LautstÀrke, Hörverstehen

LautstÀrke und Hörverstehen: Was ist eigentlich die Sprachbanane?

11.03.2024 - 10:55:00

Mainz - Einfach lauter sprechen, wenn man nicht verstanden wird - das hilft nicht immer fĂŒr eine bessere VerstĂ€ndigung. "Etwas zu hören und richtig zu verstehen, ist fĂŒr Menschen mit einer HörschwĂ€che nicht nur eine Frage der LautstĂ€rke", sagt Eberhard Schmidt, PrĂ€sident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha).

Warum das so ist, veranschaulicht die "Sprachbanane", auch "Hörbanane" genannt. Sie kategorisiert und visualisiert die menschliche Sprache in einem Diagramm, dem Audiogramm. Vokale und Konsonanten werden nach ihrer LautstÀrke und Ton-Höhe oder Ton-Tiefe sortiert. Beispielsweise liegen Konsonanten wie "T" und "H" im Bereich der hohen und leisen Töne, wÀhrend sich ein Vokal wie "U" bei der LautstÀrke und Ton-Tiefe im mittleren Bereich befindet.

Bei Betrachtung der Form, in der die Buchstaben im Audiogramm angeordnet sind, zeigt sich: Das Hörbild Ă€hnelt einer Banane. Darum spricht man von einer "Sprachbanane" oder "Hörbanane". Sie veranschaulicht, welche LautstĂ€rken (leise bis laut) und Frequenzen (tief bis hoch) das menschliche Gehör wahrnimmt, wenn keine Hörminderung vorliegt. FĂŒr Hörakustikerinnen und Hörakustiker gehört sie zum grundlegenden Wissen, das sie bei der Messung und Beurteilung des persönlichen Hörverlusts von schwerhörigen Menschen anwenden, um ihn bestmöglich mit digitalen Hörsystemen auszugleichen.

Jeder Hörverlust ist individuell. Bei einer beginnenden Schwerhörigkeit sind es zunĂ€chst oft nur einzelne Sprachlaute, die nicht mehr vollstĂ€ndig gehört werden. WĂ€hrend beispielsweise Töne in tiefen Frequenzen noch laut und deutlich verstanden werden, fĂŒhrt das anteilige Hören oder vollstĂ€ndige Fehlen von hochfrequenten Lauten wie "S" oder "F" vermehrt zu MissverstĂ€ndnissen. So wird z.B. anstatt "Eis" nur noch "Ei" gehört. Man spricht in diesen FĂ€llen von einer Hochtonschwerhörigkeit. Sind es tieffrequente Laute, die nur noch anteilig gehört werden, wĂ€hrend hochfrequente Töne noch gut verstĂ€ndlich sind, handelt es sich um eine Tieftonschwerhörigkeit.

Anfangs kann das Gehirn die nicht gehörten Laute je nach Kontext noch sinnvoll ergĂ€nzen. Schreitet ein Hörverlust aber schleichend unentdeckt und unversorgt voran, geht nach und nach das sogenannte Hörverstehen verloren. Dann hilft es nicht, wenn andere Menschen einfach lauter sprechen. Verstanden wird trotzdem nur ein lĂŒckenhafter Text.

"Je eher eine HörschwĂ€che bedarfsgerecht mit individuell angepassten Hörsystemen ausgeglichen wird, desto besser. Denn wer lange schlecht hört, riskiert auch eine Abnahme des Hörverstehens", sagt Hörakustikmeister Eberhard Schmidt. Dadurch kann sich der Gewöhnungsprozess ans bessere Hören nach einer Hörsystemversorgung verlĂ€ngern, da es mitunter neu erlernt und dafĂŒr zunĂ€chst die Hörerinnerung wieder aufgefrischt werden muss.

Eberhard Schmidt rĂ€t darum: "Genauso wie man andere Vorsorge-Checkups einplant, sollte man auch sein Gehör regelmĂ€ĂŸig professionell ĂŒberprĂŒfen lassen. So bleibt eine beginnende Schwerhörigkeit nicht lange unentdeckt und es ist eine frĂŒhzeitige Hörsystemversorgung möglich." Als Experten rund ums Hören fĂŒhren Hörakustiker und Hörakustikerinnen Hörtests professionell und in der Regel kostenlos durch. Mit ĂŒber 7.300 Hörakustiker-Betrieben und ca. 18.000 Hörakustikerinnen und Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk ca. 3,7 Millionen Menschen in Deutschland wohnortnah mit modernsten Hörsystemen.

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