BundesprÀsident, Frank-Walter

BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier exklusiv im ARD-Morgenmagazin: Das Entscheidende ist, dass man Zeit mitbringt und ins GesprÀch kommt.

13.09.2024 - 09:57:45

MĂŒnchen - AnlĂ€sslich seines traditionellen BĂŒrgerfestes spricht BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier im ARD-Morgenmagazin ĂŒber den Zusammenhalt der Gesellschaft "Das Ehrenamt wird nicht mehr in allen Familien vorgelebt", warnt er. Mit seinem BĂŒrgerfest wĂŒrdigt der BundesprĂ€sident das ehrenamtliche Engagement in Deutschland. Am Freitag, 13. September, werden rund 4.300 Menschen aus ganz Deutschland erwartet, die sich mit ihrem Ehrenamt in herausragender Art und Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Am Samstag, 14. September 2024, ist Tag des offenen Schlosses.

BundesprÀsident Steinmeier zum Ehrenamt in Deutschland:

"Ich sag' mal ganz verkĂŒrzt: Das Ehrenamt altert. Das hat etwas damit zu tun, dass wir mehr Ältere und weniger JĂŒngere haben. Es hat aber auch damit zu tun, dass das Ehrenamt nicht mehr in allen Familien vorgelebt wird. Will sagen, in meiner Jugend war das noch so, dass die Eltern irgendein Ehrenamt, manchmal auch zwei oder drei, innehatten und man ist da mit großer SelbstverstĂ€ndlichkeit hineingewachsen."

BundesprÀsident Steinmeier zum politischen radikalen Wahlverhalten:

"Es hat sich eine Unsicherheit breit gemacht, es gibt Akteure auf der politischen Ebene, die das GeschĂ€ft mit der Angst betreiben. [...] Man muss nun zu den Menschen hingehen. Ich bleibe zum Beispiel nicht hier im Schloss, sondern verlege regelmĂ€ĂŸig meinen Amtssitz vor allem auch in lĂ€ndliche Regionen."

"Das Entscheidende dabei ist, dass man nicht mit der schwarzen Limousine vorfÀhrt, eine Rede hÀlt und wieder fÀhrt, sondern Zeit mitbringt und ins GesprÀch kommt mit den Menschen."

"Es ist jetzt an den Parteien der demokratischen Mitte, eine Lösung fĂŒr die Themen zu prĂ€sentieren, die die Menschen umtreiben, die ihnen auch Angst oder Unsicherheit geben. Und deshalb wĂ€re es darauf angekommen, aus meiner Sicht, dass aus den BemĂŒhungen, die jetzt stattgefunden haben zwischen den Parteien der Regierungskoalition und der grĂ¶ĂŸten Oppositionspartei etwas Gemeinsames entsteht. Das ist nicht der Fall, oder sollen wir sagen, es ist bisher nicht der Fall. Ich kann auch heute Morgen noch nicht genau beurteilen, ob die GesprĂ€che weitergehen oder ob das schon zum Abschluss gekommen ist. Wenn es zum Abschluss gekommen sein sollte, dann muss eben, wenn das gemeinsame BemĂŒhen gescheitert sein sollte, dann muss eben aus dem, was vereinbarungsfĂ€hig ist, in der Koalition etwas gemacht werden, bei dem die Leute nicht nur den Eindruck haben, sondern wissen, dass es ein Beitrag zur Lösung ist."

BundesprÀsident Steinmeier bleibt optimistisch:

"Ich bin und bleibe optimistisch, vielleicht auch deshalb, weil ich viel unterwegs bin und ich mich nicht nur im politischen Berlin bewege, sondern auf die Menschen, die wir heute Abend eingeladen haben, immer wieder treffe. Und die 4.300, die kommen, die stehen ja fĂŒr Millionen, die ehrenamtliche Arbeit leisten fĂŒr die Gemeinschaft, fĂŒr dieses Land. Und leisten sie diese weiter? Ich sage ja."

Alle Zitate können mit Hinweis auf das ARD-Morgenmagazin genutzt werden.

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