Ein Jahr Krieg in Gaza: Kinder haben alles verloren
28.09.2024 - 04:30:00Die Situation der Kinder in Gaza:
TodesfÀlle und Verletzungen: Nach SchÀtzungen wurden seit Ausbruch des Gaza-Krieges 15.000 Kinder getötet und viele Zehntausend Kinder verletzt - davon etliche mit bleibenden SchÀden. Breyer sagt: "Selbst in ausgewiesenen humanitÀren Zonen gibt es keine Sicherheit. Immer wieder kommt es auch hier zu AnschlÀgen. Das ist nicht hinnehmbar: der Schutz in humanitÀren Zonen muss garantiert sein."
ErnĂ€hrung: 495.000 Menschen leiden unter akuter Hungersnot. Nach wie vor wird nur eine viel zu geringe Zahl an Nahrungsmittel-Transporten ins Land gelassen. Zudem ist mehr als die HĂ€lfte aller AnbauflĂ€chen zerstört worden. Insbesondere bei Kleinkindern kann UnterernĂ€hrung schnell zum Tode fĂŒhren.
Flucht: 90 Prozent der Bevölkerung in Gaza sind auf der Flucht, etwa die HĂ€lfte davon Kinder. Die BinnengeflĂŒchteten sind gezwungen, auf engstem Raum unter menschenunwĂŒrdigen Bedingungen zu leben. Lediglich etwas mehr als 11 Prozent des gesamten Landes gelten als "humanitĂ€re Zone", in der sich die Menschen aufhalten können. Das fĂŒhrt zu einer Bevölkerungsdichte von bis 34.000 Menschen pro Quadratkilometer. Kinder auf der Flucht sind vielfachen Gefahren ausgesetzt.
Gesundheit: Von 36 KrankenhĂ€usern in Gaza sind nur noch 16 zumindest teilweise im Betrieb. Die humanitĂ€re Hilfe ist stark eingeschrĂ€nkt, es fehlt an Medikamenten und die Kinder sind geschwĂ€cht angesichts der prekĂ€ren Lebenssituation in ĂŒberfĂŒllten Lagern und mangelnder Hygiene. Dies fĂŒhrt zur Ausbreitung von Krankheiten. Mitte August wurde bei einem Kleinkind der erste Fall von Polio nachgewiesen. Immerhin gelang es inzwischen, Hundertausende Kinder zu impfen.
Besonders besorgt sind die SOS-Kinderdörfer auch um die psychische Situation der Kinder. Breyer sagt: "Ein GroĂteil von ihnen hat aufgrund der schlimmen Kriegsereignisse Traumata erlitten. Sie brauchen dringend UnterstĂŒtzung."
Bildung: Bereits 2019 wurde die Bildung der Kinder in Gaza aufgrund der Corona-Pandemie fĂŒr 14 Monate unterbrochen. Die Auswirkungen des Krieges sind noch viel weitreichender: 93 Prozent aller Schulen sind nach Auswertung von Satellitenbildern beschĂ€digt oder ganz zerstört worden, und auf der Flucht haben Kinder kaum eine Chance auf Bildung. Im Auftrag der UN haben Wissenschaftler die Bildungssituation in Gaza untersucht. Ihre EinschĂ€tzung: die Kinder verlieren bis zu fĂŒnf Jahre Schulbildung.
Petition fordert das sofortige Ende des Krieges
Die SOS-Kinderdörfer haben eine Petition ins Leben gerufen, die sich fĂŒr das sofortige Ende des Nahost-Krieges einsetzt: https://www.sos-kinderdoerfer.de/petition-gaza
Die SOS-Kinderdörfer in Israel und PalÀstina
Die SOS-Kinderdörfer weltweit unterstĂŒtzen Kinder, Jugendliche und Familien auf allen Seiten von Konflikten. Sie setzen sich weltweit, so auch in Israel und in Gaza, fĂŒr jedes Kind ein - unabhĂ€ngig von Staatsangehörigkeit, Hautfarbe, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit. Gerade in krisengeprĂ€gten Regionen sind Kinder, vor allem ohne elterliche FĂŒrsorge, akut gefĂ€hrdet. Aufgrund der langjĂ€hrigen Erfahrung in Israel und in palĂ€stinensischen Gebieten werden die SOS-Kinderdörfer auch in der derzeitigen Situation ihre Arbeit fortfĂŒhren und sich weiterhin fĂŒr Kinder und Familien einsetzen.
FĂŒr weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
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