Belauschende, Weihnachten

c't: Belauschende Weihnachten / Risiko durch Smart-Home-GerÀte unterm Tannenbaum

18.12.2023 - 12:41:07

Hannover - Smart-Home-GerĂ€te sind nach wie vor beliebte Weihnachtsgeschenke, darunter Sprachassistenten wie Alexa, vernetzte Saugroboter oder WLAN-Kameras. Doch die smarten Helfer bergen Datenschutzrisiken, wie Europas grĂ¶ĂŸtes IT- und Tech-Magazin c't aufzeigt: Viele GerĂ€te funktionieren nur ĂŒber die Cloud des jeweiligen Herstellers und speichern dort unter anderem private Sprachaufnahmen oder sogar Kameravideos, auf die bei DatenschutzlĂŒcken auch Fremde zugreifen können.

Das zeigt ein aktueller Fall aus der Ausgabe 29/2023 des c't-Magazins. Redakteur Ronald Eikenberg untersuchte darin die Smart-Home-Kamera eines Lesers, die eine fatale Fehlfunktion aufwies: Wer die Kamera des Herstellers Netatmo - eines gĂ€ngigen Anbieters solcher Smart-Home-GerĂ€te - mit der dazugehörigen App verknĂŒpfte, konnte nicht nur die eigenen vier WĂ€nde ĂŒberwachen, sondern erhielt auch Einblick in den Alltag einer fremden Familie, die offenbar nichts von ihrem Schicksal ahnte.

Dies stellt einen empfindlichen Eingriff in die PrivatsphĂ€re dar. Der Zugriff war ĂŒber mehrere Wochen möglich und bis zuletzt war unklar, ob der Hersteller die betroffene Familie ĂŒber den Vorfall informiert hat. "Unser Leser hat Netatmo bereits Anfang Oktober auf das eklatante Problem aufmerksam gemacht, sieben Wochen spĂ€ter lieferte die Hersteller-Cloud immer noch Aufnahmen aus dem fremden Haus", kritisiert Redakteur Eikenberg. Einen Ă€hnlichen Vorfall hat c't bereits im Jahr 2019 dokumentiert: Damals machte Amazon einem seiner Kunden die höchst privaten Alexa-Sprachaufzeichnungen eines anderen Kunden zugĂ€nglich.

Wenn solche Fehler wie im aktuellen Fall auf Herstellerseite auftreten, kann man sich kaum davor schĂŒtzen. Im besten Fall informiert man sich vor dem Kauf des Smart-Home-GerĂ€ts, ob es auch ohne Zugriff auf die Hersteller-Cloud funktioniert. In diesem Fall kann man dem GerĂ€t den Internetzugang entziehen, zum Beispiel ĂŒber die KonfigurationsoberflĂ€che des Routers. Die App-Steuerung im heimischen WLAN funktioniert dann in der Regel weiterhin.

Ein weiterer wichtiger Vorteil solcher Cloud-unabhĂ€ngigen Smart-Home-GerĂ€te ist, dass sie auch dann noch funktionieren, wenn die Internetverbindung einmal ausfĂ€llt oder der Hersteller insolvent gegangen ist. FĂŒhrt kein Weg an der Cloud vorbei, sollte man zumindest das Zugangskonto ausreichend absichern, indem man ein langes, individuelles Passwort wĂ€hlt und nach Möglichkeit die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert.

Pressekontakt:

Matthias Freter
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
heise medien
[email protected]
0511 5352-344

Original-Content von: c't ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/56978a

@ presseportal.de