Kassel, Schule

Kassel macht Schule: Neubau fĂŒr Offene Schule Waldau

20.05.2025 - 08:05:12

Kassel - Marode GebĂ€ude, fehlende SchulplĂ€tze und steigende SchĂŒlerzahlen - die Situation an deutschen Schulen spitzt sich vielerorts zu. Die Stadt Kassel setzt nun ein deutliches Zeichen und errichtet ein hochmodernes SchulgebĂ€ude fĂŒr die reformpĂ€dagogische Offene Schule Waldau (OSW). Der Neubau soll nicht nur den 950 SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern sowie 90 LehrkrĂ€ften optimale Bedingungen bieten, sondern auch als lebendiger Treffpunkt fĂŒr den Stadtteil dienen. Geplant sind Einrichtungen wie eine Jugend- und Stadtteilbibliothek sowie ein Jugendzentrum, die allen Anwohnerinnen und Anwohnern offenstehen. Das neue GebĂ€ude wird als Musterbeispiel fĂŒr kreislauffĂ€higes Bauen konzipiert. Die Stadt Kassel arbeitet hierfĂŒr eng mit dem Umweltberatungsinstitut EPEA zusammen, einer Tochter des in Stuttgart ansĂ€ssigen Beratungsunternehmens Drees & Sommer SE.

"Unser Ziel ist es, ein GebĂ€ude zu schaffen, das höchsten pĂ€dagogischen, funktionalen und nachhaltigen AnsprĂŒchen gerecht wird", erklĂ€rt Michaela Jordan, Projektleiterin bei der GWG Projektentwicklung GmbH. Entworfen wurde der Neubau vom renommierten dĂ€nischen ArchitekturbĂŒro C.F. MĂžller Architects, das auf energieeffiziente Bauweise, nachhaltige Materialien und flexible Raumkonzepte setzt.

Rohstoffretter statt Ressourcenverschwender

Ein besonderes Highlight des Neubaus ist seine wandelbare Struktur: Dank modularer Fassaden und eines Skelettbaus mit Holztragwerken lĂ€sst sich das GebĂ€ude spĂ€ter mĂŒhelos umbauen oder erweitern, ohne wertvolle Ressourcen zu verschwenden. Solche kreislauffĂ€higen GebĂ€ude- und Bauprodukte fĂŒr die Immobilienwirtschaft und Industrie mit zu entwickeln, ist Schwerpunkt des Umweltberatungsinstituts EPEA, das seit fĂŒnf Jahren Teil der Drees & Sommer-Gruppe ist. Die interdisziplinĂ€ren Teams - bestehend aus Umweltwissenschaftler:innen, Chemiker:innen, Architekt:innen, Bauingenieur:innen und Materialspezialist:innen - beraten Unternehmen und die öffentliche Hand beim Umbau von der linearen zur zirkulĂ€ren Wirtschaft. Zu den Auftraggebern gehören neben Industrieunternehmen wie WĂŒrth oder SchĂŒco auch StĂ€dte wie Heidelberg oder Kassel.

Beim Bau der Schule stehen ĂŒberwiegend nachwachsende Rohstoffe und recycelbare Materialien im Mittelpunkt: "Wir setzen auf nachhaltige Ressourcen wie Holz und Lehm, die nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch das Raumklima verbessern", erklĂ€rt Antonia Birkholz, Projektleiterin bei EPEA. "Durch die Verwendung von lösbaren Verbindungen und vorgefertigten Bauelementen schaffen wir ein flexibles GebĂ€ude, das den Anforderungen der Zukunft gerecht wird und gleichzeitig alle Vorgaben der Nachhaltigkeit erfĂŒllt."

Ausweis, bitte: Ressourcenpass fĂŒr GebĂ€ude

Damit es mit der nahtlosen Weiterverwertung der Materialien klappt, braucht es in erster Linie Transparenz. Dabei helfen Materialausweise, die sĂ€mtliche Bauteile und Konstruktionen bis ins kleinste Detail dokumentieren. Über 100 solcher RessourcenpĂ€sse fĂŒr GebĂ€ude hat EPEA in den vergangen acht Jahren bereits erstellt. Sie dokumentieren genau, welche Materialtypen und - mengen verbaut werden, wie diese eingebaut sind, wie viel Material aus erneuerbaren Ressourcen wie Holz oder aus Recycling stammt und ob die Materialien am Ende des Lebenszyklus recycelt werden können - und das fĂŒr alle eingesetzten Produkte im GebĂ€ude. Hohe Punktzahlen gibt es beispielsweise fĂŒr kreislauffĂ€hige und demontierbare Materialien, AbzĂŒge bei Produkten, die untrennbar miteinander verbunden sind.

Ganz genau wird auch der CO2-Fußabdruck der Konstruktion betrachtet: Bilanziert werden die Emissionen vom Abbau der Rohstoffe ĂŒber ihre Verarbeitung zu Produkten, bis hin zum Austausch einzelner Elemente und der finalen Verwertung aller Materialien am Ende ihrer Nutzung. Durch die Verwendung CO2-armer Materialien verursacht die OSW circa 25 Prozent weniger graue Emissionen als herkömmliche GebĂ€ude. Zusammen mit dem hohen GebĂ€udeenergieeffizienzstandard werden so ĂŒber den gesamten Lebenszyklus Emissionen verringert.

Materialgesundheit und BiodiversitÀt als zentrale Bausteine

Ein zentrales Ziel bei der Umsetzung des Schulprojekts ist die Schaffung einer gesunden Umgebung fĂŒr die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler. Dabei stellt sich die Herausforderung, dass viele Bauprodukte nach wie vor schĂ€dliche Inhaltsstoffe enthalten, die sowohl die Umwelt als auch den menschlichen Körper belasten. Aus diesem Grund werden bei der Auswahl der Materialien beim Neubau nicht nur strenge Grenzwerte berĂŒcksichtigt, sondern auch solche Produkte gewĂ€hlt, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. So können beispielsweise LehmoberflĂ€chen nicht nur unangenehme GerĂŒche neutralisieren, sondern auch Schadstoffe binden und unschĂ€dlich machen.

Neben der gesunden Innenraumluft setzt die Offene Schule Waldau auch im Außenraum ökologische Akzente: BegrĂŒnte DachflĂ€chen verbessern das Mikroklima und schaffen LebensrĂ€ume fĂŒr heimische Pflanzen und Tiere. "Wir bauen hier nicht nur eine Schule, sondern gestalten aktiv die Zukunft unseres Stadtteils mit", so Michaela Jordan. "Mit dem neuen GebĂ€ude schaffen wir ein gesundes Lernumfeld, das sowohl die Natur als auch die Menschen fördert."

Weitere Bilder zur freien redaktionellen Verwendung finden Sie in der Medienbibliothek von C.F. MĂžller Architects unter folgendem Link: Renders | Download images | 1

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