MDR-Reihe „exactly“ zum Thema: „Zwischen Schimmel und Sperrmüll – Profit auf Kosten der Mieter“
01.07.2026 - 10:11:20 | presseportal.de
Seit mehreren Jahren recherchieren „exactly“-Reporterinnen zu den Zuständen in den Wohnblöcken im Südpark. Und genauso lange zeigt sich dieses Bild: marode Gebäude, ausbleibende Instandhaltung und zunehmender Leerstand. Wer kann, zieht weg. Es bleiben oft die, denen das Geld oder die Energie für einen Umzug fehlt.
Die Reportage begleitet Mieterinnen und Mieter wie Pamela Alnajjar: „Bei mir ist das Schlafzimmer komplett voller Schimmel. Deswegen bin ich größtenteils nur noch im Wohnzimmer“. Sie führt das Kamerateam durch Straßenzüge mit leerstehenden Blöcken, beschädigten Fenstern und Türen, Schädlingsbefall und Müllproblemen.
Einen Hausmeister gibt es hier schon lange nicht mehr. Die Hausverwaltung sagt, es gäbe kein Geld mehr für Reparaturen. Denn die zwei Firmen, denen rund 5500 Einheiten hier gehören, sind zahlungsunfähig. Sie sind Teil eines größeren Konzerns mit tausenden Wohnungen bundesweit.
Das Geschäftsmodell dahinter
„exactly“ beleuchtet am Beispiel vom Südpark das System „Profit mit Schrottimmobilien“, das deutschlandweit wohl tausende Immobilien betrifft. Wohnungen wechseln oft den Besitzer, werden in kurzen Abständen von verschiedenen Investoren günstig gekauft, nur minimal instandgehalten und wirtschaftlich ausgeschöpft. Und dann an den nächsten weiterverkauft, bevor größere Reparaturen fällig werden. Die Folgen tragen die Bewohnerinnen und Bewohner. Da sie ihre Rechte oft nicht kennen oder kaum durchsetzen, können Immobilienkonzerne für teilweise desolate Wohnungen weiter Mieten einstreichen.
Zwischen Wut und Zusammenhalt
Trotz der schwierigen Lage zeigt die Reportage auch positive Seiten im Alltag des Viertels: Nachbarschaftshilfe, Engagement und soziale Projekte. Langjährige Bewohnerinnen und Bewohner hängen trotz Sperrmüll und Verfall an ihrem Kiez. Mieter versuchen, Reparaturen selbst zu erledigen, aber das hat Grenzen. Kann jetzt die Kommune helfen – quasi als letzter Ausweg, damit bezahlbarer Wohnraum hier möglich bleibt?
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