Umfrage, Hintergrundmusik

Umfrage: Hintergrundmusik beim Shoppen lÀsst Kassen klingeln

31.07.2025 - 14:03:21

Manche nennen es respektlos Kaufhaus-Gedudel. Doch die Hintergrundmusik beim Shoppen, aber auch in der Kneipe erfĂŒllt offensichtlich einen Zweck. Wissenschaftler haben nachgeforscht.

Musik belebt das GeschĂ€ft - zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Umfrage. Im Einzelhandel steigert demnach Hintergrundmusik den Umsatz um durchschnittlich 8 Prozent, in der Gastronomie um 5,4 Prozent, heißt es in einer Mitteilung der Verwertungsgesellschaft Gema in MĂŒnchen. Mehr als 200 Unternehmen bundesweit waren fĂŒr die Music Impact Studie befragt worden, darunter GeschĂ€fte, Restaurants, Bars, BaumĂ€rkte, Kioske oder CafĂ©s. Untersucht wurden eine Woche mit und eine Woche ohne Hintergrundmusik in demselben Betrieb. 

Ohne Musik? Besser nicht

Gedudel gehört dazu - 76 Prozent der befragten EinzelhÀndler sehen das so. In der Gastronomie teilten diese Ansicht sogar 95 Prozent der Teilnehmer. Am hÀufigsten zu hören: Popmusik und Songs aus den Charts, gefolgt von Rock und Schlagermusik. 

68 Prozent der Gastronomen gaben an, sich bei der Auswahl nach dem Geschmack ihrer GÀste zu richten, die dann offensichtlich auch gern lÀnger bleiben. Auch im Einzelhandel sei ein deutlich positiver Effekt auf die Stimmung der Kundinnen und Kunden zu sehen. Zudem steigere Hintergrundmusik die Motivation der BeschÀftigten und deren Bindung an das Unternehmen. 

Wenn die Kasse klingelt

Doch was heißt das in barer MĂŒnze? Einzelhandelsunternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 100.000 und 500.000 Euro kann Musik der Gema zufolge zusĂ€tzliche Erlöse zwischen 8.000 und 40.000 im Jahr einbringen. In der Gastronomie könnten es bei vergleichbaren UmsatzgrĂ¶ĂŸen bis zu 27.000 Euro sein. 

Gezielter Einsatz von Musik?

«Dass Hintergrundmusik generell einen positiven Einfluss auf das Konsumverhalten hat, wurde schon in Studien bestÀtigt, jedoch fehlten bisher empirische Daten zum direkten Wert der Umsatzsteigerung», sagte Sonja
Schönfeld, Gema-Projektleiterin der Music Impact Studie. Und der Wissenschaftler Klemens Knöferle blickt in die Zukunft: Die Studie eröffne neue Möglichkeiten fĂŒr den gezielten Einsatz von Musik im GeschĂ€ftsumfeld.

FĂŒr das Projekt waren von September 2023 bis November 2024 Unternehmen aus ganz Deutschland befragt worden. Dabei ging es um jeweils eine Woche mit und ohne Hintergrundmusik. Die Gema vertritt in Deutschland die Urheberrechte ihrer rund 100.000 Mitglieder, darunter Komponisten, Musikerinnen oder Textautoren. Weltweit ist sie fĂŒr mehr als zwei Millionen Rechteinhaber zustĂ€ndig.

@ dpa.de