Massive, TierquÀlerei

Massive TierquĂ€lerei bei Westfleisch-Zulieferbetrieben aufgedeckt - Videos zeigen kranke, verletzte und tote Schweine - ausschließlich Tierwohl-StĂ€lle der Haltungsstufe 2 & 3 betroffen

23.04.2025 - 06:05:00

Coesfeld - ANINOVA (ehemals Deutsches TierschutzbĂŒro) liegen aus drei Westfleisch-Zulieferbetrieben erschreckendes Bildmaterial vor. Die Aufnahmen zeigen kranke und verletze Schweine, die augenscheinlich nicht tierĂ€rztlich behandelt werden. Zum Teil haben die Tiere sehr schwerwiegende Verletzungen, andere sind bereits verstorben und werden von ihren Artgenossen gefressen. Betroffen sind die Kreise Borken und Steinfurt in NRW. Es sind auch Betriebe dabei, die bereits in der Vergangenheit negativ aufgefallen sind. So veröffentlichte die Tierrechtsorganisation bereits 2022 aus sieben Westfleisch-Zulieferbetrieben Tierqualaufnahmen (damals unter dem alten Vereinsnamen Deutsches TierschutzbĂŒro). Besonders schockierend ist, dass bei der aktuellen Aufdeckung ausschließlich "Tierwohl"-Betriebe der "Initiative Tierwohl" (Haltungsstufe 2) bzw. ein "Offenstall" (Haltungsstufe 3) negativ aufgefallen sind. "Die Bilder zeigen so massive GesetzesverstĂ¶ĂŸe, dass wir gegen alle drei Betriebe Strafanzeige erstattet haben", so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA e.V. Im Fokus der Kritik steht vor allem Westfleisch, denn der Konzern greift bei TierquĂ€lerei nicht ein. Weitere Informationen hier.

Aktuelles Bildmaterial aus den letzten Monaten zeigt, wie es hinter verschlossenen TĂŒren von Westfleisch-Zulieferbetrieben zugeht. Die Bildaufnahmen sind ANINOVA zugespielt worden und zeigen kranke und verletzte Schweine, die offensichtlich nicht tierĂ€rztlich behandelt werden, obwohl dies dringend notwendig wĂ€re. Teilweise wurden die Betriebe mehrfach dokumentiert, um aufzuzeigen, dass das Fehlverhalten der Verantwortlichen kein Einzelfall ist. In vielen FĂ€llen sind die Tiere einfach sich selbst ĂŒberlassen worden; es kommt zu Kannibalismus und schwerwiegenden Erkrankungen wie riesigen Abszessen, massiver Lahmheit, großflĂ€chigen, blutenden Wunden und NabelbrĂŒchen. "Manchen Tieren hĂ€ngen regelrecht GedĂ€rme heraus", sagt Peifer. Immer wieder sind auch tote Schweine vorgefunden worden.

Zwei der Schweinemastbetriebe liegen im Kreis Steinfurt in NRW. In den letzten Jahren sind bereits mehrere Betriebe in diesem Kreis negativ aufgefallen. Auch die aktuellen Bildaufnahmen stammen aus Betrieben, die in 2019 bzw. 2022 bereits dokumentiert und angezeigt worden sind. In dem Zuge hat auch das zustÀndige VeterinÀramt bereits MissstÀnde in den Betrieben vorgefunden und Auflagen erteilt. Schon damals hat einer der Betriebe an Westfleisch geliefert. "Doch noch immer werden in den Betrieben Tiere gequÀlt, teilweise sogar noch schlimmer als in den vergangenen Jahren", so Peifer.

Besonders ĂŒbel sind die ZustĂ€nde in einem "Offenstall" in der Ortschaft Emsdetten. In dem Betrieb werden rund 600 Tiere gehalten. Den Schweinen steht ein Auslauf zur VerfĂŒgung. Das Fleisch der Tiere wird exklusiv bei EDEKA unter dem Label "Bauern Liebe" als Haltungsstufe 3 verkauft. "Ausgerechnet in diesem Stall ist der Zustand der Tiere besonders schlecht", empört sich Peifer. Die Videoaufnahmen zeigen mehrere Schweine mit großflĂ€chigen, blutenden Wunden und NabelbrĂŒchen. Aus anderen Wunden tritt Eiter aus, einige Tiere können aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen und liegen fest. Andere haben massive Verletzungen, humpeln und sind krank. "Es sind ZustĂ€nde aus einem Horrorfilm", so Peifer. Und obwohl auf Werbebildern im Internet mit einer Einstreu aus Stroh geworben wird, ist auf den Aufnahmen der Undercover-Recherche nichts davon zu sehen.

Die ZustĂ€nde in dem Betrieb in IbbenbĂŒren sind Ă€hnlich katastrophal. In den Stallungen werden rund 4.000 Tiere gehalten. Hier wurde ein totes Schwein von den Artgenossen regelrecht aufgefressen. Es hĂ€ngen GedĂ€rme aus dem Tier. "Es ist unglaublich ekelhaft", sagt Peifer. Zudem haben viele Tiere Verletzungen und NabelbrĂŒche. Auch die hygienischen ZustĂ€nde in dem Stall sind untragbar, dabei nimmt der Betrieb an der "Initiative Tierwohl" teil, das Fleisch der Tiere wird im Supermarkt als "Tierwohl"-Fleisch, Haltungsstufe 2, verkauft.

Auch der Betrieb in Stadtlohn, Kreis Borken nimmt an der "Initiative Tierwohl" teil. Doch die ANINOVA vorliegenden Bilder haben so gar nichts mit einer artgerechten Haltung zu tun. In dem Betrieb werden rund 3.500 Tiere gehalten. Gleich mehrfach hat sich ein Recherche-Team in die Stallung geschlichen, um die dortigen ZustĂ€nde zu dokumentieren. Die Bilder zeigen kranke und stark verletzte Schweine. Teilweise haben die Tiere blutige Kratzspuren, geschwollene Augen, entzĂŒndete SchwĂ€nze, Beulen und NabelbrĂŒche. Einige Tiere können sich nicht mehr aufrichten, andere sind bereits verstorben und werden von noch lebenden Schweinen angefressen. "Auch die ZustĂ€nde in diesem Westfleisch-Zulieferbetrieb sind nur schwer zu ertragen", sagt Peifer. Dabei mĂŒsste es der Betreiber eigentlich besser wissen, denn er war vor einigen Jahren im Vorstand des Lobbyvereins "Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V." (kurz ISN). Zudem handelt es sich bei dem Betrieb um einen anerkannten Ausbildungsbetrieb. "Hier wird jungen Menschen beigebracht, wie man Tiere quĂ€lt", empört sich Peifer.

Alle Betriebe wurden direkt nach der Erstellung der Bildaufnahmen bei den zustĂ€ndigen VeterinĂ€rĂ€mtern in Borken und Steinfurt angezeigt, teilweise sogar mehrfach, da die Tierhaltungen mehrfach dokumentiert wurden. Nach Informationen von ANINOVA haben die VeterinĂ€rĂ€mter in allen Betrieben MissstĂ€nde vorgefunden. In allen FĂ€llen haben die jeweiligen VeterinĂ€rĂ€mter selbst Strafanzeige erstattet. ANINOVA hat zusĂ€tzlich in allen drei FĂ€llen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft MĂŒnster erstattet.

GrundsĂ€tzlich zeigen die Bildaufnahmen grĂ¶ĂŸere Tierschutzprobleme als 2022 und das, obwohl Westfleisch mehrfach öffentlich beteuert hat, sich zu bessern und mehr Kontrollen durchzufĂŒhren. Doch stattdessen hat der Schlachtgigant offenbar nur ein Gewinnspiel unter seinen SchweinemĂ€stern durchgefĂŒhrt. Ziel war es, dass ein Schild mit der Aufschrift "Genesungsbucht" an den Krankenbuchten montiert wird. Davon sollten die Landwirt*innen ein Foto erstellen und an eine WhatsApp Nummer schicken. Der gewinnenden Person winkte ein Gutschein ĂŒber ein e-Bike im Wert von 3.000 Euro. "So sieht offenbar Tierschutz bei Westfleisch aus", kommentiert Peifer und ergĂ€nzt abschließend: "Der beste Weg, den Tieren zu helfen, ist sie nicht mehr zu essen. Eine pflanzliche ErnĂ€hrung, ohne Fleisch und andere tierische Produkte, ist heute so einfach wie nie".

Bildmaterial kann angefordert werden.

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