Deutschland, Nordrhein-Westfalen

Bolzplatz-Spiele und Schaustellerei sind jetzt Kulturerbe

27.03.2026 - 15:00:10 | dpa.de

FĂŒnf Traditionen schaffen es neu in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes – vom Bolzplatz ĂŒber den Martinszug bis zum Maßanzug. Die Liste zĂ€hlt nun 173 EintrĂ€ge.

  • BolzplĂ€tze prĂ€gen das Miteinander in Deutschland. (Archivbild) - Foto: picture alliance / dpa
    BolzplÀtze prÀgen das Miteinander in Deutschland. (Archivbild) - Foto: picture alliance / dpa
  • Wer auf einem Bolzplatz gekickt hat, hat etwas fĂŒr das Leben gelernt. (Archivbild) - Foto: Paul Zinken/dpa
    Wer auf einem Bolzplatz gekickt hat, hat etwas fĂŒr das Leben gelernt. (Archivbild) - Foto: Paul Zinken/dpa
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Das Kicken auf dem Bolzplatz und das handwerkliche Anfertigen von Herrenbekleidung zĂ€hlen nun zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Das teilten die Kulturministerkonferenz, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und die Deutsche Unesco-Kommission mit. Das entsprechende bundesweite Verzeichnis sei um fĂŒnf Traditionen erweitert worden.

Neu hinzukamen demnach neben der Bolzplatzkultur und dem Herrenschneiderhandwerk auch die MartinsumzĂŒge mit Laternen im Rheinland, die Schaustellerkultur auf Volksfesten sowie die traditionelle kleine KĂŒstenfischerei an der OstseekĂŒste und in den BoddengewĂ€ssern.

BolzplĂ€tze werden in der Neueintragung als «Schule des Lebens» gewĂŒrdigt. «Als offener und niedrigschwelliger Begegnungsraum bringt der Bolzplatz Menschen unterschiedlicher HintergrĂŒnde zusammen und fördert soziale Kompetenzen wie Fairness, TeamfĂ€higkeit und Konfliktlösung», heißt es darin. 

Alltag, Handwerk und Brauchtum

Ähnlich bedeutsam werden die anderen NeuzugĂ€nge auf der Liste beschrieben. Das Herrenschneiderhandwerk etwa prĂ€ge als «identitĂ€tsstiftende Praxis» seit Jahrhunderten das Erscheinungsbild von Herrenbekleidung und wirke ĂŒber Mode hinaus in Kunst und Alltagskultur. 

Seit 2003 gibt es ein Abkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes der Unesco, der fĂŒr Kultur zustĂ€ndigen Organisation der Vereinten Nationen. Deutschland ist seit 2013 Vertragspartei. 

Das bundesweite Verzeichnis soll «kreative, inklusive und innovative» Kulturformen wĂŒrdigen. Es ist kein Verzeichnis der Unesco, sondern Deutschlands. EintrĂ€ge aus den nationalen Verzeichnissen können aber fĂŒr eine von drei internationalen Unesco-Listen vorgeschlagen werden.

Das deutsche Verzeichnis umfasst mit den NeuzugĂ€ngen mittlerweile 173 kulturelle Ausdrucksformen, die in Deutschland weitergegeben werden. Hinterlegt sind unterschiedlichste Traditionen – von der Berliner Technokultur bis zum Bergsteigen in Sachsen.

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