Jury-Auswahl, Strafprozess

Jury-Auswahl im Strafprozess gegen Alec Baldwin

09.07.2024 - 18:57:30 | dpa.de

Der Strafprozess gegen Hollywood-Star Alec Baldwin nach einem tödlichen Schuss beim Dreh des Westerns «Rust» lÀuft. Als Erstes wird eine Jury ausgewÀhlt.

Alec Baldwin auf dem Weg in das GerichtsgebÀude. - Foto: Ross D. Franklin/AP/dpa
Alec Baldwin auf dem Weg in das GerichtsgebÀude. - Foto: Ross D. Franklin/AP/dpa

Auftakt im Strafprozess gegen Alec Baldwin: Mit der Auswahl von zwölf Geschworenen im Gericht von Santa Fe (US-Bundesstaat New Mexico) startet das Verfahren gegen den Schauspieler wegen fahrlÀssiger Tötung. Der Star aus Filmen und Serien wie «Jagd auf Roter Oktober», «Blue Jasmine» oder «30 Rock» traf in Begleitung seiner Ehefrau Hilaria Baldwin (40) vor Gericht ein. Auf Fragen von Reportern reagierte der 66-JÀhrige nicht, wie der Sender Court TV berichtete.

Aus einem Kandidaten-Pool mĂŒssen Anklage und Verteidigung zunĂ€chst ein Dutzend Geschworene und eine Handvoll Ersatz-Juroren auswĂ€hlen. Danach kann das Verfahren mit den EröffnungsplĂ€doyers beginnen. FĂŒr den Prozess hat die Richterin knapp zwei Wochen angesetzt. Dabei sind Kameras zugelassen - per Livestream wird das Verfahren verbreitet. Im Zeugenstand werden unter anderem Filmschaffende, Ermittler und Waffenexperten erwartet. Am Ende mĂŒssen zwölf Geschworene ein Urteil fĂ€llen. Bei einem Schuldspruch drohen Baldwin bis zu 18 Monate Haft.

Der tödliche Vorfall am Western-Set

Die Anklage geht auf einen Schuss-Vorfall am Film-Set des Westerns «Rust» zurĂŒck. Am 21. Oktober 2021 zĂŒckte Hauptdarsteller Baldwin bei Proben einen Revolver. Doch statt harmloser Patronen löste sich scharfe Munition. Die Kugel durchbohrte Kamerafrau Halyna Hutchins (42) und traf dann den hinter ihr stehenden Regisseur Joel Souza an der Schulter. Hutchins - Mutter eines damals neunjĂ€hrigen Sohnes - starb kurz danach; Souza kam mit leichteren Verletzungen davon.

Baldwin hatte in Interviews beteuert, dass er den Abzug der Waffe nicht betÀtigt habe. Bei der Anklage im Januar plÀdierte der Schauspieler und Produzent auf «nicht schuldig». Einem Gutachten von Schusswaffenexperten zufolge muss der Abzug aber betÀtigt worden sein.

Baldwins AnwÀlte punkten vor Prozessbeginn

In den Vorverhandlungen setzten sich die Verteidiger mit einem Antrag durch, dass in dem Verfahren nur Baldwins Rolle als Schauspieler relevant ist. Die Staatsanwaltschaft dagegen wollte Baldwins weitere Funktion als Mit-Produzent des Westerns vorbringen - mit dem Argument, er habe in dieser Aufgabe Sicherheitsauflagen missachtet, Druck auf Filmschaffende am Set ausgeĂŒbt und sie damit in Gefahr gebracht. 

Die AnklĂ€ger wiederum erhielten vorab von der Richterin grĂŒnes Licht, den Geschworenen Videos zu zeigen, in denen Baldwin am Set mit Waffen hantiert. Sie möchten damit unter anderem zeigen, dass der Schauspieler bei den Dreharbeiten leichtsinnig agierte.

FrĂŒherer Schuldspruch gegen Waffenmeisterin

In einem separaten Prozess war die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed, die am Set von «Rust» fĂŒr Waffensicherheit zustĂ€ndig war, wegen fahrlĂ€ssiger Tötung schuldig gesprochen worden. Sie hatte die Waffe, die scharfe Munition enthielt, geladen. Im April wurde sie zur Höchststrafe von 18 Monaten Haft verurteilt.

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