Auszeichnung, Vermischtes

Christine Lavant Preis 2026 geht an Laura Freudenthaler

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 10:02 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

Wien - Der literarische Beirat der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft, dem Manfred MĂŒller, Gudrun Hamböck, Alma Vallaza, Karin S. Wozonig und Erich Klein angehören, hat nach eingehenden Beratungen vorgeschlagen, die Schriftstellerin Laura Freudenthaler mit diesem Preis auszuzeichnen.

Christine Lavant Preis 2026 geht an Laura Freudenthaler - Bild: presseportal.de
Christine Lavant Preis 2026 geht an Laura Freudenthaler - Bild: presseportal.de

Laura Freudenthaler zĂ€hlt seit vielen Jahren zu den anerkanntesten Schriftstellerinnen Österreichs, die auch international großes Interesse erfahren, wie die vielen Übersetzungen ihrer Werke in mehr als 14 Sprachen beweisen.

Die BegrĂŒndung der Jury

„Laura Freudenthaler, die in Salzburg geborene und in Wien lebende Autorin und Übersetzerin, steht in der sprachskeptischen, phantastischen und feministischen Tradition der österreichischen ErzĂ€hlliteratur und fĂŒgt ihr eine originelle Stimme und unverwechselbare Perspektive hinzu. Freudenthalers BĂŒcher zeichnen sich durch einen genauen Blick auf die Welt aus, sie schreibt mit einem kritischen Bewusstsein fĂŒr das, was schieflĂ€uft in der Gesellschaft, im VerhĂ€ltnis der Geschlechter, im Umgang mit der Natur. Wie im Werk Christine Lavants ist auch in Freudenthalers ErzĂ€hlungen und Romanen die Literatur Ausdruck individueller Wahrnehmung und zugleich Werkzeug der Beobachtung des großen Ganzen.

Seit ihrem ErzĂ€hlband „Der SchĂ€del von Madeleine. Paargeschichten“ (2014) probt Freudenthaler immer wieder neue literarische ZugĂ€nge zu gelingenden und misslingenden zwischenmenschlichen Beziehungen, prĂ€zise, lapidar, mit der Kunst der poetischen NĂŒchternheit. Im Zentrum ihres DebĂŒtromans „Die Königin schweigt“ (2017) stehen ein Frauenschicksal, dessen tragische Wendungen in einer kristallinen Sprache erzĂ€hlt werden, und die Frage nach der Möglichkeit, sich aus einem Leben heraus zu erzĂ€hlen. In ihrem zweiten Roman „Geistergeschichte“ (2019) bringt die unzuverlĂ€ssige ErzĂ€hlerin das GefĂŒge der Geschichte ins Wanken und mit „Arson“ (2023) liefert die Autorin einen ebenso eleganten wie grausamen Beitrag zur Climate-Fiction, greift aber auch weit ĂŒber dieses Genre hinaus. In ihrem jĂŒngsten Roman „Iris“ (2026) seziert Freudenthaler unsere Gegenwart und zeigt eindrĂŒcklich, dass sich Machtmissbrauch in die Körper einschreibt und niemand davon unberĂŒhrt bleibt.

Laura Freudenthalers Figuren stehen in einem erzĂ€hlerischen Kosmos der beilĂ€ufigen Ungeheuerlichkeit, der aus dem individuellen Erleben und Erfahren ein Abbild einer Welt an der Kippe, am Rande des Untergangs macht. Die diesjĂ€hrige PreistrĂ€gerin des Christine-Lavant-Preises schreibt in konzentrierten ErzĂ€hlbewegungen, dicht und schnörkellos, ĂŒber die großen Themen, ĂŒber IdentitĂ€t und Körpererfahrung, Erinnerung und Verlust, ĂŒber das Gelingen und das Scheitern, ĂŒber Klimakatastrophe und weibliche Selbstbehauptung Geschichten, die man nicht mehr vergisst“.

Laura Freudenthaler

Geboren 1984 in Salzburg, lebt und arbeitet in Wien.

Sie debĂŒtierte 2014 mit dem ErzĂ€hlband „Der SchĂ€del von Madeleine“. FĂŒr ihren Roman „Die Königin schweigt“ (217) erhielt sie den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis. Dieser wurde 2018 als bester deutschsprachiger DebĂŒtroman beim „Festival du premier Roman“ in ChambĂ©ry ausgezeichnet. FĂŒr „Geistergeschichte“ (2019), ihren zweiten Roman, erhielt sie den Literaturpreis der EuropĂ€ischen Union. 2020 gewann sie den 3at-Preis bei der Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt fĂŒr ihren Text „Der heißeste Sommer“. 2024 wurde sie mit dem Anton-Wildgans-Preis ausgezeichnet.

Zuletzt erschienen im Jung und Jung Verlag Salzburg: „Arson“ (2023) und der Roman „Iris“ (2026), der im MĂ€rz 2026 zum dritten Mal auf Platz eins der ORF-Bestenliste war und der nun fĂŒr die Longlist zum österreichischen Buchpreis 2026 nominiert wurde.

Auszeichnungen:

2024 Reinhard-Priessnitz-Preis

2024 Outstanding Artist Award in der Sparte Literatur

2024 Anton-Wildgans-Preis

2023 Buchpreis der Salzburger Wirtschaft

2021 manuskripte-Preis

2021 Droste-Förderpreis

2020 3sat-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

2019 Literaturpreis der EuropÀischen Union

2018 Festival du premier ChambĂ©ry – bester deutschsprachiger DebĂŒtroman

2018 Literaturpreis der Stadt Bremen

Franziska Hackl

Die österreichisch-schweizerische Schauspielerin Franziska Hackl ist seit der Spielzeit 2024/2025 festes Ensemblemitglied am Burgtheater, davor war sie u.a. Ensemble Mitglied am Staatstheater Mainz und dem Residenztheater in MĂŒnchen. Einem breiten Publikum ist Franziska Hackl auch aus Film und Fernsehen bekannt, hier waren es mehrere Tatort-Folgen, Landkrimis, MĂŒnchen Mord und die TV-Serie Tage die es nicht gab. Nominierungen als Beste Nachwuchsschauspielerin und die Nestroy-Nominierung als Beste Schauspielerin fĂŒr die Rolle der Medea zeugen von ihrem großen schauspielerischen Potential.

Noreia String Quartet

Das Noreia String Quartet besteht aus vier jungen Musikerinnen*, die sich in ihrem Schaffen dem Erarbeiten von außergewo?hnlichen und zeitrelevanten Konzertkonzepten verschrieben haben. Gemeinsam teilen sie das Interesse daran, verborgene Scha?tze auszugraben und sie auf die Bu?hne zu bringen. Durch ein vielfa?ltiges und lebendiges Programm, das Zusammenwirken mit anderen Kulturbereichen und das Experimentieren mit der Publikumssituation, spielt das Noreia String Quartet gerne mit den manchmal allzu strengen Grenzen eines klassischen Konzertsettings.

Der Christine Lavant Preis

Der Christine Lavant Preis wurde von der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft 2016 ins Leben gerufen, um an die Dichterin und ihr großartiges Werk zu erinnern. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis fĂŒr Lyrik und Prosa wĂŒrdigt Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in ihrem literarischen Schaffen – so wie auch Christine Lavant – einen hohen Ă€sthetischen Anspruch mit humaner Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen. Der Preis wird auf Vorschlag der international besetzten Jury an Personen vergeben, die in deutscher Sprache schreiben und die von der Öffentlichkeit bereits als wichtige literarische Stimmen wahrgenommen wurden. Kathrin Schmidt, Bodo Hell, Klaus Merz, Angela Krauß, Judith Schalansky, Maja Haderlap, Alois Hotschnig, Yevgeniy Breyger, Ann Cotten und Ulrike Draesner sind die bisherigen 10 PreistrĂ€gerInnen.

Matinee und Preisverleihung

Der Christine Lavant Preis wird auch dieses Jahr wieder im Rahmen einer festlichen Matinee am Sonntag, 4. Oktober um 11 Uhr verliehen.

Im Burgtheater Kasino am Schwarzenbergplatz wird die österreichisch-schweizerische BURG-Schauspielerin Franziska Hackl aus Briefen und aus dem Werk von Christine Lavant lesen, musikalisch umrahmt vom Noreia String Quartet.

ORF Kulturchef Martin Traxl moderiert.

Sponsoren, Förderer, Mitglieder

Die AktivitĂ€ten der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft, im Besonderen die Dotierung des Christine Lavant Preises mit Matinee und Preisverleihung, werden von der KELAG, der Berndorf Privatstiftung, dem Land KĂ€rnten, der Hans Schmid Privatstiftung und durch BeitrĂ€ge der fördernden und ordentlichen Mitglieder der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft finanziell unterstĂŒtzt.

Medienpartner

Der ORF, die BURG, die Wochenzeitung DIE FURCHE, das Magazin NEWS und die APA Austria Presse Agentur begleiten die AktivitÀten der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft als Medienpartner.

Weitere Informationen zur Internationalen Christine Lavant Gesellschaft finden Sie auf der Website www.christine-lavant.com

Pressekontakt:

Mag. Dr. Manfred MĂŒller

Vorsitzender des Literarischen Beirats

E-Mail: office@ogl.at

Dr. Hans Gasser

PrÀsident der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft

E-Mail: hans.gasser@christine-lavant.com

Original-Content von: Internationale Christine Lavant Gesellschaft ĂŒbermittelt durch news aktuell

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