Gesundheit, Medizin

Magen-Darm-Tag 2026 / Geschlecht macht einen Unterschied: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bei Frauen und MĂ€nnern

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 08:25 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Wiesbaden - Am 7. November macht der Magen-Darm-Tag darauf aufmerksam, wie wichtig die gastrointestinale Gesundheit fĂŒr Wohlbefinden und LebensqualitĂ€t ist. Chronisch-entzĂŒndliche Darmerkrankungen (CED) sind dabei nicht selten: Etwa 650.000 Menschen in Deutschland sind von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, zwei der hĂ€ufigsten CED, betroffen. [1] Gleichzeitig bietet der Awareness-Tag Anlass, genauer hinzusehen: Denn bei chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankungen können geschlechtsbezogene Unterschiede den Weg zur Diagnose und den weiteren Behandlungsverlauf beeinflussen. [2, 3] Das untermauert die Bedeutung eines vertrauensvollen Austauschs in der Ă€rztlichen Praxis. Bei der Vorbereitung darauf unterstĂŒtzt die Webseite leben-mit-ced.de.
Magen-Darm-Tag 2026 / Geschlecht macht einen Unterschied: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bei Frauen und MĂ€nnern - Bild: presseportal.de

Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen und DurchfĂ€lle, gepaart mit Erschöpfung, können viele Ursachen haben und sind nicht immer leicht einzuordnen. Dadurch kann sich der Weg bis zur Diagnose zuweilen lang gestalten - und bei Frauen oft noch lĂ€nger. So zeigt eine multizentrische Studie, dass chronisch-entzĂŒndliche Darmerkrankungen bei MĂ€nnern schneller erkannt wurden als bei Frauen: Bei MĂ€nnern dauerte es bei Morbus Crohn im Median 4,5 Monate bis zur Diagnose, wĂ€hrend sie bei Frauen im Median erst nach 12,6 Monaten gestellt wurde. Bei Colitis ulcerosa waren es im Median 2,7 gegenĂŒber 6,1 Monate. [2]

Vertrauensvoller Austausch als Basis der individuellen CED-Therapie

Nach der Diagnose können geschlechtsbezogene Unterschiede auch im weiteren Behandlungsverlauf eine Rolle spielen. [3] Bei Frauen im gebÀrfÀhigen Alter kann eine mögliche Schwangerschaft die Wahl der Therapie beeinflussen. [4]

Allerdings bedeutet die Möglichkeit einer Schwangerschaft nicht automatisch, dass ein Kinderwunsch besteht. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig der offene Austausch zwischen Patient*innen und Behandelnden ist. "Mein Tipp: Betroffene, und insbesondere Frauen, sollten mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt ganz offen ĂŒber ihre Lebenssituation, WĂŒnsche und Zukunftsplanung sprechen. Denn es ist wichtig, dass die CED-Therapie zum Lebensentwurf passt", rĂ€t die Biologin und Betroffene 'Mila Quirin', die auf ihren Social-Media-KanĂ€len (https://www.instagram.com/milaquirin/?hl=de) ĂŒber das Leben mit chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankungen aufklĂ€rt.

leben-mit-ced.de: eine gute Vorbereitung auf das GesprÀch in der Praxis

Die beste CED-Therapie ist die, die sowohl zur Erkrankung als auch zu den persönlichen BedĂŒrfnissen passt - und das lĂ€sst sich im vertrauensvollen GesprĂ€ch in der Ă€rztlichen Praxis am besten entscheiden. UnterstĂŒtzung bei der Vorbereitung darauf bietet Patientinnen und Patienten die Website leben-mit-ced.de. Dort finden Betroffene unter anderem die CED-Disk. Dieses Online-Tool erfasst zehn Lebensbereiche wie z. B. Schmerzen, Schlaf, Energie und Emotionen - und hilft, aktuelle Belastungen und individuelle Therapieziele in der Sprechstunde strukturiert anzusprechen. Denn je genauer Betroffene ihre Situation benennen können, desto leichter lassen sich gemeinsam fundierte Behandlungsentscheidungen treffen.

Referenzen

[1] Farrag K et al. Deutsches Ärzteblatt. 2023; Heft 27-28:1219-1223

[2] Sempere L et al. Inflamm Bowel Dis. 2023;29:1886-1894.

[3] Pueschel L et al. J Crohns Colitis 360. 2025;7(3):otaf040.

[4] Torres J et al. J Crohns Colitis. 2023;17(1):1-27.

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