spasmen) und können somit, insbesondere in Kombination mit einem Schmerzmittel wie Paracetamol, aber auch allein, Menstruationsbeschwerden lindern", erklÀrt Criswell.

"BewĂ€hrt haben sich ebenfalls pflanzliche Arzneimittel. Es gibt zum Beispiel PrĂ€parate mit Mönchspfeffer, HirtentĂ€schelkraut oder Ingwer. Diese Arzneimittel sind als FertigprĂ€parat in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen in der Apotheke erhĂ€ltlich. Die Anwendung sollte ĂŒblicherweise ab drei bis fĂŒnf Tage vor Beginn und wĂ€hrend der Menstruation mehrmals tĂ€glich erfolgen. Mitunter können auch eine regelmĂ€ĂŸige Anwendung und Geduld erforderlich sein, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen", ergĂ€nzt Criswell.

"Allein oder zusĂ€tzlich können Patientinnen auch einfache Maßnahmen wie WĂ€rmeanwendungen zum Beispiel mit Hilfe einer WĂ€rmflasche, Kirschkernkissen oder WĂ€rmepflaster durchfĂŒhren - denn die WĂ€rme entspannt die Muskulatur und löst KrĂ€mpfe. Hilfreich sein können auch eine Änderung des Lebensstils und der ErnĂ€hrungsgewohnheiten sowie Entspannungsmethoden", ergĂ€nzt Criswell. Um den eigenen Körper besser kennenzulernen, den Beginn und die StĂ€rke der Regelblutung sowie die Art, Dauer und StĂ€rke der Beschwerden festzuhalten, empfiehlt es sich außerdem, einen Regelkalender zu fĂŒhren. Vorgedruckte Exemplare gibt es kostenlos beim Frauenarzt/der FrauenĂ€rztin oder in der Apotheke.

HINWEIS: Die hier genannten allgemeinen RatschlÀge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder -behandlung. Sie können keinen Arztbesuch ersetzen.

Pressekontakt:

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