VerbÀnde, Menschen

VerbÀnde fordern: Junge Menschen in den Mittelpunkt stellen

12.12.2024 - 12:14:13

Berlin - Mit einer Themenwoche und einer Kampagne schafft die initiativeKJP Aufmerksamkeit fĂŒr die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen in Krisenzeiten und fördert das öffentliche Bewusstsein fĂŒr eine zukunftssichere Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe.

Junge Menschen und ihre Bedarfe und Themen in den Mittelpunkt stellen - das ist das Anliegen der Wissenschaftler*innen, FachverbĂ€nde, Politiker*innen und FachkrĂ€fte, die gestern in Berlin zum Fachforum "Kinder und Jugend ... HILFE! - Wie geht es jungen Menschen und was brauchen sie?" zusammenkamen. Prof. Dr. Susanne Kuger vom Deutschen Jugendinstitut und Prof. Dr. Frederick de Moll von der Shell-Jugendstudie stellten fest: Junge Menschen leben in krisenhaften Zeiten und haben Sorgen und Ängste, z. B. vor einem Krieg in Europa. Insbesondere vulnerable Gruppen haben es bei ihrem Start in ein selbstbestimmtes Leben schwer. Dennoch verspĂŒren junge Menschen Vertrauen und blicken optimistisch in die Zukunft. Sie sind politisch interessiert und wollen Gesellschaft aktiv mitgestalten.

In öffentlichen Debatten kommen junge Menschen bisher jedoch viel zu wenig vor. FĂŒr eine generationengerechte und zukunftsfĂ€hige Gesellschaft mĂŒssen die BedĂŒrfnisse junger Menschen ernstgenommen und in den Fokus gerĂŒckt werden. Gerade in politisch bewegten Zeiten - die denkwĂŒrdigen Landtagswahlen in drei ostdeutschen BundeslĂ€ndern liegen hinter uns, der Bundestagswahlkampf hat bereits begonnen und die vielen gesellschaftlichen Herausforderungen sind allgegenwĂ€rtig - ist es unumgĂ€nglich, jungen Menschen Gehör zu verschaffen und sie ernsthaft zu beteiligen. Die Veranstalter des Fachforums, zusammengeschlossen in der initiativeKJP, setzen sich dafĂŒr ein.

"Wenn die Belange junger Menschen betroffen sind, mĂŒssen junge Menschen strukturell-institutionell und wirksam eingebunden werden. Die neue Bundesregierung sollte Jugendbeteiligung auf Bundesebene stĂ€rken und gesetzlich verankern."

Kirstin Weis, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin, Deutscher Bundesjugendring (DBJR)

"Dort, wo Kinder und Jugendliche in ihren Rechten, Interessen und Potenzialen gestĂ€rkt werden, sind die Ressourcen unserer Gesellschaft am besten eingesetzt! Genuine Orte dafĂŒr sind die der Kinder- und Jugendarbeit. Die kulturelle Kinder- und Jugendbildung trĂ€gt mit ihren vielfĂ€ltigen Angeboten erheblich zu Chancengerechtigkeit bei. Eine tragfĂ€hige und zukunftsorientierte Kinder- und Jugendpolitik muss auskömmliche Ressourcen zur VerfĂŒgung stellen und stabile Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe ermöglichen."

Ute Handwerg, Vorsitzende, Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ)

Was junge Menschen brauchen

In dem Fachforum wurde außerdem im Diskurs der Wissenschaftler*innen mit Dominik Ringler vom Kompetenzzentrum Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg und Mitglied der SachverstĂ€ndigenkommission des 17. Kinder- und Jugendberichts, Jana Borkamp, Abteilungsleiterin Kinder und Jugend im Bundesjugendministerium, und zahlreichen Stimmen aus der Kinder- und Jugendhilfe herausgearbeitet, wie junge Menschen und ihre Anliegen gestĂ€rkt werden können.

Kinder und Jugendliche brauchen stabile Strukturen und ein GegenĂŒber, das es - neben familiĂ€ren Kontexten - ermöglicht, sich auszutauschen, Sorgen und Ängste zu artikulieren und auch Schutz zu erfahren. Die große Zahl Jugendlicher möchte sich beteiligen und etwas verĂ€ndern. Die Teilnehmer*innen des Fachforums waren sich einig: Es braucht RĂ€ume, wie sie die Kinder- und Jugendhilfe bietet, um gemeinsam aktiv zu werden und Gesellschaft zu gestalten.

"Viele Jugendliche wollen aktiv an der Gesellschaft mitwirken. Sie brauchen RĂ€ume, wie sie die Kinder- und Jugendarbeit, unter anderem im Sport bietet, um gemeinsam Ideen zu entwickeln und die Zukunft zu gestalten."

Stefan Raid, Vorsitzender, Deutsche Sportjugend (dsj) im Deutschen Olympischen Sportbund

"Gerade in Zeiten vielfÀltiger Krisen schafft die Kinder- und Jugendhilfe FreirÀume, in denen Vertrauen und Optimismus wachsen. In der politischen Jugendbildung können Kinder und Jugendliche positive Zukunftsvisionen entwickeln, miteinander kreativ und aktiv werden."

Ole Jantschek, Sprecher der Gemeinsame Initiative der TrÀger politischer Jugendbildung (GEMINI)

Strukturen fĂŒr junge Menschen krisenfest ausstatten

FĂŒr all das ist eine gut ausgestattete Kinder- und Jugendhilfe unabdingbar, die junge Menschen unterstĂŒtzt, begleitet und empowert. Die aktuelle Finanzierung der Kinder- und Jugendhilfe ist allerdings weder auskömmlich noch an die gesellschaftlichen Erfordernisse angepasst. Die bundeszentralen TrĂ€ger können schon jetzt ihren gesetzlich normierten Aufgaben nicht mehr ausreichend nachkommen. Gerade auch die Sparmaßnahmen auf kommunaler Ebene höhlen die fĂŒr junge Menschen so wichtigen Angebote zunehmend aus. Auf der Bundesebene geriet das zentrale Finanzierungsinstrument der Kinder- und Jugendhilfe, der Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP), 2023 durch angedrohte KĂŒrzungen bei zeitgleich rasant gestiegenen (Personal-)Kosten in Ă€ußerst schwierige Fahrwasser. Vor dem Hintergrund eines ausgesetzten Bundeshaushalts 2025 appelliert die initiativeKJP daher an eine neue Bundesregierung: Junge Menschen mĂŒssen in den Mittelpunkt der politischen und gesellschaftlichen Aufmerksamkeit gerĂŒckt werden!

Denn: Der Bund kann in Zeiten der Krise und Transformation dafĂŒr Sorge tragen, dass die Kinder- und Jugendhilfe als Struktur fĂŒr junge Menschen krisenfest ausgestattet ist. Diese im internationalen Vergleich einmalige jugendpolitische Infrastruktur in Deutschland, die der Kinder- und Jugendplan mitermöglicht, braucht eine bedarfsgerechte Finanzierung, die unter anderem langfristige Planungssicherheit schafft. DafĂŒr fordert die initiativeKJP die Aufstockung und Dynamisierung des Kinder- und Jugendplans.

"Damit junge Menschen optimistisch in die Zukunft schauen können, benötigen sie eine verlĂ€ssliche Kinder- und Jugendhilfe. Dies muss die neue Bundesregierung mit der Dynamisierung des KJP ermöglichen. Bereits 2023/2024 hat die AGJ im Schulterschluss mit zivilgesellschaftlichen Organisationen KĂŒrzungen verhindert. Mit Blick auf das kommende Jahr, in dem der KJP 75 Jahre alt wird, gilt es, hierauf aufzubauen und das zentrale Förderinstrument der Kinder- und Jugendhilfe zu stĂ€rken!"

Franziska Porst, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin, Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Kinder- und Jugendhilfe - AGJ

"Der Arbeitskreis deutscher BildungsstĂ€tten e. V. setzt sich im Verbund mit anderen TrĂ€gern der initiativeKJP fĂŒr eine starke Kinder- und Jugendhilfe ein. Eine verlĂ€ssliche, planbare, gut ausgestattete und damit wirksame Kinder- und Jugendhilfe unterstĂŒtzt und fördert Kinder und Jugendliche mit vielfĂ€ltigen Angeboten und Leistungen. Gemeinsam mehr erreichen!"

Ina Bielenberg, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin, Arbeitskreis deutscher BildungsstĂ€tten

"Eine qualitativ gute Ausstattung der Kinder- und Jugendhilfe ist eine zentrale gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht nur in wirtschaftlich guten Zeiten sichergestellt werden muss. Deshalb ist es ein Skandal, wenn Einrichtungen und Angebote vor Ort stĂ€ndig um ihre Existenz bangen mĂŒssen."

Volker Rohde, GeschĂ€ftsfĂŒhrer, Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit (BAG OKJA)

Kampagne "Deutschland hat 'nen Plan. Wir machen ihn möglich"

Die initiativeKJP wird auch weiterhin und vor allem angesichts der anstehenden Regierungsbildung fĂŒr diese Themen einstehen. Sichtbar wurde dies auch durch die im Fachforum vorgestellte Kampagne "Deutschland hat einen Plan", die ein öffentliches Bewusstsein fĂŒr eine zukunftssichere Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe schaffen will. Die Kampagne wird insbesondere auch im Vorfeld der Bundestagswahl die vielfĂ€ltigen Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sichtbar machen und die Notwendigkeit verlĂ€sslicher Strukturen fĂŒr junge Menschen verdeutlichen.

www.DeutschlandHatNenPlan.de

Erfolgreiche Online-Workshops

Dass FachkrĂ€fte der Kinder- und Jugendhilfe landauf, landab nach Wegen suchen, den Anliegen der Kinder und Jugendlichen mehr Sichtbarkeit zu verleihen, zeigt die ĂŒberwĂ€ltigende Resonanz auf die Online-Workshops, die neben dem Fachforum im Rahmen der Themenwoche "Kinder und Jugend - HILFE! Zukunftssichere Infrastruktur fĂŒr junge Menschen gestalten" angeboten wurden. 200 FachkrĂ€fte informierten und tauschen sich aus ĂŒber die nötigen Weichenstellungen in der eigenen Organisation, um den politischen Wandel durch eine entsprechende Advocacy-Arbeit mitzugestalten. Der Erfolg der Themenwoche zeigt zudem, welche Relevanz die bundeszentralen Strukturen haben: Sie bringen Menschen zusammen, sind Arenen der Meinungsbildung, stĂ€rken die Fachlichkeit und befördern die Weiterentwicklung des gesamten Themenfeldes.

Hintergrund: Kinder- und Jugendplan des Bundes

Der Kinder- und Jugendplan (KJP) ist das zentrale Förderinstrument der Kinder- und Jugendhilfe auf Bundesebene. Seit 1950 wirkt er darauf hin, dass junge Menschen durch vielfÀltige Angebote die bestmöglichen Rahmenbedingungen erhalten, um sich zu entwickeln, sich auszuprobieren und Gemeinschaft zu gestalten.

Die durch den KJP geförderte bundeszentrale Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe trÀgt dazu bei, dass alle jungen Menschen möglichst gleiche Chancen erhalten, Benachteiligungen abgebaut werden und Risiken prÀventiv begegnet wird.

Diese bundeszentral tĂ€tigen freien TrĂ€ger der Kinder- und Jugendhilfe, etwa aus der Kinder- und Jugendarbeit und außerschulischen Kinder- und Jugendbildung (Kulturelle Bildung, politische Bildung, Kinder- und Jugendarbeit im Sport, Kinder- und Jugendverbandsarbeit, internationale Jugendarbeit, Offene Kinder- und Jugendarbeit), aber auch aus der Jugendsozialarbeit, den Hilfen zur Erziehung oder dem Kinder- und Jugendschutz, sorgen dafĂŒr, dass Anliegen und Bedarfe junger Menschen hör- und sichtbar werden. Sich fĂŒr sie einzusetzen, heißt, sich fĂŒr die gut 20 Millionen junge Menschen in Deutschland stark zu machen. Der KJP ist damit eine Investition in Demokratie, Generationengerechtigkeit und gesellschaftliche Weiterentwicklung.

Hintergrund: initiativeKJP

Die initiativeKJP wurde 2023 vor dem Hintergrund drohender KĂŒrzungen des KJP ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, dieses zentrale Förderinstrument der Kinder- und Jugendhilfe auf Bundesebene langfristig und nachhaltig zu stĂ€rken. In der initiativeKJP sind sieben bundeszentrale VerbĂ€nde zusammengeschlossen, die ĂŒber den KJP gefördert werden. Dazu gehören:

Pressekontakt:

Susanna M. Prautzsch
im Auftrag der initiativeKJP

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ)
030 48 48 60 -18
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