Marianne, Rosenberg

«Jetzt erst recht» - Marianne Rosenberg wird 70

10.03.2025 - 04:30:37 | dpa.de

Ihr Song «Er gehört zu mir» ist heute noch ein Ohrwurm. Nun feiert Marianne Rosenberg ihren 70. Geburtstag. Und das ist nicht das einzige JubilĂ€um fĂŒr die SĂ€ngerin.

Marianne Rosenberg ist aus der deutschen Musikwelt nicht wegzudenken. (Archivbild) - Foto: Britta Pedersen/dpa
Marianne Rosenberg ist aus der deutschen Musikwelt nicht wegzudenken. (Archivbild) - Foto: Britta Pedersen/dpa

Marianne Rosenberg feiert dieses Jahr sozusagen ein Triple. Neben ihrem 70. Geburtstag wird einer ihrer grĂ¶ĂŸten Hits «Er gehört zu mir» 50 Jahre alt - mit dem Ohrwurm wurde sie auch zu einer Ikone der queeren Community. Zudem steht die SĂ€ngerin mittlerweile stolze 55 Jahre auf der BĂŒhne. 

«Ich habe viel zu feiern. Das ist vollkommen verrĂŒckt», sagt sie der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die JubilĂ€en. ZunĂ€chst steht heute (10. MĂ€rz) aber erst mal der runde Geburtstag der 1955 in Berlin geborenen KĂŒnstlerin an. Ihm steht Rosenberg gelassen gegenĂŒber.

Rosenberg: Gesellschaft sperrt Dinge wie das Älterwerden aus

«Ich setze mich nicht unbedingt damit auseinander, dass die Zeit vergeht. Zeit vergeht ja auch nicht. Wir vergehen», betont sie. «Ich hadere damit nicht.» 

Interessant, sagt sie, findet sie allerdings, dass sie «das ganze Jahr lang mit 69 rumgelaufen» sei, jeder sie auf den runden Geburtstag angesprochen habe und wissen wollte, wie das ist. «Eigentlich sperrt die Gesellschaft solche Dinge wie das Älterwerden aus.» Einerseits wolle keiner altern, aber andererseits wolle keiner frĂŒh sterben.

Schon als Teenager entdeckt

Rosenberg ist aus der deutschen Musikwelt nicht wegzudenken. Entdeckt wurde sie bei einem Nachwuchswettbewerb, bereits als Teenagerin landete sie mit «Mister Paul McCartney» vor 55 Jahren ihren ersten Hit. Songs wie «Marleen», «Ich bin wie Du» oder «Liebe kann so wehtun» folgten in den 1970er Jahren.

Die eingĂ€ngigen Discobeats machten sie zu einer der bekanntesten SchlagersĂ€ngerinnen in Deutschland. Doch auch, wenn diese Zeit sehr erfolgreich fĂŒr Rosenberg lief: In Interviews betont die Tochter des Auschwitz-Überlebenden Otto Rosenberg, langjĂ€hriges Vorstandsmitglied im Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, dass sie zu Beginn ihrer Karriere fremdbestimmt wurde. 

Rosenberg hĂ€lt Stars wie Shirin David fĂŒr «Powerfrauen»

«Ich konnte mich nicht einbringen, ich habe nichts erfunden, bis hin zur Kleidung», erzĂ€hlt sie rĂŒckblickend der dpa. Das habe alles die Plattenfirma gemacht. Mittlerweile hĂ€tten sich die neuen Generationen viel mehr freigeschwommen. «Im Hip-Hop Bereich gibt es Stars wie Shirin David. Das sind Powerfrauen, und sie sind ganz anders aufgestellt.»

In den 80ern habe sie jedenfalls aus diesen PlattenvertrÀgen herausgewollt, sagt Rosenberg in einem Video auf Instagram. Dort nimmt sie ihre Follower aktuell mit auf eine Zeitreise durch ihr Leben, postet etwa alte Titelausgaben der «Bravo» mit ihrem Gesicht auf dem Cover. 

«Ich wollte nicht mehr dieses MĂ€dchen sein, was so lieb von den PlakatwĂ€nden lĂ€chelte», sagt sie in dem Video. Seither hat sie viel experimentiert - mit Rock, Chanson, Jazz, Techno, Punk und Pop. Ihr Album zum 50. BĂŒhnenjubilĂ€um produzierte sie mit ihrem Sohn Max, es landete 2020 auf Platz 1 der deutschen Charts.

«Er gehört zu mir» hat damals «Nagel auf den Kopf» getroffen

Poppig klingt auch ihr aktuelles Album «Bunter Planet». Am 14. MĂ€rz, kurz nach ihrem Geburtstag, erscheint eine JubilĂ€umsedition der Platte - unter anderem mit einer Balladenversion von «Er gehört zu mir» im Duett mit ESC-Star Conchita Wurst. Nicht zuletzt dieser Hit aus den 70ern ist fĂŒr viele schwule und lesbische Menschen eine Hymne fĂŒr soziale Emanzipation. 

«Zu dieser Zeit war das alles andere als akzeptiert, und das war so ein Mega-Hit, dass alle MĂ€nner das singen konnten, was sie gefĂŒhlt haben, ohne dass sie sich outen mussten, ohne dass sie Angst haben mussten», sagte Conchita Wurst 2024 in der Vox-Sendung «Sing meinen Schlager» zu Rosenberg. 

Das habe Rosenberg der deutschsprachigen queeren Community gegeben. DafĂŒr sei sie ihr fĂŒr immer dankbar, so die SĂ€ngerin und DragkĂŒnstlerin, hinter der der Entertainer Tom Neuwirth steckt.

Der von MĂ€nnern geschriebene Song kam ursprĂŒnglich im April 1975 heraus und hat mit seinen einprĂ€gsamen Zeilen wie «Er gehört zu mir, wie mein Name an der TĂŒr» mittlerweile Kultstatus. Dabei habe sie damals nicht an einen Mann gedacht, erzĂ€hlt Rosenberg, sondern etwa an Songs der US-amerikanischen Disco-SĂ€ngerin Gloria Gaynor («I Will Survive»).

Also Lieder mit einem hohen Tempo, die einen auf die TanzflĂ€che locken. «Ich wollte so eine Musik wie Gloria Gaynor, Diana Ross und The Three Degrees machen, ich hatte Poster von ihnen an meiner Wand. Die jungen Komponisten haben deshalb damals den Nagel auf den Kopf getroffen», findet die KĂŒnstlerin.

Im November wieder auf Tour

Der Song gehört lÀngst fest zu dem Repertoire bei ihren Konzerten. Im November geht Rosenberg mit «Bunter Planet» auf Club-Tour. «Na ja, was soll ich sagen? Rod Stewart ist gerade 80 geworden und geht auf Tour. Ich sage also dann: Jetzt erst recht.»

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