HausĂ€rzte kritisieren âGeschĂ€ftsmodell Dringliche Facharzt-Termineâ
18.02.2026 - 06:00:00 | presseportal.deWer einen Facharzttermin bekommen will, muss oft sehr lange auf einen Termin warten. In medizinisch dringenden FĂ€llen stehen dem Hausarzt jedoch zwei Instrumente zur VerfĂŒgung, die Kassenpatienten einen schnelleren Termin beim Facharzt verschaffen sollen: Dringlichkeitscodes und HausarztvermittlungsfĂ€lle. FĂŒr diese Behandlungen dĂŒrfen FachĂ€rzte teils deutliche ZuschlĂ€ge extra-budgetĂ€r abrechnen. Aber: Nutzen manche FachĂ€rzte das Abrechnungssystem aus, um mit Hilfe dieser Instrumente ihr Honorar fĂŒr die Behandlung gesetzlich Versicherter zu erhöhen?
Zumindest bejahen das ĂŒber alle BundeslĂ€nder hinweg mehr als 750 HausĂ€rzte in einer nicht reprĂ€sentativen Umfrage, die der WDR fĂŒr das ARD-Kompetenzcenter âVerbraucherâ durchgefĂŒhrt hat. Gut 820 Hausarztpraxen hatten bei der Umfrage mitgemacht.
Die Umfrage des WDR-Verbrauchermagazins âMarktâ zeigt: Viele HausĂ€rzte fĂŒhlen sich unter Druck gesetzt, weil die besser bezahlten Ăberweisungen auch in FĂ€llen eingefordert wĂŒrden, die medizinisch nicht eilig oder nur Routine seien. Patienten mit normalen Ăberweisungen wĂŒrden von FachĂ€rzten zurĂŒck in die Hausarztpraxen geschickt.
Das Terminservice- und Versorgungsgesetz, das die Instrumente Dringlichkeitscode und Hausarztvermittlungsfall beinhaltet, war 2019 eingefĂŒhrt worden. Aktuell steht es heftig in der Kritik: Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen und der Bundesrechnungshof beklagen, dass es fĂŒr hohe Zusatzkosten sorge. Diese mĂŒssten die Beitragszahler stemmen. Das Gesetz habe seinen Sinn verfehlt: Die Wartezeiten fĂŒr einen Facharzttermin seien fĂŒr Kassenpatienten gestiegen, nicht gesunken.
Der Spitzenverband der FachĂ€rztinnen und FachĂ€rzte Deutschlands sieht finanzielle Anreize als notwendig fĂŒr einen Ausbau des Terminangebots an. Nur so könnten Praxen Personal einstellen und in moderne Versorgung investieren. Der Verband setzt sich fĂŒr die vollstĂ€ndige Entbudgetisierung fachĂ€rztlicher Leistungen ein.
Der Beitrag zum Thema wird im WDR-Verbrauchermagazin âMarktâ, im WDR Fernsehen, am 18.02., 20:15 Uhr, ausgestrahlt.
Beteiligt sind die folgenden WDR-Data-Journalist:innen und Markt-Autorinnen:
WDR-Data: NĂĄndor Hulverscheidt, Redaktion: Elena Riedlinger, Urs Zietan
WDR Markt: Birgit BrĂŒckner, Birgit Bonk, Redaktion: Petra Wagner
Fotos finden Sie unter www.ard-foto.de
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