Tödliche Klicks - Soziale Medien befeuern illegalen Wildtierhandel
28.04.2026 - 10:00:00 | presseportal.deVideos, die Wildtiere als vermeintlich geeignete Haustiere inszenieren - etwa sprechende Afrikanische Graupapageien oder in Wohnungen gehaltene Servale - erzielen millionenfache Reichweiten und normalisieren ihre Haltung. Das Liken und Teilen solcher Inhalte auf Plattformen wie Instagram, YouTube oder TikTok trĂ€gt zu einer digitalen Dynamik bei, die reale Konsequenzen fĂŒr Tiere und Ăkosysteme weltweit hat.
"Kriminelle Strukturen schlagen aus der viralen Verbreitung von Wildtier-Videos gezielt Kapital. Inhalte, die harmlos oder 'niedlich' erscheinen, befeuern in Wirklichkeit Tierleid und illegalen Wildtierhandel", erklÀrt Andreas Dinkelmeyer, Kampagnenleiter des IFAW in Deutschland. Mit der Kampagne "Liked to death" macht der IFAW auf den direkten Zusammenhang zwischen Social-Media-Trends und dem illegalen Wildtierhandel aufmerksam.
Eine unabhĂ€ngige Umfrage im Auftrag des IFAW, durchgefĂŒhrt vom Marktforschungsinstitut Sapience, unter mehr als 3.700 Menschen in Frankreich, Deutschland, Spanien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich zeigt ein deutliches Spannungsfeld: Zwar sind 70 Prozent ĂŒberzeugt, dass Wildtiere keine Haustiere sind, und 84 Prozent fordern strengere EU-Gesetze. Gleichzeitig wissen drei von vier Befragten wenig oder nichts ĂŒber den Wildtierhandel, und nur rund ein Drittel ist sich der zentralen Rolle Europas bewusst.
Der weltweite Wildtierhandel zĂ€hlt mit einem geschĂ€tzten Volumen von sieben bis 23 Milliarden US-Dollar pro Jahr zu den gröĂten illegalen MĂ€rkten weltweit. Millionen Wildtiere werden jedes Jahr gefangen oder gezĂŒchtet - viele sterben bereits beim Fang und Transport, andere leiden dauerhaft unter nicht artgerechter Haltung.
Der IFAW fordert daher strengere gesetzliche Regelungen in der EU, darunter klar definierte Positivlisten fĂŒr erlaubte Haustierarten, eine konsequentere Strafverfolgung sowie eine bessere Ăberwachung des Wildtierhandels. Zugleich richtet sich ein klarer Appell an die Ăffentlichkeit: keine entsprechenden Inhalte zu konsumieren oder zu verbreiten, keine Wildtiere als Haustiere zu kaufen und verdĂ€chtige Online-Angebote zu melden.
Ăber die Kampagne
Liked to death ist eine europaweite AufklĂ€rungskampagne des IFAW. Sie basiert auf Erkenntnissen aus der globalen Arbeit des IFAW zur BekĂ€mpfung von WildtierkriminalitĂ€t sowie auf einer aktuellen europĂ€ischen Studie zu als exotischen Haustieren gehaltenen Wildtieren und einer Umfrage unter Halter:innen von solchen "exotischen Haustieren" im Vereinigten Königreich. Zum Kampagnenstart wird die breite Ăffentlichkeit im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden, Deutschland und Frankreich ĂŒber Social Media, Out-of-Home-Werbung und Kinospots angesprochen. Einzelne Materialien sind derzeit nur auf Englisch verfĂŒgbar, weitere Sprachen folgen. Mehr erfahren Sie hier.
Ăber die Studie
Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Sapience in Frankreich, Deutschland, Spanien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich aus dem Jahr 2025, an der mehr als 3.700 Personen in fĂŒnf europĂ€ischen LĂ€ndern teilnahmen, untersucht die Einstellungen der europĂ€ischen Bevölkerung zum illegalen Wildtierhandel sowie zur Wirksamkeit von AufklĂ€rungskampagnen. Link zur Studie hier.
ErgÀnzend befragte YouGov im Auftrag des IFAW im Jahr 2025 620 Halter:innen "exotischer Haustiere" im Vereinigten Königreich zu Regulierung, Herkunft der Tiere und zum Zusammenhang mit illegalem Wildtierhandel. Weitere Informationen finden Sie hier.
Ăber den IFAW
Der IFAW (International Fund for Animal Welfare) ist eine weltweit aktive gemeinnĂŒtzige Organisation fĂŒr die bessere Koexistenz von Tieren und Menschen. Wir sind in mehr als 40 LĂ€ndern der Welt und auf den Meeren im Einsatz. Wir retten und pflegen Tiere, wildern sie wieder aus und bewahren und schĂŒtzen ihre natĂŒrlichen LebensrĂ€ume. Die Probleme, denen wir uns stellen, sind drĂ€ngend und komplex. Um sie zu lösen, brauchen wir mutiges Handeln und kluges Denken. Wir arbeiten mit Gemeinden, Regierungen, anderen NGOs und Unternehmen zusammen. Gemeinsam finden wir neue und innovative Wege, damit sich alle Arten in ihrem Lebensraum entwickeln können. So geht's: www.ifaw.org
Pressekontakt:
Raphael Heinetsberger
Pressesprecher IFAW Deutschland
t: +49 (0)40 86650038
e: rheinetsberger@ifaw.org
www.ifaw.org
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