Lebensrettend bei massivem Blutverlust / BewÀhrter Einsatz von Blutkonserven an Bord von Christoph 53
13.02.2024 - 09:55:05"In mehr als der HĂ€lfte der in Mannheim geflogenen NotfalleinsĂ€tze handelt es sich um Traumapatienten, bei deren Versorgung jede Minute zĂ€hlt. Die prĂ€klinische Gabe von Blutkonserven kann hier den entscheidenden Unterschied machen", erlĂ€utert Dr. Marcus Rudolph, Leitender Hubschrauberarzt in Mannheim und Transfusionsverantwortlicher der DRF Luftrettung. Dies bestĂ€tigen auch Fachgremien. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Transfusionsmedizin und ImmunhĂ€matologie e.V., hat kĂŒrzlich in einer Stellungnahme auf den Stellenwert der frĂŒhen Verabreichung von Blutprodukten fĂŒr den Behandlungserfolg hingewiesen. "Diese Einordnung ist ein bedeutender Schritt, denn frĂŒher konnten schwer verletzte Patienten mit hohem Blutverlust am Einsatzort und im Hubschrauber nur mit einfachen Infusionslösungen versorgt werden. Erst im Krankenhaus wurden die oft lebensrettenden Blutkonserven gegeben", berichtet Rudolph.
Professionelles Netzwerk und hochqualifiziertes medizinisches Team
Das Verfahren fĂŒr den Transport von Blut- und Plasmaprodukten an Bord von Rettungshubschraubern hatte die DRF Luftrettung an ihren Stationen in Mannheim und Greifswald in Kooperation mit dem DRK-Blutspendedienst Baden-WĂŒrttemberg - Hessen sowie den UniversitĂ€tskliniken Mannheim und der UniversitĂ€tsmedizin Greifswald entwickelt. Mit einem erfahrenen medizinischen Team, NotfallsanitĂ€tern der DRF Luftrettung und NotĂ€rzten, die an den UniversitĂ€tskliniken Mannheim und Heidelberg tĂ€tig sind, sind die Manheimer Luftretter bestens fĂŒr die EinsĂ€tze gerĂŒstet: Beispielsweise wurde die gesamte medizinische Besatzung von "Christoph 53" im Jahr 2019 in der Anwendung erweiterter invasiver Notfalltechniken ausgebildet.
Die DRF Luftrettung verfĂŒgt mittlerweile auf vier ihrer Rettungshubschrauber standardmĂ€Ăig ĂŒber Blut - seit 2019 an ihren Stationen in Greifswald und Mannheim, im Jahr 2021 folgten Regensburg und Stuttgart. Die Ausweitung auf weitere Stationen ist in Planung.
Im Aufbau: BiNAR (Blut im Notarztdienst)-Register
Um die EinsĂ€tze mit prĂ€klinischer Gabe von Blutprodukten noch besser zu analysieren und daraus Handlungsempfehlungen fĂŒr die Indikation und komplexe Therapie abzuleiten, hat die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der NotĂ€rzte Deutschlands (BAND) e.V. das BiNAR (Blut im Notarztdienst)-Register initiiert. In dieses System können alle Anwender von prĂ€hospitalen Blutprodukten ihre Einsatzdaten einspeisen. Die aus dem Register abgeleiteten Erkenntnisse sollen einen wichtigen Beitrag leisten, um die Genesungschancen der betroffenen Patienten kĂŒnftig weiter zu verbessern.
Ăber die DRF Luftrettung
Die DRF Luftrettung mit Sitz in Filderstadt ist eine der gröĂten Luftrettungsorganisationen Europas. Von 32 Stationen an 30 Standorten in Deutschland aus starten die Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge der gemeinnĂŒtzigen Organisation zu ihren EinsĂ€tzen. Hierzu gehören EinsĂ€tze in der Notfallrettung, VerlegungsflĂŒge von kritisch kranken oder verletzten Personen zwischen Kliniken und RĂŒckholungen von Patientinnen und Patienten aus dem Ausland. An zwölf dieser Stationen sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an einer weiteren Station ist die Besatzung im Tagbetrieb mit erweiterten Randzeiten (6.00 bis 22.00 Uhr) einsatzbereit. An vier Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungswinde zum Einsatz. Insgesamt leistete die DRF Luftrettung 36.413 EinsĂ€tze im Jahr 2023. FĂŒr den kontinuierlichen Ausbau ihrer lebensrettenden Aufgabe ist die gemeinnĂŒtzige Luftrettungsorganisation auf finanzielle UnterstĂŒtzung angewiesen. Rund 400.000 Fördermitglieder weiĂ der DRF e.V. bereits an seiner Seite. Mehr Informationen unter www.drf-luftrettung.de
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