Außenpolitik, Fernsehen

ZDF-Politbarometer Januar 2026 / Rund drei Viertel: Politik von Trump gefĂ€hrdet Fortbestand der NATO / Große Mehrheit: Bundesregierung tut zu wenig zur Ankurbelung der Wirtschaft

16.01.2026 - 10:10:42

Mainz - Die Deutschen haben eine klare Haltung zur Politik von US-PrĂ€sident Donald Trump: 78 Prozent der Befragten, darunter unterschiedlich große Mehrheiten in allen ParteianhĂ€ngerschaften, glauben, Trumps Politik gefĂ€hrde den Fortbestand der NATO, 18 Prozent glauben das nicht (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht"). Zudem gibt es ein recht eindeutiges Meinungsbild hinsichtlich des Verhaltens der EU, wenn die USA unter Missachtung des Völkerrechts mit militĂ€rischen Mitteln in die Politik anderer LĂ€nder eingreifen, um sich dort wirtschaftliche Ressourcen zu sichern: FĂŒr eine Mehrheit von 69 Prozent soll die EU klar dagegen Position beziehen, fĂŒr 22 Prozent soll sich die EU da raushalten und nur 5 Prozent plĂ€dieren dafĂŒr, dass sich die EU hinter das Handeln der USA stellt. Uneinigkeit herrscht hingegen in Bezug auf den Iran, wo es zurzeit wieder starke Proteste gegen das dortige islamische Regime gibt. 37 Prozent der Deutschen begrĂŒĂŸen es, wenn die USA im Iran eingreifen, um ein Ende des islamischen Regimes herbeizufĂŒhren, genauso viele (37 Prozent) lehnen ein solches Eingreifen ab und 13 Prozent wĂ€re das egal.

Ukraine-Krieg: Absicherung einer Waffenruhe

Wenn es zwischen Russland und der Ukraine zu einer Waffenruhe kommen sollte und diese durch europĂ€ische Truppen abgesichert wird, dann sollte sich nach Ansicht von 49 Prozent der Befragten auch Deutschland mit der Bundeswehr auf ukrainischem Gebiet an dieser Absicherung beteiligen. Fast genauso viele (45 Prozent) sprechen sich gegen einen solchen Einsatz aus. Klare Einstellungsunterschiede zeigen sich dabei zwischen West und Ost: WĂ€hrend in Westdeutschland 53 Prozent eine Absicherung einer Waffenruhe auch durch die Bundeswehr in der Ukraine befĂŒrworten, sind es in Ostdeutschland lediglich 32 Prozent.

Projektion: Schwarz-Rot weiter ohne Mehrheit

Wenn am nĂ€chsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wĂ€re, lĂ€ge die CDU/CSU unverĂ€ndert bei 26 Prozent, die AfD kĂ€me erneut auf 25 Prozent (unverĂ€ndert). Die SPD wĂŒrde sich auf 15 Prozent (plus 1) verbessern, die GrĂŒnen blieben bei 12 Prozent (unverĂ€ndert). Die Linke wĂŒrde sich auf 10 Prozent (minus 1) verschlechtern, alle anderen Parteien – inklusive BSW und FDP – bekĂ€men zusammen 12 Prozent (unverĂ€ndert), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen wĂŒrde. Mit diesem Ergebnis hĂ€tte Schwarz-Rot nach wie vor keine parlamentarische Mehrheit.

Top Ten

Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung ("Was halten Sie von?") liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius auch zu Jahresbeginn auf Platz eins. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,9 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Dezember: 1,8) bewertet. Weiterhin mit großem Abstand folgen Johann Wadephul mit 0,7 (0,6), Lars Klingbeil mit 0,4 (0,2) und BĂ€rbel Bas mit 0,0 (minus 0,3). Danach kommen Alexander Dobrindt mit minus 0,3 (minus 0,4), Friedrich Merz mit minus 0,4 (minus 0,6), Markus Söder mit minus 0,5 (minus 0,5) und Katherina Reiche mit minus 0,6 (minus 0,7). Auf Rang neun und zehn bleiben Sahra Wagenknecht mit minus 2,0 (minus 1,8) und Alice Weidel mit minus 2,5 (minus 2,6).

Wirtschaft in Deutschland: Regierung tut zu wenig

Die Unzufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung ist weiterhin groß: 71 Prozent der Befragten und Mehrheiten in allen ParteianhĂ€ngergruppen meinen, die Bundesregierung tue zu wenig zur Ankurbelung der Wirtschaft. FĂŒr 4 Prozent tut sie diesbezĂŒglich zu viel und fĂŒr 18 Prozent sind die Maßnahmen so gerade richtig.

Der EuropĂ€ischen Union wird ökonomisch eine große Bedeutung zugeschrieben. Insgesamt 81 Prozent der Befragten bewerten die EU als sehr wichtig (45 Prozent) oder wichtig (36 Prozent) fĂŒr die Wirtschaft in Deutschland, fĂŒr 13 Prozent ist sie dahingehend nicht so und fĂŒr 4 Prozent ĂŒberhaupt nicht wichtig.

Möglicher AfD-MinisterprÀsident

In diesem Jahr finden fĂŒnf Landtagswahlen statt, unter anderem im September in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Wenn die AfD dann in einem der ostdeutschen BundeslĂ€nder den MinisterprĂ€sidenten stellen wĂŒrde, fĂ€nden das etwas mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten und klare Mehrheiten in den Reihen von CDU/CSU (86 Prozent), SPD (93 Prozent), GrĂŒnen (97 Prozent) und Linke (93 Prozent) schlecht. 19 Prozent, darunter 88 Prozent der AfD-AnhĂ€nger, fĂ€nden einen MinisterprĂ€sidenten der AfD gut und 10 Prozent aller Befragten wĂ€re das egal.

Rechts- und Linksextremismus in Deutschland

57 Prozent der Befragten sehen im Linksextremismus in Deutschland eine Gefahr fĂŒr unsere Demokratie, 39 Prozent sind gegenteiliger Ansicht, darunter die meisten GrĂŒnen- (65 Prozent) und Linke-AnhĂ€nger (84 Prozent) sowie die 18- bis 34-JĂ€hrigen (58 Prozent). Den Rechtsextremismus schĂ€tzen aber noch mehr Befragte als Bedrohung ein: 79 Prozent und klare Mehrheiten in den AnhĂ€ngerschaften von CDU/CSU (89 Prozent), SPD (91 Prozent), GrĂŒnen (100 Prozent) und Linke (95 Prozent) geben an, der Rechtsextremismus sei eine Gefahr fĂŒr unsere Demokratie. Nur 18 Prozent, darunter rund zwei Drittel (67 Prozent) der AfD-AnhĂ€nger, bezweifeln das.

Sorge vor Stromausfall

In Berlin gab es vergangene Woche nach einem Anschlag auf die Energieversorgung einen lĂ€ngeren Stromausfall. Insgesamt 30 Prozent der Deutschen machen sich sehr große (7 Prozent) oder große (23 Prozent) Sorgen, dass es bei ihnen zuhause zu einem Ă€hnlichen Stromausfall wie in Berlin kommen wird, zusammen 69 Prozent sind diesbezĂŒglich weniger (47 Prozent) oder gar nicht (22 Prozent) besorgt.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgefĂŒhrt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 13. bis zum 15. Januar 2026 bei 1.245 zufĂ€llig ausgewĂ€hlten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berĂŒcksichtigt. Die Befragung ist reprĂ€sentativ fĂŒr die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich betrĂ€gt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU 28 Prozent, AfD 19 Prozent, SPD 18 Prozent, GrĂŒne 15 Prozent, Linke 11 Prozent. Das nĂ€chste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 6. Februar 2026.

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Weitere Informationen

- Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf https://forschungsgruppe.de.

- Hier finden Sie das "ZDF-Politbarometer" im Web und in der App des ZDF.

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