MDR-Doku zum 5. Jahrestag des Anschlags in Halle mit VorauffĂŒhrung
01.10.2024 - 14:45:09Der 9. Oktober 2019 beginnt als ruhiger Mittwoch. Es sind Herbstferien in Sachsen-Anhalt. Die jĂŒdische Gemeinde empfĂ€ngt an diesem Tag GĂ€ste aus Berlin. 52 Menschen feiern gemeinsam in der Synagoge in Halle Jom Kippur, den höchsten jĂŒdischen Feiertag.
12.01 Uhr werden sie dann von lauten KnallgerĂ€usche aus dem Gebet gerissen. Es bricht Panik aus, die Gemeindemitglieder verbarrikadieren sich in der Synagoge. âEs war ja fĂŒr uns nicht klar, wo dieser TĂ€ter ist, wie viele das sind. Wir waren blind bis auf diesen Ăberwachungsbildschirmâ, sagt Christina Feist, eine der GĂ€ste in der Synagoge. Auch Max Privorozki, Gemeindevorsteher der jĂŒdischen Gemeinde Halle, erinnert sich an das Geschehene: âMan kann das vergleichen mit dem Auge eines Hurrikans. Wir sehen: DrauĂen sind Polizisten. Wir hoffen, dass alles okay ist. Aber drauĂen passiert etwas Furchtbares und wir wissen nicht ganz genau, was.â SpĂ€ter rekapituliert Dr. Ezra Waxman: âHalle war fĂŒr mich eine Art âSchlag ins Gesichtâ â dass Antisemitismus ein groĂer Teil der jĂŒdischen Erfahrung ist und dass ich ihm nicht ausweichen kann.â
Getrieben von diesem Antisemitismus und Rassismus will ein junger Mann aus einem Dorf in Sachsen-Anhalt JĂŒdinnen und Juden töten. Inspiriert durch das Blutbad, das nur wenige Monate zuvor ein Rechtsterrorist im neuseelĂ€ndischen Christchurch anrichtete, will auch er ein Massaker anrichten.
Doch die TĂŒr zur Synagoge hĂ€lt seinen SchĂŒssen stand. Aber der TĂ€ter ermordet auf der StraĂe die zufĂ€llig vorbeikommende Passantin Jana L. Im nahe gelegenen Imbiss âKiez Dönerâ greift er anschlieĂend GĂ€ste und Mitarbeiter an. Conrad Rössler erlebt diese Situation direkt vor Ort: âDa kommst du nicht mehr lebend raus. Das hat sich angefĂŒhlt wie eine Panikattacke. Und ich dachte mir: âNa ja, schreibst du nochmal der Familie im Familienchat, dass ich sie doch alle liebe.ââ Conrad hat GlĂŒck, anders als der erst 20-jĂ€hrige Malergehilfe Kevin S., der im âKiez-Dönerâ erschossen wird. Insgesamt verlieren bei dem Terroranschlag zwei Menschen ihr Leben, zwei weitere werden schwer verletzt.
Der Film âDer Anschlag â Terror in Halle und Wiedersdorfâ zeichnet minutiös den 9. Oktober 2019 aus der Perspektive der Betroffenen nach â als multiperspektivische ErzĂ€hlung der Ăberlebenden aus der Synagoge, dem âKiez-Dönerâ und aus Wiedersdorf, die im Zusammenspiel mit Augenzeugenberichten und Akteuren der Stadt Halle hier zum ersten Mal erzĂ€hlt wird.
Der Film ist eine Produktion von 42film aus Halle im Auftrag des MDR.
Am Dienstag, dem 8. Oktober, um 17.30 Uhr (Einlass ab 16.30 Uhr) lĂ€dt der MDR zu einer Preview mit Publikumsdialog ein â in das Puschkinhaus, Kardial-Albrecht-StraĂe 6, 06108 Halle (Saale).
Wenn Sie als Medienvertreter Interesse haben daran teilzunehmen, melden Sie sich bitte hier an.
In ARD Mediathek ist bereits die dazugehörige Serie âARD Crime Time: Der Anschlag von Halleâ abrufbar.
Gedenkveranstaltung am 9. Oktober im Livestream auf MDR.de sowie auf DAB+
Am 9. Oktober wird in Halle in Anwesenheit von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier mit mehreren Veranstaltungen an den Anschlag erinnert. Der MDR berichtet ausfĂŒhrlich u.a. vom Gedenken am Anschlagsort und in der Synagoge. Der um 17.00 Uhr in der Ulrichskirche beginnende Gedenkakt der Stadt Halle, bei dem auch ein Augenzeuge sowie eine in der Synagoge Betroffene zu Wort kommen werden, wird im Video-Livestream auf MDR.de ĂŒbertragen. AuĂerdem wird die Veranstaltung, bei der neben dem BundesprĂ€sidenten auch MinisterprĂ€sident Dr. Reiner Haseloff sowie der amtierende OberbĂŒrgermeister von Halle, Egbert Geier, sprechen werden, im Radio auf dem DAB+-Kanal âMDR SACHSEN-ANHALT extraâ zu hören sein.
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