Anne-Will-Nachfolge: Caren Miosga startet ihren Polit-Talk
22.01.2024 - 00:34:33 | dpa.de
Caren Miosga hat die erste Ausgabe ihrer neuen ARD-Polit-Talkshow prĂ€sentiert. Die TV-Journalistin und frĂŒhere «Tagesthemen»-Moderatorin, die die Nachfolge von Anne Will antrat, begrĂŒĂte am Abend ihren ersten Gast: den CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz. In der ersten HĂ€lfte der einstĂŒndigen Sendung «Caren Miosga» sprach die 54-JĂ€hrige mit dem Unionspolitiker. Der Titel der Sendung lautete: «Merz richtet die CDU neu aus - wird Deutschlands Zukunft konservativ?»
Miosga begrĂŒĂte die TV-Zuschauer zu Beginn ihrer Sendung so: «Wie schön, dass Sie dabei sind.»
An dem runden Tisch in dem neu gestalteten Studio in Berlin-Adlershof, das in Blau-, Grau- und Holztönen gehalten ist, nahmen in der zweiten HÀlfte der Livesendung weitere GesprÀchspartner Platz: die Journalistin der Wochenzeitung «Die Zeit», Anne HÀhnig, und der Soziologie-Professor Armin Nassehi. Es ging auch um die Frage, wie sich die CDU von der AfD abgrenze.
Derselbe Sendeplatz wie Anne Will - nach dem «Tatort»
Miosgas neuer Talk mit Studiopublikum wird sonntagabends um 21.45 Uhr im Ersten - wie auch der frĂŒhere Talk von VorgĂ€ngerin Anne Will - direkt nach der Krimi-Reihe und dem Quotengaranten «Tatort» ausgestrahlt.
Talkerin Miosga, die eine petrolfarbene Bluse, eine rostrote Hose und cremefarbene Stiefeletten trug, probiert mit ihrer neuen Sendung Elemente aus, die sich von dem VorgĂ€ngerformat absetzen. Der runde GesprĂ€chstisch, die Fokussierung auf einen GesprĂ€chspartner und die Art der KamerafĂŒhrung sind Beispiele.
Zudem holte Miosga im GesprĂ€ch mit Merz plötzlich eine schwarze Lampe unterm Tisch hervor. «Geht Ihnen schon ein Licht auf, Herr Merz?», fragte sie. Der CDU-Politiker antwortete: «Das ist eine Schreibtischlampe, so wie sie frĂŒher in den 50er und 60er Jahren in allen Amtsstuben auf den Schreibtischen stand.» Miosga legte nach: «Wir haben hier gewissermaĂen zwei Originale aus dem Hochsauerland am Tisch.» Es handele sich um ein DesignerstĂŒck aus Arnsberg. Merz ist auch aus dem Sauerland. Sie leitete auf die CDU-Politik ĂŒber.
Konfrontation mit «Micky-Maus»-Heft und StĂŒck Fleisch
Dass Moderatoren ihre TalkgĂ€ste mit GegenstĂ€nden konfrontieren, um GesprĂ€chsinhalte zu untermauern, kommt in deutschen TV-Talkformaten bislang eher selten vor. Die ProSieben-Moderatorin und Ex-«Tagesschau»-Sprecherin Linda Zervakis hatte im Herbst 2021 in einem Talk mit den damaligen drei Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (GrĂŒne) und Armin Laschet (CDU) ein jahrzehntealtes «Micky-Maus»-Heft in die Luft gehalten, in dem es schon um das Thema Klimawandel ging. Oder der «Bild»-Journalist Paul Ronzheimer hatte 2021 der GrĂŒnen-Politikerin Baerbock in einem Talk mal ein riesengroĂes StĂŒck Fleisch prĂ€sentiert, um ĂŒber das Thema Grillen zu sprechen.
Miosga konkurriert im öffentlich-rechtlichen Fernsehen im Bereich Polit-Talk mit Sandra Maischberger («maischberger») und Louis Klamroth («hart aber fair») im ARD-Gemeinschaftsprogramm Das Erste, sowie Maybrit Illner («Maybrit Illner») und Markus Lanz («Markus Lanz») im ZDF. Diese haben aber nicht den Programmplatz Sonntagabend wie Miosga.
Livesendung - gröĂere Anspannung und gröĂerer Reiz
Talkerin Miosga sagte vor der Sendung im GesprĂ€ch mit der dpa, dass ihre Talkshow live ausgestrahlt werde. «Ich glaube, es gibt noch einmal eine zusĂ€tzliche Konzentration sowohl bei der oder dem Interviewten als auch bei der Interviewerin, weil man weiĂ, es kann nicht geschnitten und nichts zurĂŒckgenommen werden.» Die 54-JĂ€hrige ergĂ€nzte: «Es ist eine gröĂere Anspannung, aber auch ein gröĂerer Reiz.»
Das Thema Wirtschaft in Polit-Talkshows hĂ€lt die Journalistin, die einem Millionenpublikum durch ihre jahrelangen Moderationen der «Tagesthemen» bekannt ist, fĂŒr ausbaubar. «Wirtschaft ist ein unterbelichtetes Thema in den politischen Talkshows.» Sie sagte im dpa-GesprĂ€ch auch: «Ich höre vermehrt aus den VorstĂ€nden den Wunsch, dass GesprĂ€chssendungen wie die unsere hĂ€ufiger ĂŒber Wirtschaft diskutieren sollten. WĂ€re ja dann aber auch schön, wenn sie sich öfter bereiterklĂ€rten, daran teilzunehmen.»
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