Jeder zweite Mann in Deutschland war schon mal von ĂŒbergriffigem Verhalten in der Partnerschaft betroffen / WEISSER RING Stiftung fördert Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen
08.02.2024 - 16:06:21 | presseportal.de
Das KFN hat dazu folgende Pressemitteilung veröffentlicht, die wir hiermit gern weiterleiten:
Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) freut sich, den erfolgreichen Abschluss des Forschungsprojekts "Gewalt gegen MĂ€nner in Partnerschaften" bekannt geben zu können. Das Projekt, das sich intensiv mit einem in Deutschland bisher wenig erforschten Thema auseinandersetzte, lief ĂŒber einen Zeitraum von anderthalb Jahren und wurde durch die WEISSER RING Stiftung gefördert. Das Projektteam bestand aus dem Projektleiter Dr. Jonas Schemmel, den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen Laura-Romina Goede und Philipp MĂŒller sowie den studentischen HilfskrĂ€ften Enrica Wegener und Ava StĂ€hler.
Das Hauptziel des Projekts bestand, darin die PrĂ€valenz in Deutschland zu bestimmen und ein tieferes VerstĂ€ndnis fĂŒr die Beziehungsdynamiken und die Auswirkungen von Gewalt gegen MĂ€nner in Partnerschaften zu gewinnen. In der Studie wurden verschiedene Forschungsmethoden miteinander kombiniert. In einer Onlinebefragung, die eine deutschlandweite ReprĂ€sentativitĂ€t anstrebte, wurden 12.000 MĂ€nner im Alter von 18-69 Jahren kontaktiert, von denen 1.209 an der Befragung teilnahmen. Hierbei wurden PrĂ€valenzdaten zu physischer, psychischer, sexueller und digitaler Gewalt sowie kontrollierendem Verhalten innerhalb einer Partnerschaft erhoben. Zudem wurden auch Schutz- und Risikofaktoren, Folgen und Erfahrungen mit dem Hilfesystem und der Polizei abgefragt. ZusĂ€tzlich wurden 16 Interviews mit betroffenen MĂ€nnern gefĂŒhrt, um die erlebte Gewalt mit ihren dahinterliegenden Beziehungsdynamiken besser verstehen zu können. Ein weiterer Fokus lag auf den Erfahrungen mit Hilfs- und Beratungsangeboten sowie dem gesellschaftlichen Umgang mit von Partnerschaftsgewalt betroffenen MĂ€nnern.
Die Ergebnisse wurden bereits Expert*innen verschiedener Disziplinen auf einem Fachtag prĂ€sentiert und mit ihnen in Workshops diskutiert. Aus den Ergebnissen des Fachtags und aus den empirischen Befunden wurden abschlieĂend Handlungsempfehlungen abgeleitet. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit liefern einen bedeutenden Beitrag zur wissenschaftlichen Literatur und ermöglichen eine differenzierte Betrachtung von partnerschaftlicher Gewalt gegenĂŒber MĂ€nnern. Es konnten unter anderem die folgenden zentralen Ergebnisse herausgearbeitet werden:
In Zusammenarbeit mit der WEISSER RING Stiftung mĂŒndet das Projekt in einer heute stattfindenden Abschlussveranstaltung, bei der die finalen Projektergebnisse erstmalig vorgestellt und im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit relevanten Stakeholdern diskutiert werden. Zudem sprachen Laura-Romina Goede und Philipp MĂŒller im Rahmen eines heute erschienenen Interviews mit dem SPIEGEL ĂŒber die neuen Befunde.
Die detaillierten Ergebnisse, AusfĂŒhrungen zu den Handlungsempfehlungen, weitere Informationen zur Studie sowie dem methodischen Vorgehen können im Forschungsbericht "Gewalt gegen MĂ€nner in Partnerschaften - eine empirische Untersuchung zur Situation in Deutschland" nachgelesen werden, der ab sofort unter https://kfn.de/forschungsprojekte/gewalt-gegen-maenner kostenlos zur VerfĂŒgung steht.
Der WEISSE RING wurde 1976 in Mainz gegrĂŒndet als "GemeinnĂŒtziger Verein zur UnterstĂŒtzung von KriminalitĂ€tsopfern und zur VerhĂŒtung von Straftaten e. V.". Er ist Deutschlands gröĂte Hilfsorganisation fĂŒr Opfer von KriminalitĂ€t. Der Verein unterhĂ€lt ein Netz von rund 2.700 ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opferhelferinnen und -helfern in bundesweit 400 AuĂenstellen, beim Opfer-Telefon und in der Onlineberatung. Der WEISSE RING hat mehr als 100.000 Förderer und ist in 18 LandesverbĂ€nde gegliedert. Er ist ein sachkundiger und anerkannter Ansprechpartner fĂŒr Politik, Justiz, Verwaltung, Wissenschaft und Medien in allen Fragen der Opferhilfe. Der Verein finanziert seine TĂ€tigkeit ausschlieĂlich aus MitgliedsbeitrĂ€gen, Spenden und testamentarischen Zuwendungen sowie von Gerichten und Staatsanwaltschaften verhĂ€ngten GeldbuĂen. Der WEISSE RING erhĂ€lt keinerlei staatliche Mittel.
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