ââFormel Einsâ schauen, war absolutes Mussâ: MDR-Doku âPopvideos in der DDRâ erzĂ€hlt von Musikclips der 1980er Jahre
18.01.2024 - 12:00:07In der DDR gab es Popvideos in einer groĂen Bandbreite, bunten Vielfalt und kĂŒnstlerisch hochwertigen Formen. Bereits Anfang der 1970er Jahre heben die DEFA-Studios die Disco-Filme aus der Taufe. So wird beispielsweise der damalige Topstar Manfred Krug aufwĂ€ndig in Szene gesetzt. Mit dem Sichtbarmachen der Musik in Bildern und ergĂ€nzt um KĂŒnstler-Interviews bieten diese Filme einen Einblick in das Musikerleben. Damit ist die DEFA ihrer Zeit voraus.
Anfang der 1980er Jahre beginnt weltweit der Siegeszug der Popvideos: 1981 geht mit MTV als reines Musikvideoprogramm in den USA ein Sender an den Start, der den gesamten internationalen Musikmarkt verĂ€ndern wird. 1983 startet in der Bundesrepublik die Musiksendung âFormel Einsâ, die ĂŒber Jahre zu einem TV-Dauerbrenner wird. Michael Jacksons legendĂ€rer Clip zu âThrillerâ oder Videos von Depeche Mode, The Cure oder den Pet Shop Boys werden von der Jugend in Ost und West begeistert aufgenommen. Die Moderatoren Peter Illmann und Ingolf LĂŒck werden die neuen Helden einer jungen Generation.
Auch in der DDR will man mithalten: Das Fernsehen der DDR versucht, einen eigenen Musikmarkt zu etablieren â mit Musiksendungen wie âSTOP! Rockâ (eine Wertungssendung fĂŒr Rock- und PopkĂŒnstler), âKLIKâ (steht fĂŒr âKlasse im Klubâ und wurde ab 1985 einmal monatlich fĂŒr Teenager produziert) oder âBongâ.
âWir wollten modern sein, zeitgemĂ€Ă. Wir wollten natĂŒrlich mitmischen und hatten den Ehrgeiz, alle Songs, die wir prĂ€sentieren, in einem Video passend zum Thema, zum KĂŒnstler, zu AktualitĂ€t zu verpacken. Und da haben wir sehr viel Zeit und Ehrgeiz reingegebenâ, erinnert sich JĂŒrgen Karney, damals Moderator der Sendung âBongâ. In dieser Live-Sendung wurden einmal im Monat Titel aus den DDR-Popcharts zur Wertung vorgestellt. Der Siegertitel wurde mit einem Videodreh geehrt.
Titel mit Hitpotential von bekannten einheimischen Bands wie Karat, Puhdys oder Silly, aber auch von neuen Gesichtern wie Petra Zieger, Rockhaus, Datzu, Ines Paulke oder IC Falkenberg werden als Musikclips nach westlichem Vorbild produziert. âAlso âFormel Einsâ schauen, war fĂŒr mich absolutes Muss. Ich habe nach den KostĂŒmen geschaut. Bei den Videos habe ich geguckt, wie haben sie jetzt den Text umgesetzt, in welchen Film haben sie es verpackt, mit welchem Licht, was spielen Statisten fĂŒr eine Rolleâ, erzĂ€hlt SĂ€ngerin Petra Zieger in der Doku.
AuĂerdem zu Wort kommen in der MDR-Doku von Heike Sittner: IC Falkenberg, JĂŒrgen Ehle (Pankow), Mike Kilian, Reinhard Petereit (Rockhaus), Maschine (Puhdys), Arnulf Wenning, Rainer Oleak (Datzu), der damalige Produktionsleiter der DEFA Herbert Kruschke, die Regisseure Frank Heusing, Klaus Dieter Rentel und Ulrich MeiĂner, die Moderatoren Alexander Lehmberg und Peter Illmann sowie der ehemalige Amiga-Chef Jörg Stempel.
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Sie waren die Stars zum Anfassen: Wochenende fĂŒr Wochenende tingelten in der DDR Cover-Bands, Tanz-Combos und Liedermacher im Nebenberuf ĂŒbers Land und lieĂen es in den DorfgaststĂ€tten oder KulturhĂ€usern krachen. Die MDR-Doku âWie Tina Turner nach Niedertrebra kam â Amateurbands in der DDRâ von Tim Evers erzĂ€hlt ihre Geschichten und spĂŒrt einem LebensgefĂŒhl nach â zu sehen noch bis zum 11. Dezember 2024 in der ARD Mediathek.
Weiter Infos zur Doku gibt es hier: MDR-Doku ĂŒber die Liebe zur Musik: âWie Tina Turner nach Niedertrebra kam
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