Raum, Geburtstag

Neuer Raum zum Geburtstag: Ausstellung im EuropÀischen Hansemuseum erhÀlt mit dem Epilog ein spektakulÀres Finale

14.05.2025 - 13:18:58

LĂŒbeck - Passend zu seinem 10-jĂ€hrigen JubilĂ€um erhĂ€lt das EuropĂ€ische Hansemuseum in LĂŒbeck (EHM) einen ganz neuen Raum. Mit dem "Epilog" setzt das EHM ein Ausrufezeichen: Eine immersive 360°-Videoprojektion lĂ€sst die GĂ€ste am Ende der Ausstellung in eine visuelle Welt eintauchen, in der Geschichte und Gegenwart, Hansezeit und heutige Globalisierung miteinander verschmelzen. So wird die Hanse im Hier und Jetzt spĂŒrbar: Handel, MĂ€rkte und Logistikketten werden durch historische Bilder und Fotografien lebendig - ein Finale, das nachhallt und die Frage aufwirft: Wie viel Hanse steckt eigentlich noch im Heute? Zusammen mit der archĂ€ologischen Ausgrabung am Beginn des Rundgangs, die als "Prolog" in die Zeitreise durch die Geschichte der Hanse einleitet, bildet der "Epilog" eine inhaltliche Klammer der Ausstellung. Geschichte, die nicht zu Ende ist, sondern weiter wirkt.

KernstĂŒck des EuropĂ€ischen Hansemuseums ist ein Rundgang von den AnfĂ€ngen der Hanse, wie sie sich etablierte und organisierte, bis zu ihrem Übergang in lokale und regionale Strukturen. Einen angemessenen Abschluss des Rundgangs zu gestalten, der die Besucher:innen das Gesehene reflektieren lĂ€sst und eine Verbindung zum Heute herstellt, war eine Herausforderung, der sich das Museumsteam im Rahmen der 2022 begonnenen Weiterentwicklung der Dauerausstellung gestellt hat. Passend zum 10-jĂ€hrigen JubilĂ€um eröffnet das EuropĂ€ische Hansemuseum nun den "Epilog" zum Rundgang. Mit einer immersiven 360°-Videoprojektion werden die GĂ€ste kĂŒnftig aus der Vergangenheit wieder ins Heute begleitet und die Frage aufgeworfen: Wie viel Hanse steckt noch im Heute?

Herausforderungen der Gestaltung

Um die Hanse ranken sich zahlreiche Mythen und die kursierenden Vorstellungen von wagemutigen Kaufleuten oder einem mĂ€chtigen StĂ€dtebund, sind meist subjektiv geprĂ€gt. Es gab weder ein GrĂŒndungsdatum noch ein eindeutiges Ende. Der letzte Hansetag im Jahr 1669 und der Verkauf des letzten Kontors in Bergen 1764 sind dabei nur spezifische Meilensteine, die am Ende der Ausstellung thematisiert werden, die aber nicht die Geschichte der Hanse beenden. DarĂŒber hinaus existiert die Hanse sichtbar in so manchen Namen - zum Beispiel Lufthansa, HanseMerkur oder Hansaplast, und in anderer Gestalt als StĂ€dtebund "Die Hanse". Sie lebt aber auch in wirtschaftlichen und politischen Strukturen und Praktiken fort, die heute selbstverstĂ€ndlich erscheinen.

Zwischen Hanse und Heute

Die Frage "Wie viel Hanse steckt noch im Heute?" formuliert das Ziel, offene BezĂŒge zwischen der wirtschaftlichen und politischen Geschichte der Hanse und dem Heute zu ziehen. Die Hanse war kein VorlĂ€ufer der EU, wie der Hanse-Historiker Rolf Hammel-Kiesow schon 2007 in einem Aufsatz mit differenzierten Argumenten widerlegte. Vielmehr gab es Konsens- und Mehrheitsentscheidungen, die nach gemeinsamen Interessen ausgehandelt wurden. Die Macht der Hanse war ihr Zusammenhalt, wovon viele Kaufleute profitierten, indem sie Privilegien und Zollbefreiungen durchsetzten. Innerhalb des Bundes der HansestĂ€dte suchten sie Konsensentscheidungen, die oft langwierig diskutiert wurden. Ihre Gegner hingegen litten unter den von der Hanse initiierten Handelsboykotten. So gab es auch damals schon Gewinner und Verlierer im Handel ĂŒber Nord- und Ostsee. Debatten ĂŒber politische Macht, die sich in wirtschaftlichen Themen wie Boykotten oder Sanktionen ausdrĂŒckt, sind auch im 21. Jahrhundert noch aktuell.

360°-Videoprojektion: Hanse lebendig erleben

Die Gestaltung und Umsetzung des "Epilogs" hat das EHM in Zusammenarbeit mit dem niederlĂ€ndischen BĂŒro Tinker imagineers realisiert, das ĂŒber viel Erfahrung in den Bereichen Ausstellungskonzeption, Design und multimediales Storytelling verfĂŒgt und beim Wettbewerb ĂŒberzeugte. Am Ende des Rundgangs erleben die Besucher:innen kĂŒnftig eine großformatige 360°-Videoprojektion, die historische Bilder und Fotografien zusammenbringt und animiert. Die Funktion von Logistikketten und MĂ€rkten, der Handel sowie Handelsabkommen werden dort durch eine reiche, farbenprĂ€chtige Bilderwelt zum Leben erweckt. Im Fokus stehen die vier wichtigsten Kontore der Hanse - Nowgorod, BrĂŒgge, London und Bergen - sowie die Hansestadt LĂŒbeck. Über mehrere Szenen thematisiert der Film verschiedene Facetten, die die Hanse ausgemacht haben - von Produkten, Logistik, dem Großhandel mit Waren, ĂŒber ihre Vernetzung bis hin zu MachtausĂŒbung und politischer Einflussnahme. Gleich einer bewegten Collage mischen sich aktuelle Bilder unter die historischen Animationen und vergleichen diese mit der heutigen Situation im 21. Jahrhundert. Die Handlung schwenkt zwischen der mittelalterlichen Hanse und dem Heute hin und her.

Bei der Videoprojektion entstehen ZusammenhĂ€nge assoziativ, indem Bilder mit EindrĂŒcken aus der Dauerausstellung, aus dem eigenen Leben sowie aus der Politik in Verbindung gebracht werden. Der Film arbeitet fast ausschließlich mit Bildern, um am Ende des Rundgangs ein leicht zugĂ€ngliches Format zu prĂ€sentieren. Die Offenheit des "Epilogs" erlaubt es den Besucher:innen indirekt die Frage fĂŒr sich zu beantworten: "Was ist Hanse fĂŒr dich?"

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