Eins‘, Muss“

„‚Formel Eins‘ schauen, war absolutes Muss“: MDR-Doku „Popvideos in der DDR“ erzĂ€hlt von Musikclips der 1980er Jahre

18.01.2024 - 12:00:07

Leipzig - Die MDR-Dokumentation nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf Zeitreise in die 1980er Jahre: Entlang der Musikclips aus DDR und BRD erzĂ€hlen KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler, Regisseure und Moderatoren, unter welchen Bedingungen und mit welchem Ziel Musikclips damals entstanden sind, welche Schwierigkeiten es zu ĂŒberwinden galt oder welche Resonanz sie auf ihre Arbeit erfuhren – zu sehen am Sonntag, 21. Januar 2024, um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen; im Anschluss steht die 90-minĂŒtige Doku 30 Tage in der ARD Mediathek zum Abruf bereit.

In der DDR gab es Popvideos in einer großen Bandbreite, bunten Vielfalt und kĂŒnstlerisch hochwertigen Formen. Bereits Anfang der 1970er Jahre heben die DEFA-Studios die Disco-Filme aus der Taufe. So wird beispielsweise der damalige Topstar Manfred Krug aufwĂ€ndig in Szene gesetzt. Mit dem Sichtbarmachen der Musik in Bildern und ergĂ€nzt um KĂŒnstler-Interviews bieten diese Filme einen Einblick in das Musikerleben. Damit ist die DEFA ihrer Zeit voraus.

Anfang der 1980er Jahre beginnt weltweit der Siegeszug der Popvideos: 1981 geht mit MTV als reines Musikvideoprogramm in den USA ein Sender an den Start, der den gesamten internationalen Musikmarkt verĂ€ndern wird. 1983 startet in der Bundesrepublik die Musiksendung „Formel Eins“, die ĂŒber Jahre zu einem TV-Dauerbrenner wird. Michael Jacksons legendĂ€rer Clip zu „Thriller“ oder Videos von Depeche Mode, The Cure oder den Pet Shop Boys werden von der Jugend in Ost und West begeistert aufgenommen. Die Moderatoren Peter Illmann und Ingolf LĂŒck werden die neuen Helden einer jungen Generation.

Auch in der DDR will man mithalten: Das Fernsehen der DDR versucht, einen eigenen Musikmarkt zu etablieren – mit Musiksendungen wie „STOP! Rock“ (eine Wertungssendung fĂŒr Rock- und PopkĂŒnstler), „KLIK“ (steht fĂŒr „Klasse im Klub“ und wurde ab 1985 einmal monatlich fĂŒr Teenager produziert) oder „Bong“.

„Wir wollten modern sein, zeitgemĂ€ĂŸ. Wir wollten natĂŒrlich mitmischen und hatten den Ehrgeiz, alle Songs, die wir prĂ€sentieren, in einem Video passend zum Thema, zum KĂŒnstler, zu AktualitĂ€t zu verpacken. Und da haben wir sehr viel Zeit und Ehrgeiz reingegeben“, erinnert sich JĂŒrgen Karney, damals Moderator der Sendung „Bong“. In dieser Live-Sendung wurden einmal im Monat Titel aus den DDR-Popcharts zur Wertung vorgestellt. Der Siegertitel wurde mit einem Videodreh geehrt.

Titel mit Hitpotential von bekannten einheimischen Bands wie Karat, Puhdys oder Silly, aber auch von neuen Gesichtern wie Petra Zieger, Rockhaus, Datzu, Ines Paulke oder IC Falkenberg werden als Musikclips nach westlichem Vorbild produziert. „Also ‚Formel Eins‘ schauen, war fĂŒr mich absolutes Muss. Ich habe nach den KostĂŒmen geschaut. Bei den Videos habe ich geguckt, wie haben sie jetzt den Text umgesetzt, in welchen Film haben sie es verpackt, mit welchem Licht, was spielen Statisten fĂŒr eine Rolle“, erzĂ€hlt SĂ€ngerin Petra Zieger in der Doku.

Außerdem zu Wort kommen in der MDR-Doku von Heike Sittner: IC Falkenberg, JĂŒrgen Ehle (Pankow), Mike Kilian, Reinhard Petereit (Rockhaus), Maschine (Puhdys), Arnulf Wenning, Rainer Oleak (Datzu), der damalige Produktionsleiter der DEFA Herbert Kruschke, die Regisseure Frank Heusing, Klaus Dieter Rentel und Ulrich Meißner, die Moderatoren Alexander Lehmberg und Peter Illmann sowie der ehemalige Amiga-Chef Jörg Stempel.

Weitere MDR-Doku-Empfehlung zum Thema „Musik in der DDR“

Sie waren die Stars zum Anfassen: Wochenende fĂŒr Wochenende tingelten in der DDR Cover-Bands, Tanz-Combos und Liedermacher im Nebenberuf ĂŒbers Land und ließen es in den DorfgaststĂ€tten oder KulturhĂ€usern krachen. Die MDR-Doku „Wie Tina Turner nach Niedertrebra kam – Amateurbands in der DDR“ von Tim Evers erzĂ€hlt ihre Geschichten und spĂŒrt einem LebensgefĂŒhl nach – zu sehen noch bis zum 11. Dezember 2024 in der ARD Mediathek.

Weiter Infos zur Doku gibt es hier: MDR-Doku ĂŒber die Liebe zur Musik: „Wie Tina Turner nach Niedertrebra kam

Pressekontakt:

MDR, Presse und Information, Katrin Stolle, Tel.: (0341) 3 00 64 53, E-Mail: [email protected]

Original-Content von: MDR Mitteldeutscher Rundfunk ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/56e4c3

@ presseportal.de