Elizabeth Holmes, You Can See Everything

Elizabeth Holmes: Doku startet am 3. Dezember in Deutschland

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 14:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Dokumentation über die verurteilte Theranos-Gründerin startet am 3. Dezember in Deutschland. In den USA sorgte der Film bereits mit einem ungewöhnlich starken Auftakt und sehr positiven Kritiken für Aufmerksamkeit.

Holmes’ Haftzeit und der Kinostart

  • Elizabeth Holmes gründete Theranos und versprach Bluttests mit wenigen Tropfen Blut.
  • Der Film startet am 3. Dezember in deutschen Kinos.
  • Holmes wurde wegen Täuschung von Investoren verurteilt und soll Ende Februar 2030 entlassen werden.
Eine Dokumentation über die ehemalige Theranos-Chefin Elizabeth Holmes kommt im Dezember nach Deutschland. (Archivbild) - Bild: Jeff Chiu/AP/dpa

Dokumentation über Elizabeth Holmes startet im Dezember

Die Dokumentation «You Can See Everything» über die inhaftierte Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes kommt am 3. Dezember in die deutschen Kinos. Sony Pictures kündigte den Termin bei Instagram an, nachdem zuvor über einen deutschen Start spekuliert worden war.

Starker Auftakt in den USA

In den USA läuft der Film von Nathan Fielder und Lance Oppenheim seit Mitte Oktober. Am ersten Wochenende spielte die Produktion in 855 Kinos 15 Millionen US-Dollar ein.

Damit verzeichnete «You Can See Everything» nach Angaben aus der Branche den besten Start eines nichtmusikalischen Dokumentarfilms in Nordamerika seit mehr als 20 Jahren. Die Kritiken fielen auffallend positiv aus; auch auf IMDb und Letterboxd erhielt der Film bislang sehr hohe Nutzerbewertungen.

Theranos versprach revolutionäre Bluttests

Holmes gründete Theranos und versprach, mit wenigen Tropfen Blut auch komplexe Untersuchungen durchführen zu können. Das Unternehmen erreichte in Finanzierungsrunden eine Bewertung von neun Milliarden Dollar, bevor sich herausstellte, dass die Technologie nicht wie behauptet funktionierte.

Haftantritt als Ausgangspunkt der Doku

Holmes und ihr Top-Manager Ramesh Balwani wurden wegen der Täuschung von Investoren verurteilt. Holmes trat 2023 ihre Haft an; nach aktuellen Angaben der US-Gefängnisverwaltung soll sie Ende Februar 2030 entlassen werden.

Die Dokumentation beginnt einen Monat vor ihrem Haftantritt. Nach der Festivalpremiere und dem erfolgreichen US-Start war in sozialen Medien wiederholt über einen Kinostart in Deutschland diskutiert worden. Mehrere Kinoketten kündigten den Termin nun ebenfalls an.

Der Kinostart fällt in eine Phase, in der die Geschichte von Theranos erneut öffentlich verhandelt wird. Elizabeth Holmes hatte mit dem Versprechen, komplexe Bluttests aus wenigen Tropfen Blut zu ermöglichen, zunächst Investoren, Medien und Geschäftspartner überzeugt. Der Zusammenbruch des Unternehmens machte anschließend sichtbar, wie eng technologischer Fortschrittsglaube, hohe Bewertungen und unzureichend geprüfte Behauptungen miteinander verbunden sein können.

Die Dokumentation setzt dabei nicht am Aufstieg von Theranos an, sondern begleitet Holmes im Umfeld ihres Haftantritts. Dieser Zugang verschiebt den Schwerpunkt: Im Mittelpunkt steht weniger die technische Funktionsfähigkeit der Bluttests als die persönliche Perspektive einer verurteilten Unternehmerin und die Frage, wie ein Film mit ihrer Selbstdarstellung umgeht.

Warum der Film Aufmerksamkeit erhält

Der starke US-Start ist für einen nichtmusikalischen Dokumentarfilm außergewöhnlich. Zusammen mit den positiven Kritiken und der Diskussion über mögliche Oscar-Chancen erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass der deutsche Kinostart nicht nur ein Nischenereignis für Dokumentarfilmfans wird.

Für das deutsche Publikum ist zudem relevant, dass der Film die Debatte über Verantwortung im Start-up- und Technologiebereich mit einer persönlichen Gefängnisgeschichte verbindet. Der Kinostart am 3. Dezember schafft damit einen neuen Anlass, die Theranos-Affäre und ihre Folgen auch außerhalb der USA erneut zu betrachten.

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