Handyverbot an Schulen: Mehrheit der Jugendlichen dagegen
05.02.2026 - 10:00:03Insgesamt verbringen Jugendliche in Deutschland durchschnittlich 65,5 Stunden pro Woche mit verschiedenen EndgerÀten von Handy bis Spielekonsole im Internet. Das sind mehr als neun Stunden tÀglich, aber immerhin sechs Stunden pro Woche weniger als im Vorjahr. Die Internetnutzung nimmt im Vergleich zu den Jahren 2020 und 2021 zwar kontinuierlich ab, das Niveau bleibt jedoch hoch, vor allem beim Nutzen mobiler GerÀte. Das Smartphone ist bei Jugendlichen das beliebteste GerÀt, um ins Internet zu gehen. 92 Prozent der Befragten nutzen es zum Surfen. StationÀre GerÀte kommen deutlich seltener zum Einsatz. Etwa jeder zweite Jugendliche geht mit dem Tablet ins Internet, 48 Prozent mit dem Laptop, 37 Prozent mit dem Desktop-PC und 22 Prozent mit einer Spielekonsole.
"FĂŒr eine deutliche Mehrheit von 92 Prozent der 16- bis 18-JĂ€hrigen ist das Smartphone das zentrale GerĂ€t - vom Austausch mit Freundinnen und Freunden bis zum Banking", sagt Thomas Brosch, Leiter Digitalvertrieb der Postbank. "Unser Auftrag ist es, aus alltĂ€glicher Nutzung digitale Kompetenz und Cybersicherheit zu entwickeln, damit junge Menschen mobil und souverĂ€n handeln."
Mehrheit gegen Handyverbot
Die Nutzung des Smartphones wollen Jugendliche auch in der Schule nicht einschrĂ€nken - obwohl aktuelle Studien einen Zusammenhang zwischen Handynutzung und PISA-Ergebnis sehen. Die Mehrheit der befragten Jugendlichen spricht sich gegen ein generelles Handyverbot an Schulen aus. Hauptargumente sind die Bedeutung der schnellen Kommunikation mit Familie und Freunden (60 Prozent) und die NĂŒtzlichkeit von Smartphones fĂŒr Lernzwecke und Recherchen (55 Prozent).
54 Prozent der Befragten sind ĂŒberzeugt, dass sie eigenverantwortlich mit dem Smartphone umgehen können. Besonders junge Frauen betonen die Bedeutung von Selbstbestimmtheit und die Vorteile der mobilen Kommunikation. Zwei Drittel der weiblichen Jugendlichen sehen darin das wichtigste Argument gegen ein Verbot, im Gegensatz zu 41 Prozent der jungen MĂ€nner. Auch die schnelle Kommunikation ist jungen Frauen wichtiger als den mĂ€nnlichen MitschĂŒlern (63 zu 56 Prozent). Aber - vor allem junge Frauen können das Smartphone kaum aus der Hand legen: 41 Stunden verbringen sie damit pro Woche im Internet, bei den jungen MĂ€nnern sind es 34,3 Stunden.
Gleichzeitig erkennen viele Jugendliche, insbesondere MĂ€dchen, die Risiken der Smartphonenutzung im Schulalltag. 71 Prozent sehen ein Handyverbot als Möglichkeit, Ablenkungen im Unterricht zu vermeiden, 67 Prozent erwarten eine bessere Konzentration und 53 Prozent weniger Stress durch stĂ€ndige Erreichbarkeit. 45 Prozent der SchĂŒlerinnen, aber nur 19 Prozent der SchĂŒler sehen einen Vorteil des Handyverbots in einer besseren Kommunikation in den Pausen.
"Ein pauschales Handyverbot verkennt die Chancen digitaler Werkzeuge im Unterricht. Klare Regeln, Medienkompetenz und sichere, mobile Tools bringen mehr Lernerfolg und weniger Ablenkung - und passen besser zur Lebenswirklichkeit der Jugendlichen", gibt Thomas Brosch zu bedenken. "Digitale Bildung heiĂt deshalb: RĂ€ume fĂŒr konzentriertes Lernen schaffen und zugleich die StĂ€rken mobiler Kommunikation gezielt nutzen."
Hintergrundinformationen zur Postbank Jugend-Digitalstudie 2025
Die "Jugend-Digitalstudie" der Postbank untersucht seit 2019, wie sich das Leben Jugendlicher in Deutschland bezĂŒglich Digitalisierung allgemein und insbesondere in Bezug auf Finanzthemen verĂ€ndert. DafĂŒr wurden im September dieses Jahres 1.000 Jugendliche in Deutschland zwischen 16 und 18 Jahren befragt. Um eine bevölkerungsreprĂ€sentative Struktur abzubilden, erfolgte eine Gewichtung der Stichprobe nach Bundesland, Alter und Geschlecht. Als Referenzdatei wurde der Mikrozensus 2023 des Statistischen Bundesamtes zugrunde gelegt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.
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