Elke Sommer stirbt kurz vor ihrem 86. Geburtstag
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 15:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSommers Weg nach Hollywood
- Elke Schletz wurde 1958 in Viareggio zur „Miss Viareggio“ gewählt.
- Ein italienischer Regisseur entdeckte ihr Zeitungsfoto und gab ihr den Namen Elke Sommer.
- 1964 erhielt sie für „Der Preis“ einen Golden Globe.
- 1993 heiratete sie Wolf Walther in Franken.
Elke Sommer stirbt kurz vor ihrem 86. Geburtstag
Die Schauspielerin Elke Sommer ist wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag gestorben. Sie schlief nach Angaben aus ihrem Umfeld friedlich zu Hause ein, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.
Vom Zufall in Viareggio zum Film
Sommer, die eigentlich Elke Schletz hieß, reiste 1958 in den italienischen Badeort Viareggio. Dort wurde sie zur „Miss Viareggio“ gewählt; ein italienischer Regisseur sah ihr Foto in der Zeitung und engagierte sie für einen Film.
Aus Elke Schletz wurde Elke Sommer, weil Italiener ihren Nachnamen nach ihrer Darstellung nur schwer aussprechen konnten. Der neue Name begleitete sie auf ihrem Weg zu einer internationalen Karriere.
Erfolg neben Newman und Douglas
In den frühen 1960er Jahren wurde Sommer als deutsche Antwort auf Brigitte Bardot bekannt. Sie galt als blonde, aber nicht verruchte Variante des damaligen Sexsymbols und schaffte den Sprung nach Hollywood.
1964 gewann sie für ihre Rolle in „Der Preis“ einen Golden Globe. Sommer spielte außerdem an der Seite von Paul Newman und Kirk Douglas und wurde zeitweise als neue Marilyn Monroe bezeichnet.
Auch in Deutschland ein Publikumsliebling
Deutsche Karl-May-Fans kennen sie aus „Unter Geiern“ von 1964. Darin spielte sie eine unerschrockene Farmerstochter; am Ende heiratet ihre Figur den von Götz George gespielten Farmerssohn Martin Baumann.
Sommer übernahm zahlreiche Film- und Fernsehrollen und trat später auch auf deutschen Bühnen auf. 1999 spielte sie bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg.
Verbunden mit Franken
Trotz ihrer Jahre in Los Angeles betrachtete Sommer Marloffstein bei Erlangen als ihre Heimat. Dort heiratete sie 1993 in zweiter Ehe den New Yorker Hotelmanager Wolf Walther, mit dem sie in Bayern und den USA lebte.
Neben der Schauspielerei baute sich Sommer eine zweite Karriere als Malerin auf. Ihre Verbundenheit mit Deutschland und ihre internationale Laufbahn prägten das Bild einer Künstlerin zwischen fränkischer Herkunft und Hollywood.
Elke Sommer verkörperte eine besondere Verbindung zwischen der deutschen Nachkriegsgesellschaft und der internationalen Unterhaltungsindustrie. Ihr Aufstieg begann nicht in einem etablierten Studiosystem, sondern mit einem Schönheitswettbewerb im italienischen Viareggio. Von dort führte ihr Weg zunächst in den europäischen Film und anschließend nach Hollywood.
In den 1960er Jahren stand Sommer für ein international vermarktbares Frauenbild, das Glamour mit einer bewusst bürgerlichen und deutschen Ausstrahlung verband. Ihre Rollen neben Stars wie Paul Newman und Kirk Douglas sowie der Golden Globe für „Der Preis“ machten sie zu einer der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen ihrer Generation.
Zwischen Hollywood und Franken
Ihre öffentliche Biografie blieb dabei von Gegensätzen geprägt: Hollywood und Marloffstein, internationale Filmproduktionen und deutsche Bühnen, Sexsymbol-Image und die spätere Arbeit als Malerin. Gerade diese Kombination unterschied sie von vielen anderen Stars ihrer Zeit und hielt ihre Verbindung zum deutschen Publikum über Jahrzehnte aufrecht.
Für die Erinnerung an Sommer ist deshalb nicht nur ihre Filmografie entscheidend. Sie steht auch für eine Generation deutscher Künstlerinnen, die nach dem Krieg internationale Karrieren aufbauten, dabei aber ihre regionale Herkunft sichtbar bewahrten. Ihr Tod wenige Tage vor dem 86. Geburtstag beendet ein langes Schauspielerinnenleben, dessen Anfänge auf einer zufälligen Italienreise lagen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
taz: „Elke Sommer ist gestorben: Lebensweg Richtung Hollywood“ (29.10.2026)
Der Artikel hebt Sommers Verbindung von Hollywood-Glamour und Bodenständigkeit hervor. Anders als die dpa-Meldung schildert er ausführlicher ihren Lebensweg zwischen Los Angeles und Franken sowie ihre spätere Hinwendung zur Malerei.
BR24: „Sie war nie "ganz erwachsen": Zum Tod von Elke Sommer“ (29.10.2026)
Der Bayerische Rundfunk rückt Sommers fränkische Herkunft, den Beginn ihrer Karriere in Viareggio und ihren Golden Globe stärker in den Mittelpunkt. Damit bestätigt der Beitrag den biografischen Kern und setzt einen regionalen Akzent.
Beide Beiträge würdigen Sommer als international erfolgreiche Schauspielerin mit enger Bindung an Deutschland. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung von Hollywood, Franken und ihrer späteren künstlerischen Arbeit.
