Nemo gibt ESC-Pokal wegen Teilnahme Israels zurĂŒck
11.12.2025 - 19:06:38Wegen der voraussichtlichen Teilnahme Israels am nĂ€chsten Eurovision Song Contest gibt der Schweizer ESC-Star Nemo den Pokal fĂŒr seinen Sieg im Jahr 2024 zurĂŒck. «Es geht um die Tatsache, dass der Wettbewerb wiederholt dazu benutzt wurde, um das Image eines Staates aufzubessern, dem schweres Fehlverhalten vorgeworfen wird», sagte Nemo auf Instagram.
Das 26-jĂ€hrige Musiktalent verwies darauf, dass eine Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates zu dem Schluss gekommen ist, dass Israels Behörden und SicherheitskrĂ€fte im Gazastreifen Völkermord begangen hĂ€tten. Laut den Organisatoren des ESC stehe das Event fĂŒr Einheit, Inklusion und WĂŒrde, doch die Teilnahme Israels zeige einen Konflikt zwischen diesen Werten und den Entscheidungen der EuropĂ€ischen Rundfunkunion (EBU), so Nemo.
Israels AuĂenministerium hat den Vorwurf des UN-Gremiums kategorisch zurĂŒckgewiesen und der palĂ€stinensischen Terrororganisation Hamas Völkermord-Absichten gegen Israel vorgeworfen.
Sender aus mehreren LĂ€ndern boykottieren ESC 2026
Die Mitgliedssender der EBU hatten vergangene Woche in einer Sitzung in Genf den Weg fĂŒr die Teilnahme Israels freigemacht. Als Reaktion darauf wollen Sender aus Spanien, den Niederlanden, Irland, Slowenien und Island den ESC 2026 in Wien boykottieren.
Nemo kĂŒndigte an, den Pokal zur EBU in Genf zurĂŒckzuschicken. «Wenn die Werte, die wir auf der BĂŒhne feiern, nicht abseits der BĂŒhne gelebt werden, werden selbst die schönsten Lieder bedeutungslos», sagte Nemo.
ESC-Chef an Kritiker: «Wir verstehen Eure GefĂŒhle»
Der Direktor des Eurovision Song Contests, Martin Green, hatte sich zuvor am Donnerstag in einem Brief an die Fans des Wettbewerbs gewandt. Er wisse, dass die Ereignisse im Nahen Osten in Verbindung mit dem ESC bei vielen Menschen fĂŒr starke Emotionen sorgten, schrieb er. Einige Fans hĂ€tten in Briefen Wut und Schmerz zum Ausdruck gebracht, weil ihrer Ansicht nach ĂŒber die tragischen Ereignisse geschwiegen werde. «Ich möchte sagen, dass wir Euch hören. Wir verstehen Eure GefĂŒhle, und es berĂŒhrt uns genauso», hieĂ es dem Brief.
Der ESC-Chef wandte sich auch an die Fans in den fĂŒnf LĂ€ndern, deren Sender den nĂ€chsten Wettbewerb boykottieren. «Wir alle hier respektieren ihre Position und Entscheidung», schrieb er. Er hoffe, dass die Sender bald wieder zum ESC zurĂŒckkehren wĂŒrden. In einer gespaltenen Welt komme dem Wettbewerb die Aufgabe zu, «einen Raum zu bieten, in dem Millionen Menschen das Gemeinsame feiern können».


