Mecklenburg-Vorpommern, Landtagswahl

Mecklenburg-Vorpommern: SPD und AfD liefern sich enges Rennen

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 18:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern hofft nach starkem Aufholen im Wahlkampf auf eine weitere Regierungszeit. Nach Prognosen liegt die AfD zwar knapp vorn, doch ihr fehlen absehbar tragfÀhige Partner.

  • Die amtierende MinisterprĂ€sidentin Schwesig gibt ihre Stimme ab.   - Bild: Jens BĂŒttner/dpa
    Die amtierende MinisterprĂ€sidentin Schwesig gibt ihre Stimme ab. - Bild: Jens BĂŒttner/dpa
  • Der AfD-Kandidat fĂŒr das MinisterprĂ€sidentenamt Leif-Erik Holm bei der Stimmabgabe.  - Bild: Jens BĂŒttner/dpa
    Der AfD-Kandidat fĂŒr das MinisterprĂ€sidentenamt Leif-Erik Holm bei der Stimmabgabe. - Bild: Jens BĂŒttner/dpa
  • Schwesig prĂ€sentierte sich im Wahlkampf als Frau gegen Blau.  - Bild: Jens BĂŒttner/dpa
    Schwesig prĂ€sentierte sich im Wahlkampf als Frau gegen Blau. - Bild: Jens BĂŒttner/dpa
Die amtierende MinisterprĂ€sidentin Schwesig gibt ihre Stimme ab.   - Bild: Jens BĂŒttner/dpa Der AfD-Kandidat fĂŒr das MinisterprĂ€sidentenamt Leif-Erik Holm bei der Stimmabgabe.  - Bild: Jens BĂŒttner/dpa Schwesig prĂ€sentierte sich im Wahlkampf als Frau gegen Blau.  - Bild: Jens BĂŒttner/dpa

Nach einem harten Wahlkampf liefert sich die SPD in Mecklenburg-Vorpommern mit der AfD ein enges Rennen um den Sieg. Nach den Prognosen von ARD und ZDF liegt die AfD knapp vor der SPD, zugleich hoffen die Sozialdemokraten darauf, trotz ihres RĂŒckstands weiterregieren zu können.

Knappes Rennen in Schwerin

Die Nachwahlbefragung von Infratest dimap sieht die AfD bei 37 bis 38 Prozent, die SPD bei 35,5 bis 36,5 Prozent. Die Linke schafft demnach den Einzug in den Landtag, wĂ€hrend CDU, GrĂŒne und BSW um die FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde bangen.

Schwesig setzt auf Amtsbonus

MinisterprÀsidentin Manuela Schwesig hat den Wahlkampf der SPD stark geprÀgt. Sie stellte die Abstimmung als Richtungsentscheidung dar und trat als verlÀssliche Ansprechpartnerin vor Ort auf.

Im Mittelpunkt standen fĂŒr sie viele Termine im Land, direkte GesprĂ€che und die Abgrenzung zur unbeliebten Bundesregierung. Bei Themen wie Renten oder Spritpreisen ging sie bewusst auf Distanz zu Berlin und warb zugleich fĂŒr StabilitĂ€t im Land.

AfD mit Rekordergebnis, aber ohne klare Mehrheit

FĂŒr die AfD ist das Ergebnis ein weiterer deutlicher Zugewinn nach dem schwachen Abschneiden bei der vorigen Landtagswahl. Trotzdem bleibt die Partei in Mecklenburg-Vorpommern auf mögliche Koalitionspartner oder eine Machtoption ohne realistische Mehrheit angewiesen.

Die Regierungsbildung dĂŒrfte deshalb kompliziert werden. Je nachdem, welche kleineren Parteien im Landtag vertreten sind, kommen nur schwierige BĂŒndnisse infrage.

Einordnung der Lage

Der Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern verdichtet sich auf die Frage, ob die SPD ihre lange Machtbasis im Land trotz des bundespolitischen Gegenwinds verteidigen kann. Der starke Zuwachs der AfD erhöht den Druck auf alle anderen Parteien, zugleich bleibt fĂŒr sie eine Regierungsbeteiligung wegen der Koalitionslage besonders schwierig.

FĂŒr Manuela Schwesig ist die Abstimmung damit mehr als eine klassische Landtagswahl. Sie wird als Test fĂŒr die Bindungskraft einer sozialdemokratischen Amtsinhaberin gelesen, die sich im Land von unpopulĂ€ren Bundesentscheidungen absetzt und auf persönliche Ansprache setzt. Genau dieses Profil erklĂ€rt, warum die SPD zuletzt wieder Boden gutmachen konnte, obwohl die Bundespartei in vielen Umfragen unter Druck steht.

FĂŒr die politische Praxis in Schwerin zĂ€hlt am Ende vor allem die arithmetische Frage. Reicht es fĂŒr Rot-Rot nicht, wird jede zusĂ€tzliche Mehrheit von kleineren Partnern abhĂ€ngen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit schwieriger GesprĂ€che und macht zugleich deutlich, dass der Aufstieg der AfD nicht automatisch zu Regierungsverantwortung fĂŒhrt, aber die Bildung stabiler Mehrheiten spĂŒrbar verkompliziert.

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