GroßzĂŒgige, Schenkung

GroßzĂŒgige Schenkung: Das Leopold Museum erhĂ€lt ein bedeutendes GemĂ€lde von Paula Modersohn-Becker

24.10.2024 - 11:44:48

Wien - Das SchlĂŒsselwerk der Moderne stellt eine wichtige ErgĂ€nzung der Expressionismus-Sammlung des Museums dar

Eine großzĂŒgige Donatorin ermöglichte dem Leopold Museum den Ankauf des um 1904 entstandenen ÖlgemĂ€ldes Mutter und Kind von Paula Modersohn-Becker (1876-1907). Das Meisterwerk der Wegbereiterin des Expressionismus stammt aus einer deutschen Privatsammlung und konnte Anfang Oktober in London erworben werden.

Leopold Museum Direktor Hans-Peter Wipplinger setzte nach Erscheinen des Auktionskataloges alle Hebel in Bewegung, um einen Erwerb des Kunstwerkes fĂŒr das Museum zu ermöglichen. Er erhielt das Pouvoir einer Privatperson, das GemĂ€lde um rund 380.000 Euro bei ChristieÂŽs zu ersteigern.

„Dank dieses MĂ€zenatentums war es uns möglich, ein herausragendes Kunstwerk der radikalen Vorreiterin der Moderne, Paula Modersohn-Becker, fĂŒr unsere Sammlung zu sichern. Auf diese Weise können wir dieses SchlĂŒsselwerk der Kunst des frĂŒhen 20. Jahrhunderts fortan im Leopold Museum der Öffentlichkeit zugĂ€nglich machen.“

Hans-Peter Wipplinger, Direktor des Leopold Museum

Wichtige ErgÀnzung der permanenten PrÀsentation zum Deutschen Expressionismus

Das Werk ergĂ€nzt kĂŒnftig den Saal zum Deutschen Expressionismus, der seit Sommer auf Ebene 0 des Museums zu sehen ist. Unter den 17 in der stĂ€ndigen Schau gezeigten Werken sind weitere GemĂ€lde von Modersohn-Becker als Dauerleihgaben prĂ€sentiert. Diese - aus der Sammlung des Leopold Museum wie von Dauerleihgebern stammenden GemĂ€lde - sind eingebettet in eine Auswahl herausragender Arbeiten des Deutschen Expressionismus - von Gabriele MĂŒnter und Marianne von Werefkin ĂŒber Erich Heckel, Alexej von Jawlensky und Wassily Kandinsky bis zu Ernst Ludwig Kirchner, August Macke und Max Pechstein.

Desiderat fĂŒr österreichische Museen

Das neu erworbene Modersohn-Becker GemĂ€lde des Leopold Museum ist das einzige Werk der KĂŒnstlerin in einer öffentlichen Sammlung in Wien und darum ein absolutes Desiderat fĂŒr österreichische Museen. Lediglich das Lentos Museum in Linz hat ein Werk der KĂŒnstlerin in seinem Bestand.

Paula Modersohn-Becker - Ein Leben zwischen Worpswede und Paris

Zahlreiche Bilder der KĂŒnstlerin entstanden in der norddeutschen KĂŒnstlerkolonie Worpswede, der sie sich 1898 angeschlossen hatte. Der Maler Otto Modersohn, den sie drei Jahre spĂ€ter heiratete, gehörte ebenso dieser KĂŒnstlergemeinschaft an. In dem kleinen Ort bei Bremen schuf sie zahlreiche Kinderdarstellungen, u.a. die im Leopold Museum prĂ€sentierten Werke Brustbild Elsbeth mit Blume in den HĂ€nden vor Landschaft (1901) und das im selben Jahr entstandene GemĂ€lde Drei sitzende MĂ€dchen mit StrohhĂŒten und BlumenkrĂ€nzen. Ebenfalls gezeigt wird das 1903 entstandene Bild Sitzendes MĂ€dchen mit Schafen am Weiher. Teil der Fokusschau ist auch das PortrĂ€t eines italienischen MĂ€dchens, welches Modersohn-Becker 1906 wĂ€hrend ihres letzten Aufenthaltes in Paris schuf. In diesem Jahr besuchte sie Maurice Denis, einen Hauptvertreter der KĂŒnstlergruppe Nabis. Die KĂŒnstlerin war wie dieser auf der Suche nach der „großen Einfachheit der Form“ (Paula Modersohn-Becker). Ein Jahr spĂ€ter, 1907, verstarb die KĂŒnstlerin - wenige Wochen nach der schwierigen Geburt ihrer Tochter Mathilde - im Alter von nur 31 Jahren. „Tilles“ Leben hingegen umspannte beinahe ein Jahrhundert. Sie starb 1998 im 91. Lebensjahr.

Hinwendung zu weiblichen Motiven

„In gleichem Maße, wie sie sich mit bildimmanenten Konstruktionsaspekten am Beginn der Avantgarde auseinandersetzte, beschritt die KĂŒnstlerin bei den Bildinhalten neue Wege. In der Sujetwahl sticht vor allem ihre Hinwendung zu weiblichen Motiven ins Auge. Sieht man von wenigen mĂ€nnlichen PortrĂ€ts wie jenen von Rainer Maria Rilke oder Otto Modersohn ab, so sind weibliche Figurenbilder, Mutter-Kind-Darstellungen, Kinderbilder und FrauenportrĂ€ts vorherrschend“, erlĂ€utert Hans-Peter Wipplinger in seinem Aufsatz Paula Modersohn-Becker. Zur Geschichte einer kĂŒnstlerischen und persönlichen IdentitĂ€tssuche (Hirmer Verlag, 2010). In ihren Werken spiegelt sich das einfache und lĂ€ndliche Leben, so auch in den Mutter-Kind-Bildern. Das Thema, welches vor allem in den Madonnendarstellungen der christlichen Kunst prĂ€sent ist, wird von Modersohn-Becker human und intim dargestellt, steht symbolisch fĂŒr Neuanfang und Aufbruch. Es ist keine thronende Maria mit Jesuskind, die wir sehen, sondern die Szene einer einfachen Frau, die im Schoß ihr Kind geborgen hĂ€lt, das sowohl neugierig als auch ein wenig Ă€ngstlich in die Welt blickt.

WeiterfĂŒhrende Informationen zur Fokusausstellung Deutscher Expressionismus

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