Medienpolitik, TV-Ausblick

Joschka Fischer beim WDR Europaforum: „Ich halte an der Idee Europa dickschädelig fest“

20.05.2026 - 17:24:46 | presseportal.de

Köln - „Ich halte an der Idee Europa dickschädelig fest. Die Alternative ist Nationalismus – wohin der führt, haben wir erlebt,“ das würde dazu führen, dass die junge Generation ihrer Zukunft Goodbye sagen könne, sagte Außenminister a.D. Joschka Fischer am Mittwoch (20.5.) beim WDR Europaforum auf der re:publica in Berlin mit Blick auf Europas Zukunft.

Joschka Fischer beim WDR Europaforum: „Ich halte an der Idee Europa dickschädelig fest“ - Foto: WDR/Thomas Kierok / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7899 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließli
Joschka Fischer beim WDR Europaforum: „Ich halte an der Idee Europa dickschädelig fest“ - Foto: WDR/Thomas Kierok / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7899 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließli

Auf die Frage von ARD-Moderator Louis Klamroth (ARD-Talkshow „hart aber fair“) zu möglichen Fehlern bei der Russland-Politik der rot-grünen Koalition unter Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder gab Fischer zu: „Der Fehler, der gemacht wurde: Wir haben zu wenig auf die Osteuropäer, auf die Ukrainer, auf die Balten gehört: Da wurde mit einer gewissen Arroganz drüber hinweggegangen.“

Zur US-amerikanischen Rolle im Ukraine-Krieg sagte Fischer, Donald Trump werde durch Putin eiskalt hinter die Fichte geführt. Und die Europäer seien nicht stark genug, nicht einig genug: „Ich würde mir eine deutlich aktivere Rolle der Europäer wünschen – aber ohne Illusionen,“ so Fischer.

Mit Blick auf Bundeskanzler Friedrich Merz’ Reaktion auf Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran betonte Fischer, es hätte deutlicher klargestellt werden müssen, dass eine „Auslöschung einer Zivilisation“ – also ein Nuklearkrieg – inakzeptabel sei.

„Suche nach dem Silberstreif – Europa und die Polykrise“ hieß der Programmpunkt mit Joschka Fischer und Louis Klamroth. Gefragt nach dem „Silberstreif“ sagte Fischer: „Wo wären wir heute ohne den Euro? Wo wären wir ohne gemeinsames Recht? Wo wären wir, wenn wir nicht in eine gemeinsame Verteidigungsunion gehen würden?“

Diese Fragen seien für ihn der „Silberstreif“. Voraussetzung dafür sei eine Generation, die diese Entwicklung unterstütze – und nicht auf die „Schalmeienklänge der Nationalisten“ hereinfalle.

In der ARD Mediathek ist das gesamte Interview mit Joschka Fischer abrufbar.

Damit ist das 28. Internationale WDR Europaforum zu Ende gegangen. Unter dem Motto „Hard Times, Soft Power – Europas Rolle in der Weltunordnung“ fand es vom 18. bis 20. Mai 2026 unter anderem im Rahmen der Gesellschaftskonferenz re:publica in Berlin statt, weitere Beiträge kamen aus Brüssel und Straßburg. Das WDR Europaforum ist live im WDR Fernsehen und im Livestream übertragen worden.

Das gesamte Programm des WDR Europaforums zum Nachschauen ist in der ARD Mediathek abrufbar: https://www.ardmediathek.de/sendung/wdr-europaforum/Y3JpZDovL3dkci5kZS9ldXJvcGFmb3J1bQ

Verwendung der Zitate nur bei Nennung der Quelle "WDR Europaforum".

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