Auszeichnung, Medien

DOK Leipzig: Vom MDR gestiftete Preise gehen an „Peacemaker“ und „Welded Together“

02.11.2025 - 11:36:28

Leipzig - Beim 68. Internationalen Leipziger Festival fĂŒr Dokumentar- und Animationsfilm hat der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) als Kooperationspartner auch in diesem Jahr zwei Preise gestiftet: Die „Goldene Taube Langfilm“ im „Internationalen Wettbewerb Dokumentarfilm“ sowie der MDR-Preis „Bester OsteuropĂ€ischer Film“ wurden am 1. November 2025 in Leipzig verliehen.

Die vom MDR jĂ€hrlich seit 2013 gestiftete und mit 10.000 Euro dotierte „Goldene Taube Langfilm“ in der Kategorie „Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm“ geht in diesem Jahr an „Peacemaker“ von Regisseur Ivan Ramljak (Kroatien 2025).

Der Film blickt auf die AnfĂ€nge des serbisch-kroatischen Krieges zu Beginn der 90er Jahre zurĂŒck. Polizeichef Josip Reihl-Kir bemĂŒhte sich entschlossen um Vermittlung zwischen den Konfliktparteien. Am 1. Juli 1991 wird er auf offener Straße auf dem Weg zu einer Friedensverhandlung ermordet. „Peacemaker“ analysiert die UmstĂ€nde, die dazu gefĂŒhrt haben, dass eine AtmosphĂ€re der Angst entstehen und der offene Terror zum Alltag werden konnte. Dabei versucht der Film nicht ungeklĂ€rte Details des Mordes aufzuklĂ€ren, sondern setzt Reihl-Kir ein Denkmal – als eine der letzten Instanzen, die sich fĂŒr Frieden einsetzten. Das zum Teil noch nie ausgestrahlte Material aus dem kroatischen Fernseharchiv vom Beginn der 1990er Jahre und aktuelle Aussagen von fĂŒnf sorgfĂ€ltig ausgewĂ€hlten Zeitzeuginnen und -zeugen, eröffnet neue Perspektiven auf die AnfĂ€nge des Krieges in Slawonien.

„Ein spezifisches Ereignis in einer ganz bestimmten Region wird hier zu einem Film von universeller Bedeutung“, hieß es in der JurybegrĂŒndung.

MDR-Preis „Bester OsteuropĂ€ischer Film“

Zudem verleiht der MDR seit 1995 im Rahmen des DOK-Festivals den mit 3.000 Euro dotierten Preis fĂŒr den „Besten OsteuropĂ€ischen Film“. Dieser geht in diesem Jahr an „Welded Together“ von Anastasiya Miroshnichenko (Frankreich, Niederlande, Belgien 2025).

Der Film handelt von Katya. Die 22-JĂ€hrige lebt seit Kurzem bei ihrer Mutter. Die Mutter trinkt und hat gerade ein Baby bekommen: Amina. Als Kind verlassen, wuchs Katya ohne ihre Mutter auf, da diese das Sorgerecht aufgrund ihrer Alkoholsucht verloren hatte. Immer wieder ĂŒbernimmt Katya die Betreuung der kleinen Schwester, wĂ€hrend die Mutter unauffindbar ist. Die RĂŒckkehr erfolgt unter Schuldbekenntnissen und mit dem Gelöbnis auf Besserung. Ihre Freundin Tanja, mit der sie eine Ă€hnliche Biografie verbindet, gibt ihr Halt. Anerkennung erfĂ€hrt Katya in ihrem Beruf als Schweißerin, fĂŒr den sie eine besondere Begabung hat.

Anastasiya Miroshnichenko portrĂ€tiert in „Welded Together“ eine junge Frau, die lange an der Vorstellung einer zusammenfĂŒgbaren Familie festhĂ€lt, obwohl vieles dagegenspricht. Indes ĂŒbernimmt das Sozialamt die Verantwortung fĂŒr Katyas und Aminas Schutz. Die Behörde wird zur ambivalenten Anlaufstelle inmitten dieses so dunklen wie schicksalstrĂ€chtigen Winters


Jury-Vorsitzende und MDR-Filmpreis-Gewinnerin 2024 Marie-Magdalena KochovĂĄ begrĂŒndet die Entscheidung der Jury wie folgt: „‚Welded Together‘ erzĂ€hlt die Geschichte von Katya, einer jungen Schweißerin in Belarus. Mit großem GespĂŒr und außergewöhnlicher NĂ€he begleitet der Film Katya bei ihrem Versuch, ihre Familie wieder zusammenzufĂŒhren. ‚Welded TogetherÂŽ ĂŒberzeugt durch seine leise ErzĂ€hlweise. Mit großer Empathie entfaltet der Film eine universelle Geschichte von StĂ€rke, FĂŒrsorge und Verantwortung. Er verzichtet auf Dramatik und gewinnt gerade dadurch an emotionaler Kraft. Was als intime Beobachtung beginnt, wird zu einem bewegenden Zeugnis menschlichen Zusammenhalts und gesellschaftlicher Verbundenheit. Ein Beispiel fĂŒr das, was dokumentarisches ErzĂ€hlen im besten Sinne leisten kann.“

MDR engagiert sich fĂŒr den Dokumentarfilm

Der MDR hat sich auch in diesem Jahr als Kooperationspartner fĂŒr den Dokumentarfilm stark gemacht und in großem Maße bei DOK Leipzig engagiert.

So veranstaltete der MDR einen MDR-Tag unter anderem mit dem „ARD TopDocs – Wettbewerb“ sowie einem „Special Screening“ im Leipziger Hauptbahnhof. Der MDR brachte zudem mit der Dokfilmnacht „DOK around the clock“ und der Kurzfilmnacht preisgekrönte Filme, bewegende Geschichten und starke Perspektiven zu den Zuschauerinnen und Zuschauern. Der MDR begleitete zudem das Festival im Radio, Fernsehen und im Netz und berichtete fĂŒr die gesamte ARD von DOK Leipzig.

Weitere Informationen können Sie gerne hier nachlesen:

DOK Leipzig 2025: MDR erneut Kooperationspartner der DOK Leipzig und Veranstalter des ARD TopDocs-Wettbewerbs

"MilliardengeschÀft Periode" von supa stories gewinnt den 14. "ARD TopDocs - Wettbewerb" | Presseportal

„DOK around the clock“: MDR feiert den Dokumentarfilm | Presseportal

Junge Stimmen, starke Geschichten: Kurzfilmnacht im MDR | MDR.DE

Pressekontakt:

MDR, Kommunikations- und Mediendesk, Tel.: (0341) 3 00 64 55, E-Mail:
[email protected]

Original-Content von: MDR Mitteldeutscher Rundfunk ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5dd63e

@ presseportal.de