Judi Dench nennt «Cats»-Film Verschwendung von Talent
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 08:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDenchs Rückblick auf die Filmproduktion
- Judi Dench beschreibt in ihren Memoiren ihre Unzufriedenheit mit der Rolle der Katze Alt-Deuteronimus.
- Die «Cats»-Verfilmung von 2019 erhielt sechs Auszeichnungen bei der «Goldenen Himbeere».
- Andrew Lloyd Webber reagierte nach eigenen Angaben entsetzt auf die Filmfassung und kaufte sich daraufhin einen Hund.
Judi Dench kritisiert «Cats»-Verfilmung
Judi Dench bezeichnet die Verfilmung des Musicals «Cats» in ihren Memoiren als Verschwendung von gutem Willen und Talent. Der 2019 veröffentlichte Film von Regisseur Tom Hooper war bei Kritikern durchgefallen und erhielt sechs Auszeichnungen bei der «Goldenen Himbeere».
Memoiren schildern Unbehagen
In ihrem Buch «Is It Too Late to Make a Run for It?» schreibt Dench, sie habe sich von Beginn an nicht wohl in ihrer Rolle als weise Katze Alt-Deuteronimus gefühlt. Die Schauspielerin erklärt zugleich, niemand beabsichtige, eine schlechte Leistung oder einen schlechten Film abzuliefern.
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Technische Fehler prägen den Film
Bei Erscheinen enthielt der Film zahlreiche Computerfehler. Besonders bekannt wurde eine Szene, in der Denchs menschliche Hand mit Ehering zu sehen ist, obwohl ihre Figur als Katze dargestellt wird.
Lloyd Webber distanzierte sich
Auch Andrew Lloyd Webber äußerte sich entsetzt über die Filmfassung seines Musicals. Er sagte damals, der Film habe ihn dazu gebracht, sich einen Hund zu kaufen.
Dench hatte ihre Ablehnung bereits nach der Veröffentlichung deutlich gemacht. Regisseur Tom Hooper, der zuvor unter anderem mit «The King’s Speech» erfolgreich gewesen war, drehte seit «Cats» keinen weiteren Film.
Die Kritik an der «Cats»-Verfilmung steht im Zusammenhang mit einer ungewöhnlich schwierigen Produktions- und Rezeptionsgeschichte. Das Musical von Andrew Lloyd Webber gehört seit Jahrzehnten zu den international bekanntesten Bühnenwerken. Die Erwartungen an eine große Kinofassung waren deshalb hoch, als Tom Hoopers Film 2019 erschien.
Statt die Bühnenwirkung erfolgreich auf die Leinwand zu übertragen, geriet die digitale Umsetzung ins Zentrum der Debatte. Zuschauer und Kritiker beanstandeten unter anderem die computergenerierten Katzenfiguren, die uneinheitliche Gestaltung und sichtbare technische Fehler. Die Szene mit Judi Denchs menschlicher Hand und dem Ehering wurde zum Symbol für die unfertige Wirkung des Films.
Ein Film als Lehrstück für Produktionsrisiken
Die Äußerungen Denchs zeigen zugleich, dass das Scheitern eines Films nicht allein auf einzelne Darsteller oder technische Pannen reduziert werden kann. Sie verweist auf mehrere Faktoren: Timing, Besetzung und das Zusammenspiel der künstlerischen Elemente. Für Kinoproduktionen mit bekannten Vorlagen bleibt damit die Frage zentral, wie stark ein bewährtes Bühnenkonzept für das Medium Film verändert werden muss.
Für das Publikum ist Denchs Rückblick vor allem eine nachträgliche Einordnung eines viel kritisierten Projekts. Ihre Aussage, die endgültige Fassung nie gesehen zu haben, verleiht der Geschichte eine zusätzliche Besonderheit: Eine zentrale Darstellerin bewertet einen Film, dessen fertiges Ergebnis sie nach eigener Darstellung nicht vollständig erlebt hat.

