Kurt-Magnus-Preis der ARD 2025 verliehen
28.03.2025 - 17:03:16Mit dem Kurt-Magnus-Preis werden medienĂŒbergreifend arbeitende ARD-Journalistinnen und Journalisten fĂŒr ihre Leistungen im Audiobereich geehrt. Zur Jury in diesem Jahr gehören: Julia Krittian (hr-Programmdirektorin und Jury-Vorsitzende), Martin Lauer (stellvertretender hr-Programmdirektor), Sonja von Struve (Programmdirektorin des SaarlĂ€ndischen Rundfunks) sowie Jan Weyrauch (Programmdirektor Radio Bremen).
1. Platz: Torben Steenbuck, NDR, 7.000 Euro (Laudatio Julia Krittian)
"So spannend erzÀhlt, dass man am liebsten 'Binge-Listening' betreiben möchte."
Den ersten und mit 7.000 Euro dotierten Preis erhĂ€lt Torben Steenbuck, 32, vom Norddeutschen Rundfunk (NDR). "Der Podcast ' Kunstverbrechen - True Crime meets Kultur' ist nicht nur brillant recherchiert, sondern so spannend erzĂ€hlt, dass man am liebsten 'Binge-Listening' betreiben möchte", erklĂ€rt Julia Krittian in ihrer Laudatio fĂŒr den Erstplatzierten. Das Team rund um "Kunstverbrechen" rollt spektakulĂ€re Verbrechen in der Welt der Kunst- und Kultur auf und schafft es, Kunstvermittlung mit echter Ermittlungsarbeit zu verbinden. Dabei durchkĂ€mmen Torben Steenbuck und seine Kollegin Lenore Lötsch mit groĂem Engagement stundenlang Polizeiakten und fĂŒhren unermĂŒdlich GesprĂ€che mit Beteiligten und Hinweisgebern. Sie begeistern damit ein groĂes Publikum und gewinnen sogar neue Hinweise in einem Cold Case.
Besonders gewĂŒrdigt wurde zudem die crossmediale Arbeit von Torben Steenbuck: "Er macht nicht nur Podcasts, sondern fĂŒhrt auch erfolgreich Regie; dies stellt er mit der Doku-Reihe ' INSPIRED - Die Kunstchallenge' unter Beweis. Torben Steenbuck setzt auf digitale Strategien, verschiedene Ausspielwege und ausgeprĂ€gten Teamgeist. Dank seines Einsatzes bekommen Kunst und Kultur die BĂŒhne, die sie verdienen und kommen dahin, wo sie hingehören: mitten ins Leben."
Daher war sich die Jury beim Erstplatzierten sehr schnell einig: Die Vielfalt der von und mit Torben Steenbuck entwickelten, sehr unterschiedlichen Formate im Bereich Kunst und Kultur, belegen den ersten Platz beim Kurt-Magnus-Preis 2025.
2. Platz: Isabell Karras, Radio Bremen, 6.000 Euro (Laudatio Martin Lauer)
"Immer die Menschen und ihre Geschichten im Mittelpunkt - das, was uns letztlich zusammenhÀlt."
Den zweiten und mit 6.000 Euro dotierten Preis erhĂ€lt Isabell Karras, 29, von Radio Bremen. "Bei ihr stehen immer die Menschen und ihre Geschichten im Mittelpunkt." Es geht um die Vielfalt, die uns letztlich zusammenhĂ€lt, so Laudator Martin Lauer. In der Pop-Welle "Bremen Vier" spricht sie als Moderatorin intensiv mit einer Autistin ĂŒber Autismus, in "Buten und Binnen" begleitet sie einfĂŒhlsam Engagierte der Bremer Tafel, im Doku-Format "Radikale Ideale", das sie als Redakteurin verantwortet, portrĂ€tiert sie Familien, in denen die Eltern entschieden haben, dass ihre Kinder der Schulpflicht nicht folgen. Zudem ist Isabell Karras ihrem Traum gefolgt und hat das spannende Jahr 2024 in den USA als Junior-Korrespondentin verbracht. "Sie hat uns so viele intensive, crossmediale und unterschiedliche BeitrĂ€ge und Formate geschenkt, dass wir ihr nur zuhören und sie fĂŒr das bewundern können, was sie bisher im Journalismus erreicht hat."
Wir gratulieren Isabell Karras zum zweiten Platz bei der diesjÀhrigen Kurt-
Magnus-Preis-Verleihung.
3. Platz: Lars Hendrik Beger, DLF / Deutschlandradio, 5.000 Euro (Laudatio Sonja von Struve)
"Stellt sich Algorithmen und rechten Narrativen entgegen, die unsere Geschichtsschreibung und Kultur unterwandern."
Den dritten und mit 5.000 Euro dotierten Preis erhĂ€lt Lars Hendrik Beger, 32, vom Deutschlandradio. Die Themen des Deutschlandfunk-Redakteurs fĂŒr Popkultur sind Algorithmen und rechte Narrative, denen er sich mit seiner fundierten journalistischen Arbeit entgegenstellt. Drei Aspekte von Lars Hendrik Begers Arbeit faszinieren Laudatorin Sonja von Struve besonders: "Er erklĂ€rt sein Handwerk, macht seine Herangehensweise nachvollziehbar und klĂ€rt ĂŒber wesentliche Begriffe auf."
Was bedeutet "die Neue Rechte" - und wer ist damit gemeint? Antworten auf diese Fragen hat Lars Hendrik Beger im Corso-Spezial " Kampf um kulturelle Hegemonie - Wie die Neue Rechte sich der Popkultur bedient" gefunden.
Mit ruhiger Klarheit und unaufgeregter PrĂ€zision beschreibt er die Fakten. Auf diese Weise bietet er eine souverĂ€ne Antwort auf die Herausforderung, die die Berichterstattung ĂŒber die AfD inzwischen geworden ist. Seine Recherchen reiĂen vermeintliche Schutzzonen regelrecht auf und verdeutlichen: Nicht mal, wenn es um alltĂ€gliche Dinge wie Nachbarschaftshilfe, Mode oder Popkultur geht, ist man vor rechter Einflussnahme sicher. Aber auch: Direkt dort, im normalen Alltag, können wir anfangen, Zivilcourage zu zeigen und etwas zu verĂ€ndern.
DafĂŒr wird Lars Hendrik Beger mit dem Kurt-Magnus-Preis 2025 geehrt.
4. Platz: Gregor Schmalzried, BR, 4.000 Euro (Laudatio Jan Weyrauch)
"AuĂergewöhnliche FĂ€higkeit, komplexe digitale und technologische Themen verstĂ€ndlich zu vermitteln."
Den vierten und mit 4.000 Euro dotierten Preis erhĂ€lt Gregor Schmalzried, 29, vom Bayerischen Rundfunk (BR). Laudator Jan Weyrauch lobt die herausstechende FĂ€higkeit, komplexe digitale und technologische Themen so zu vermitteln, dass auch Technik-Laien sie verstehen und mit Spannung verfolgen. Das stellt Gregor Schmalzried in seinem "ARD KI-Podcast" jede Woche in der ARD Audiothek unter Beweis. Immer wieder findet er einen neuen kreativen Ansatz und ErzĂ€hlideen, die neue Perspektiven eröffnen und auf spielerische Weise KomplexitĂ€t verstĂ€ndlich machen: Mal testet er, ob Chat GPT durch die FĂŒhrerscheinprĂŒfung fallen wĂŒrde, mal lotet er aus, was KI mit Religion zu tun hat.
Laudator Jan Weyrauch hebt hervor, dass die ARD zukĂŒnftig genau solche Journalistinnen und Journalisten braucht, die den Sachen auf den Grund gehen, die einordnen, schwierige Themen durchdringen, HintergrĂŒnde erklĂ€ren und dabei kreativ sind und ihr Publikum immer im Blick behalten. Gregor Schmalzried gelingt es, schwierige Themen spannend und mit hörbarem SpaĂ und Freude an der Sache zu formulieren. Er spielt dabei mit allen Medien und Formen. Diese besondere Arbeit wird mit dem vierten Platz des Kurt-Magnus-Preis 2025 ausgezeichnet.
Ăber den Kurt-Magnus-Preis
1962 grĂŒndete die ARD eine Stiftung im Gedenken an den MitbegrĂŒnder des Radios und spĂ€teren Verwaltungsratsvorsitzenden des Hessischen Rundfunks Dr. Kurt Magnus. Seither werden mit Mitteln aus der Stiftung qualifizierte und talentierte NachwuchskrĂ€fte des öffentlich-rechtlichen Radios durch die Zuerkennung von Geldpreisen gefördert. Unter FederfĂŒhrung des Hessischen Rundfunks in Frankfurt zeichnet die Jury mit dem Kurt-Magnus-Preis junge ARD-Journalist*innen fĂŒr ihre medienĂŒbergreifenden Leistungen im Audiobereich aus. Damit wird zugleich das Andenken eines Mannes gewĂŒrdigt, der fĂŒr seinen unbeirrbaren Einsatz fĂŒr einen demokratischen Rundfunk in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur verhaftet wurde, um sich dann nach der Befreiung 1945 tatkrĂ€ftig um den Wiederaufbau des Rundfunks zu bemĂŒhen. Der Preis zĂ€hlt zu den bedeutendsten Hörfunkpreisen in Deutschland.
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