Niedersachsen, Hamburg

Töten oder auswildern? Hamburger Wolf unter Beobachtung

01.04.2026 - 12:35:38 | dpa.de

Das Tier, das in Hamburg eine Frau verletzt hat, wurde nach Niedersachsen gebracht. Wie es mit ihm weitergeht, ist offen. Welche Optionen jetzt im Raum stehen.

In Niedersachsen leben mehr als 500 Wölfe. (Symbolbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Zukunft des Wolfes, der eine Frau in Hamburg verletzt hat, ist weiter ungewiss. Das Tier wurde inzwischen nach Niedersachsen gebracht, wie das Umweltministerium in Hannover bestÀtigte. Wohin genau, wollte ein Sprecher auf Nachfrage allerdings nicht preisgeben, um den Wolf und die beteiligten Menschen keinem Trubel auszusetzen.

«Man guckt sich jetzt erstmal an, wie ist der Zustand des Wolfes, lÀsst ihn zur Ruhe kommen und wird entscheiden, was dann mit ihm passiert», sagte der Sprecher. «Es ist schon gefordert worden, das Tier jetzt zu töten. Das muss entschieden werden.» 

Entscheidung soll möglichst bald fallen

Eine Tötung eines gefangen genommenen Tieres wÀre demnach ein Sonderfall. «Das wÀre trotzdem womöglich eine Option, aber ich kann da nichts vorwegnehmen.» Möglicherweise werde das Tier wieder freigelassen: «Auch eine Auswilderung wÀre eine Option», sagte der Sprecher.

Viele Fragen sind damit nach wie vor offen – auch, wie lange der Wolf in seiner jetzigen Station bleiben soll, von wo er nach Hamburg kam und ob nun die Behörden in Niedersachsen oder aber in Hamburg fĂŒr das Tier zustĂ€ndig sind.

Der Ministeriumssprecher erklĂ€rte, man könne ein Wildtier, das nicht an die Gefangenschaft gewöhnt ist, nicht sehr lange in einem Gehege belassen, das darauf womöglich gar nicht ausgelegt sei. «Deshalb muss schon kurzfristig und zeitnah entschieden werden, was mit dem Tier passieren soll.» Es mĂŒsse geklĂ€rt werden, ob es womöglich in ein anderes Gehege verbracht werden kann – oder man entscheide sich fĂŒr eine andere Lösung.

Gerade junge Wölfe streifen durch Wohngebiete

Die Wahrscheinlichkeit eines Wolfsangriffs auf einen Menschen in Niedersachsen bezeichnete der Sprecher als «nicht grĂ¶ĂŸer oder kleiner» als vor dem Vorfall in Hamburg. Gerade bei jungen Wölfen sei es bereits vorgekommen, dass diese auch in Wohngebieten herumstreifen. Es handele sich um Wildtiere, dessen mĂŒsse man sich bewusst sein.

Wer einem Wolf begegne, solle die Ruhe bewahren und sich dem Tier nicht nĂ€hern, sondern sich möglichst entfernen. Im Zweifel sollten Betroffene die Polizei, das ForstbĂŒro oder die JĂ€gerschaft anrufen.

In Niedersachsen leben mehr Wölfe als in den meisten anderen BundeslÀndern. SchÀtzungen zufolge gibt es landesweit mehr als 500 Wölfe.

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