GĂ€rtnerinnen und GĂ€rtner aufgepasst: Woran erkennen Sie QualitĂ€t von Pflanzen und Gehölzen? Empfehlungen fĂŒr PrivatgĂ€rten sowie öffentliches GrĂŒn
Veröffentlicht am: 25.03.2024 um 13:44 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Auch aus gĂ€rtnerischer Sicht ist dies nun die heiĂe Phase des Neupflanzens. Viele Menschen strömen in die Baumschulen, um sich inspirieren zu lassen fĂŒr die Gestaltung des heimischen GrĂŒns und dafĂŒr neue Pflanzen und Gehölze zu kaufen. Aber auch im öffentlichen Kontext ist es nun an der Zeit, zu pflanzen und die StĂ€dte und Gemeinden auf den kommenden Sommer vorzubereiten.
Dabei stellt sich privaten wie öffentlichen Pflanzenverwender:innen die Frage: Wie erkennt man QualitÀt bei Pflanzen und Gehölzen?
GrundsĂ€tzlich bieten alle Baumschulen und Gartenbaumschulen, die Mitglied im Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. sind, Produkte an, die GĂŒtebedingungen der FLL entsprechen. Diese branchenweiten GĂŒtebestimmungen sind die Grundlage der hohen QualitĂ€t der deutschen Baumschulproduktion. Visuell aufgearbeitet und zur Anwendung fĂŒr jeden findet man die GĂŒtebestimmungen unter "Erkennen Sie QualitĂ€t". Sie finden auf der Seite QualitĂ€ts-Tipps und -Hinweise zu den unterschiedlichsten Pflanzenarten: StrĂ€ucher, Hecken, ObstbĂ€ume, ImmergrĂŒne oder Bodendecker zum Beispiel.
Die natĂŒrliche Variationsbreite bei Gehölzen lĂ€sst sich nicht in starre Regelungen pressen. Eine QualitĂ€tsbeschreibung ist nur dann praxisgerecht, wenn sie statt der Einzelpflanze eine GĂŒtegruppe mit ausreichend breiten Toleranzen beschreibt. Doch damit sind noch nicht die Unterschiede zwischen den verschiedenen Gehölzarten erfasst. Die "Technischen Lieferbedingungen fĂŒr Baumschulpflanzen" der FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung, Landschaftsbau e.V.) sind als Regelwerk zur Beschreibung von MindestqualitĂ€tsanforderungen anerkannt und Bestandteil vieler Vorschriften. Sie sollen in erster Linie bei der Gehölzabnahme und -beurteilung der Orientierung dienen.
Allgemeine Deutsche RosenneuheitenprĂŒfung (ADR)
Die Allgemeine Deutsche RosenneuheitenprĂŒfung, kurz ADR, testet neue Rosensorten an elf verschiedenen Standorten Deutschlands auf Herz und Nieren. Neben den essentiellen Eigenschaften der RosenblĂŒte oder der Blattgesundheit werden zunehmend auch klimatische Eignungen getestet. So werden vor allem Sorten ausgezeichnet, die an besonders trockenen Standorten wie etwa in Veitshöchheim (bei WĂŒrzburg) oder Geisenheim bestanden haben. Die mehrmalige BlĂŒhfĂ€higkeit verschiedener Sorten bietet darĂŒber hinaus vielen Insekten zu verschiedenen Monaten im Jahr Nahrungsperspektiven. Auf www.adr-rose.de können sich interessierte Personen einen Ăberblick ĂŒber die gesunden, vitalen Sorten verschaffen.
Durch ZĂŒchtung und Selektion sind in den letzten Jahren zahlreiche neue Gehölzsorten entstanden. Die Gehölzsortimente sind so groĂ geworden, dass der Wert der einzelnen Sorten nicht beurteilt werden kann, wenn er nicht durch eine objektive PrĂŒfung ermittelt wird. In Deutschland werden neue Sorten in der Gehölzsichtung bewertet und beschrieben. Bei Ziergehölzen wird vor allem ihr Zierwert, bei BĂ€umen ihr Wuchsverhalten beurteilt und beschrieben. Wichtige Merkmale sind auch WĂŒchsigkeit, FrosthĂ€rte, BlĂŒhverhalten und WiderstandsfĂ€higkeit gegen Krankheiten und SchĂ€dlinge. Bei AlleebĂ€umen wird insbesondere die Ausbildung der Kronenform erfasst.
Aufgrund des Klimawandels leiden viele gĂ€ngige Baumarten immer stĂ€rker unter Hitzestress. LĂ€nger anhaltende Hitzeperioden, stark verdichteter Boden, Starkregenereignisse, mangelnder Wurzelraum, aber auch Krankheiten und SchĂ€dlinge fĂŒhren dazu, dass sich BĂ€ume in der Stadt an ihrem Standort nicht immer optimal entwickeln können. Ein gesundes, stressresistentes Baumsortiment hilft dabei, dass die StĂ€dte auch in Zukunft von den Vorteilen des StadtgrĂŒns profitieren können.
ZukunftsbĂ€ume sind BĂ€ume, die besonders an die BedĂŒrfnisse der Stadt der Zukunft angepasst sind: Sie zeichnen sich aus durch eine hohe Trockenstresstoleranz und Hitzeresistenz, aber auch FrosthĂ€rte und insgesamt eine geringe AnfĂ€lligkeit fĂŒr SchĂ€dlinge und Krankheiten. Die Baumschulen im BdB kultivieren solche KlimabĂ€ume, die sehr gut an die Herausforderungen der Zukunft angepasst sind. Dabei arbeiten die Baumschulen eng mit der Forschung zusammen, die noch lĂ€ngst nicht an ihrem Schlusspunkt angekommen ist. Vielmehr werden stetig neue Baumarten und Baumsorten ausprobiert und auch das forschende Netzwerk konsequent weiter ausgebaut. So wird aktuell u.a. in Veitshöchheim, Ellerhoop, Erfurt, Quedlinburg, Stuttgart-Hohenheim und Berlin an diesem Thema gearbeitet. Zwischen einer allerersten Testung und der endgĂŒltigen Empfehlung, dass sich ein Baum tatsĂ€chlich als Zukunftsbaum eignet, können mitunter 20 Jahre liegen. Dieser sehr langwierige Prozess zeigt, wie vorausschauend Baumschulen ihre Gehölze bereits heute kultivieren, um den Bedarf an klimagerechten BĂ€umen auch weiterhin zu decken.
Die gemeinsame BroschĂŒre " ZukunftsbĂ€ume fĂŒr die Stadt" von der GALK-Gartenamtsleiterkonferenz und BdB hebt 65 Baumarten fĂŒr den Extremstandort Stadt hervor.
Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V.
Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. ist die berufsstĂ€ndische Vereinigung und Interessenvertretung der Baumschulen. Als Vertretung der rund 1.000 angeschlossenen Betriebe hat der BdB die Aufgabe, die Baumschulwirtschaft nach innen und auĂen zu stĂ€rken, wettbewerbsfĂ€hig zu machen und zu halten.
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