Traumatisierte Einsatzveteranen kÀmpfen um Anerkennung und EntschÀdigung durch Bundeswehr
15.05.2025 - 06:00:00Die Bundeswehr erreicht allerdings mit ihren Behandlungsangeboten selbst nach eigenen SchĂ€tzungen nur 10 bis 20 Prozent der PTBS-kranken EinsatzgeschĂ€digten. Damit könne man jedoch nicht zufrieden sein, rĂ€umt der PTBS-Beauftragte Zimmermann im Interview mit dem NDR ein, âdenn eine psychische Erkrankung, die ĂŒber lĂ€ngere Zeit schwelt, ist zwar dann immer noch behandelbar, aber es wird nicht unbedingt leichter, weil viele Mechanismen chronifiziert sind.â Bundeswehreinrichtungen registrierten nach Berechnungen des NDR seit 2011 knapp 2800 einsatzbedingte PTBS-Erkrankungen. Nach SchĂ€tzungen auf Basis einer Bundeswehrstudie dĂŒrften aber mindestens 13.000 Soldaten nach AuslandseinsĂ€tzen PTBS entwickelt haben. Oftmals wird die Diagnose jedoch erst nach Ende der Dienstzeit von zivilen Ărzten gestellt.
WehrdienstbeschĂ€digungsverfahren wegen psychischen Erkrankungen dauern deutlich lĂ€nger als Verfahren wegen körperlicher SchĂ€den. Durchschnittlich vergehen 22 Monate bis zum ersten Bescheid. Oft folgen WidersprĂŒche und Prozesse, die sich manchmal auch mehr als zehn Jahre hinziehen. Allein der bundesweit bei diesen Verfahren fĂŒhrende Wehrrechtler Arnd Steinmeyer hat nach eigenen Angaben mehrere hundert FĂ€lle jĂ€hrlich gezĂ€hlt. âWir wollen auf der einen Seite Soldaten haben, die fĂŒr die Gesellschaft in EinsĂ€tze ziehen und das Land verteidigenâ, so der LĂŒneburger Anwalt mit Blick auf die Nachwuchswerbung fĂŒr die Landes- und BĂŒndnisverteidigung. âDann muss man sich auf der anderen Seite aber auch sehr groĂzĂŒgig um diese Soldaten kĂŒmmern und kann sie dann nicht in ganz kleinteilige Verfahren reinlaufen lassen und am langen Arm verhungern lassen.â
NDR Info lĂ€sst in dem Podcast âKilled in Action â Trauma Bundeswehrâ drei Traumatisierte sowie Fachleute und Bundeswehrvertreter zu Wort kommen. Die fĂŒnf Folgen werden ab dem 15. Mai als Sonderformat des NDR Info Podcasts âStreitkrĂ€fte und Strategienâ in der ARD Audiothek und auf weiteren Podcast-Plattformen veröffentlicht (http://ots.de/Enpqc6). Im Radioprogramm von NDR Info lĂ€uft die neue Staffel ab 18. Mai um 11.04 Uhr und in Wiederholung um 17.04 Uhr. Das ARD-Magazin âPanoramaâ (NDR) berichtet heute um 21.45 Uhr im Ersten â im Fokus steht dort die einsatzgeschĂ€digte LuftlandesanitĂ€terin Annika Schröder.
In der ARD-Sendung âMitreden! Deutschland diskutiertâ auf allen ARD-Infowellen und im YouTube-Kanal der tagesschau debattiert Nina Zimmermann ab 20.15 Uhr ĂŒber das Thema âAbwehrbereit oder ausgebrannt: MĂŒssen wir Soldat*innen mehr wertschĂ€tzen?â mit dem EinsatzgeschĂ€digten Robert MĂŒller aus dem Podcast sowie NDR-Autor Christoph Heinzle und Bundeswehrvertretern. Beteiligen können sich Hörer*innen telefonisch unter 08000 44 17 77, per E-Mail-Formular und im YouTube-Chat. Weitere Infos dazu hier: https://ots.de/SB7QYQ
Der NDR Info Podcast âKilled in Actionâ beschĂ€ftigt sich seit 2019 mit verschiedenen Aspekten des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan, jetzt in der vierten Staffel. Die ehemaligen ARD-SĂŒdasienkorrespondenten Christoph Heinzle und Kai KĂŒstner sind fĂŒr den Podcast 2020 mit dem Medienpreis des Reservistenverbandes âGoldener Igelâ ausgezeichnet worden. An âTrauma Bundeswehrâ haben auch SugĂĄrka Sielaff und Timo Robben mitgearbeitet.
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