Neues Gesetz zur Herzgesundheit: Effektive PrĂ€vention statt Ăpfel essen
03.09.2024 - 11:16:55Herzkreislauferkrankungen gehören zu den hĂ€ufigsten Todesursachen in Deutschland. In vielen FĂ€llen wĂ€re ein schwerer Krankheitsverlauf aber vermeidbar. Deshalb hat das Bundesgesundheitsministerium ein Gesetz auf den Weg gebracht, um die Herz-Kreislauf-Gesundheit in Deutschland zu fördern. Mit dem "Gesundes-Herz-Gesetz" sollen sowohl die FrĂŒherkennung als auch die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessert werden. Dazu sind Vorsorgeuntersuchungen bereits fĂŒr Kinder und Jugendliche, aber auch in spĂ€teren Lebensphasen vorgesehen. Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach hob bei der Vorstellung des Gesetzes hervor, dass durch diese Initiative sowohl die Lebenserwartung als auch die LebensqualitĂ€t in Deutschland erheblich gesteigert werden sollen.
"Das Gesetz ist ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn aktuelle Studien belegen, dass wir in Deutschland bei der Lebenserwartung im Vergleich mit anderen westeuropĂ€ischen LĂ€ndern stetig zurĂŒckfallen - trotz ĂŒberdurchschnittlich hoher Gesundheitsausgaben pro Kopf der Bevölkerung. DafĂŒr werden vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht. Das Gesetz des Gesundheitsministeriums setzt hier mit der PrĂ€vention an einer entscheidenden Stelle an. Die UniversitĂ€tsmedizin Frankfurt ist bereit fĂŒr diese Entwicklung, denn wir haben mit einem deutschlandweit einmaligen PrĂ€ventionsangebot die nötige Expertise und Infrastruktur hierfĂŒr bereits geschaffen", betont Prof. Dr. JĂŒrgen Graf, Ărztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der UniversitĂ€tsmedizin Frankfurt.
Am 28. August 2024 hat das Bundeskabinett den Entwurf zum "Gesundes-Herz-Gesetz" (GHG) beschlossen.
PrÀzisionsprÀvention
Prof. Dr. David Leistner, Direktor der Klinik fĂŒr Kardiologie im UniversitĂ€ren Herz- und GefĂ€Ăzentrum Frankfurt, erlĂ€utert: "Das Gesetz setzt einen klaren, sehr sinnvollen Schwerpunkt. Etwas provokant könnte man sagen 'Effektive PrĂ€zisionsprĂ€vention statt Ăpfel essen'. Ich möchte betonen, was nicht missverstanden werden sollte: Eine gesunde LebensfĂŒhrung mit viel Bewegung und gesunder ErnĂ€hrung hat fĂŒr viele potenzielle Erkrankungen einen sehr wesentlichen prĂ€ventiven Effekt. Es gibt aber gerade fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen hĂ€ufig Risiken, fĂŒr die ein ungesunder Lebensstil nicht die Ursache ist. Und genau hier setzt die Regierung jetzt erfreulicherweise an."
Beim neuen Gesetz stehen vor allem die genetisch verursachten Fettstoffwechselstörungen im Fokus, die in Deutschland weit verbreitet und fĂŒr einen GroĂteil der kardiovaskulĂ€ren Erkrankungen verantwortlich sind. Dazu zĂ€hlt vor allem die HypercholesterinĂ€mie, bei der zu viel Cholesterin im Blut vorhanden ist. Aber auch andere Fettstoffwechselstörungen, die eine deutlich erhöhte Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit sich bringen, finden Beachtung. Der entscheidende Schritt ist es, diese Hochrisiko-Patienten systematisch zu erkennen. DafĂŒr sieht das Gesetz verschiedene MaĂnahmen vor: Die Krankenkassen sollen Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren gezielt zum Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen und möglichem Risikoverhalten ansprechen und individuell zur Teilnahme an der Jugendgesundheitsuntersuchung einladen. Auch die Vorsorgeuntersuchungen fĂŒr Erwachsene sollen um Check-ups fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen erweitert werden. Weitere Angebote verfolgen ebenfalls das Ziel, PrĂ€ventionsmaĂnahmen bekannter und leichter zugĂ€nglich zu machen.
AuĂergewöhnliche Expertise in Versorgung und Forschung
FĂŒr die im Gesetz gewĂŒnschte PrĂ€vention genetischer Fettstoffwechselstörungen bietet die UniversitĂ€tsmedizin Frankfurt bereits jetzt ein deutschlandweit einzigartiges Angebot. Mit dem ersten universitĂ€ren kardiovaskulĂ€ren PrĂ€ventionszentrum hat der Standort das Konzept "PrĂ€zisionsprĂ€vention" eingefĂŒhrt. FĂŒr die Diagnostik steht nicht nur eine exzellente Bildgebung zur VerfĂŒgung, mit der bestimmt wird, ob und inwieweit das Herz-Kreislaufsystem bereits geschĂ€digt ist. Sondern es besteht die Möglichkeit und Expertise fĂŒr eine genetische Analyse bezogen auf Fettstoffwechselstörungen und eine darauf aufbauende Beratung. ErgĂ€nzt wird das Angebot durch renommierte Mediziner fĂŒr Diabetologie und Stoffwechselerkrankungen. "Auf diese und weitere Fachkenntnisse kann das Herz- und GefĂ€Ăzentrum zurĂŒckgreifen, um das ganz individuelle Risiko einer Patientin oder eines Patienten zu ermitteln. Bestehen hier besondere Risiken, erhalten die Betroffenen eine maĂgeschneiderte Therapie - meist medikamentös -, die die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung enorm senkt. Das verstehen wir unter 'PrĂ€zisionsprĂ€vention', die maĂgeblich durch die Möglichkeiten moderner UniversitĂ€tsmedizin in Frankfurt möglich wird", erlĂ€utert Prof. Leistner. Zum Einsatz kommen Therapiekonzepte, die Frankfurter Wissenschaftler um Prof. Leistner federfĂŒhrend mitentwickelt haben. In ersten Studien konnten diese AnsĂ€tze gerade bei genetisch bedingten Stoffwechselstörungen hervorragende Ergebnisse erzielen.
Die kardiovaskulĂ€re Forschung an der Frankfurter UniversitĂ€tsmedizin ist einer der stĂ€rksten VerbĂŒnde in Deutschland, die im Exzellenzcluster CPI und dem Deutschen Zentrum fĂŒr Herzkreislaufforschung (DZHK) mit einer Vielzahl beteiligter Institute international viel beachtete Erkenntnisse gewinnt. Diese reichen von der Grundlagenforschung bis zur angewandten Medizin, wie das Beispiel der hier entwickelten PrĂ€zisionsprĂ€vention zeigt.
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Pressekontakt:
Prof. Dr. David M. Leistner
Direktor der Med. Klinik 3: Kardiologie, Angiologie
UniversitÀtsklinikum Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 - 57 89
E-Mail: [email protected]
Christoph Lunkenheimer
Pressesprecher
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