Psychologe, EM-Fail

Psychologe verrĂ€t: EM-Fail? Warum Deutschland sich nicht auf die Fußball-EM freuen konnte

31.07.2024 - 08:05:00

Hannover - Das deutsche SommermĂ€rchen sollte eigentlich ein euphorisches Ereignis werden: EM-Fahnen sollten wehen, Autospiegel mit Deutschland-Flaggen geschmĂŒckt sein und Public Viewings voller begeisterter Zuschauer ablaufen. Doch die Freude ließ bei den Deutschen bis zum Ende auf sich warten. In den Medien hieß es zwischenzeitlich sogar: "Die Welt zu Gast bei Feinden". Doch wie konnte es dazu kommen, dass das Interesse an der eigenen Heim-WM so gering ist?

Es handelt sich dabei tatsÀchlich um eine Mischung aus verschiedenen Faktoren. Ein Aspekt ist das menschliche Nervensystem, das wie ein Alarm arbeitet. Es passiert einfach zu viel in der Welt, sodass es schwer fÀllt, sich bei der EM richtig fallen zu lassen. Warum die EM-Stimmung der Deutschen auf einem Tiefpunkt war und was man aus dem Zustand des Landes lernen kann, erfahren Sie hier.

Viele Deutsche noch immer "mit den Nerven am Ende"

In den letzten Jahren jagte gefĂŒhlt eine Krise die nĂ€chste: Nach der Corona-Pandemie folgte fast unmittelbar der Krieg in der Ukraine, der wiederum die Energiekrise auslöste und die Lebenshaltungskosten massiv steigen ließ. Die Folgen dieser Ereignisse sind auch heute noch spĂŒrbar. Genau wie in einem Urlaub nach einer stressigen Phase am Arbeitsplatz braucht das Nervensystem erst einmal Zeit, um sich zu erholen und in die NormalitĂ€t zurĂŒckzufinden. Außerdem bleibt das Nervensysteme teilweise in Alarmbereitschaft. Da die verschiedenen Stresssituationen, denen wir in den vergangenen Jahre ausgesetzt waren, so lange angedauert haben, sind viele Menschen vorsichtig. Dadurch fĂ€llt es schwerer als sonst, wieder ins Gleichgewicht zu finden; selbst bei Erfolgen bleiben unterschwellige Zweifel.

VerstĂ€rkt wurde dieser Effekt durch die negative Berichterstattung der Medien ĂŒber die EM, wodurch es uns zusĂ€tzlich schwer fĂ€llt, positive Erfahrungen zu genießen. So geistern vielen Menschen noch heute die Berichte ĂŒber menschenunwĂŒrdige ZustĂ€nde bei den Vorbereitungen zur WM 2022 in Katar durch den Kopf, die auch das Bild der diesjĂ€hrigen EM trĂŒbten. Bis wieder positive Stimmung aufkommt, könnte es also noch eine ganze Weile dauern - schließlich mĂŒssen wir alle uns erst einmal von den Strapazen der letzten Jahre erholen und die Geschehnisse verarbeiten, bevor wir im Jetzt ankommen.

Aufwind und steigende Stimmung

RĂŒckblickend hat die EM dennoch zu einem positiven GefĂŒhl und einem Aufwind gefĂŒhrt. Sportliche Großereignisse wie die Fußball-EM haben stets einen Symbolcharakter: Die Erfolge der eigenen Mannschaft können als Zeichen dafĂŒr gesehen werden, dass die schlimmen Zeiten vorĂŒbergehen und einer neuen NormalitĂ€t weichen. Menschen sind außerdem soziale Wesen und fĂŒhlen sich gerne zu einer grĂ¶ĂŸeren Gruppe zugehörig.

So versetzten die Erfolge der deutschen Nationalmannschaft bei der EM auch immer mehr Menschen in Feierlaune. Es entstand ein GemeinschaftsgefĂŒhl durch gemeinsame Freude. Selbst jene, die anfangs wenig Interesse an der EM hatten, wurden mitgerissen, sodass sich die positive Stimmung zunehmend ausbreitete. Letztlich konnte die EM den Zusammenhalt stĂ€rken und wieder neue Hoffnung entflammen - ein kleines SommermĂ€rchen war die EM also trotz Niederlage.

Über Valentin Haas:

Es sind nicht allein Zahlen und Prozesse, die Unternehmen voranbringen, sondern vorrangig die mentale Kraft der Menschen dahinter. Als Psychologischer Psychotherapeut und Diplom-Psychologe steht Valentin Haas an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Psyche, um Resilienz, emotionale Intelligenz und mentale Gesundheit zu fördern. Mehr Informationen unter: https://www.valentinhaas.de

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