ADAC, Luftrettung

ADAC Luftrettung fliegt mehr als 49.000 EinsÀtze

18.02.2025 - 00:00:01

MĂŒnchen - Die fliegenden Gelben Engel der ADAC Luftrettung sind 2024 bundesweit zu 49.048 NotfĂ€llen ausgerĂŒckt. Das geht aus der heute veröffentlichten Jahresbilanz der gemeinnĂŒtzigen Rettungsdienstorganisation hervor. Damit gingen die EinsĂ€tze der ADAC Rettungshubschrauber im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent zurĂŒck (minus 2.299). Im Durchschnitt wurden die Maschinen jeden Tag zu knapp 135 NotfĂ€llen alarmiert. "Die Hubschraubercrews haben die notfallmedizinische Versorgung der Menschen 2024 uneingeschrĂ€nkt sicherstellen können. Egal, ob bei Tag oder Nacht, im Gebirge oder auf See oder im Katastrophenfall - die Bevölkerung kann sich auch in Zukunft auf unsere schnelle Hilfe aus der Luft verlassen", betonte FrĂ©dĂ©ric Bruder, der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der ADAC Luftrettung bei der Vorlage der Zahlen.

Einsatzgrund Nummer eins waren mit 31 Prozent Verletzungen nach UnfÀllen. Dazu gehören Freizeit-, Sport-, Arbeits-, Schul- und VerkehrsunfÀlle. Dahinter folgen mit 26 Prozent NotfÀlle des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen. In 13 Prozent der FÀlle diagnostizierten die Lebensretter aus der Luft neurologische NotfÀlle wie zum Beispiel einen Schlaganfall. Bei sieben Prozent war ein Notfall des Atmungssystems wie akute Atemnot oder Asthma die Ursache. Unter den Patienten waren mit 59 Prozent mehr MÀnner. Bei fast jedem zehnten Patienten handelte es sich um Kinder oder Jugendliche.

Als GrĂŒnde fĂŒr den RĂŒckgang der EinsĂ€tze sieht die ADAC Luftrettung neben normalen Einsatzschwankungen und wetterbedingten FlugausfĂ€llen die erweiterten Befugnisse fĂŒr NotfallsanitĂ€terinnen und NotfallsanitĂ€ter sowie den zunehmenden Einsatz von TelenotĂ€rztinnen und TelenotĂ€rzten. Die Zahl der FĂ€lle, in denen ein Notarzt vor Ort erforderlich ist, habe sich dadurch verringert. Um die Notfallversorgung insgesamt zu verbessern, hat die ADAC Luftrettung inzwischen eine eigene ADAC Telenotarzt gGmbH gegrĂŒndet.

Die Bedeutung der schnellen Hilfe von oben wird nach Meinung der ADAC Luftrettung trotz der aktuell gesunkenen Einsatzzahlen weiter zunehmen, sagt GeschĂ€ftsfĂŒhrer FrĂ©dĂ©ric Bruder mit Blick auf notwendige VerĂ€nderungen im Gesundheitswesen. "Unser Wunsch an die neue Bundesregierung ist zuallererst eine zĂŒgige Reform des Notfall- und Rettungsdienstes. DarĂŒber hinaus braucht es eine lĂ€nderĂŒbergreifende Einsatz- und Bedarfsplanung sowie flĂ€chendeckende Einsatzmöglichkeiten unserer Rettungshubschrauber in der Dunkelheit." Bereits positiv wertet er die vermehrt langfristigen VertrĂ€ge fĂŒr den Bau und Betrieb von Luftrettungsstationen sowie die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Leitstellen, Kliniken, Rettungsdiensten, den AufgabentrĂ€gern im Land und den Kommunen sowie der Polizei und Feuerwehr.

Einsatzorte und Einsatzstatistik

Die meisten Einsatzorte lagen 2024 in Bayern mit 12.015 (Vorjahr 12.998), hier befinden sich auch die meisten Stationen. Dahinter folgen Rheinland-Pfalz mit 7907 (8761), Nordrhein-Westfalen mit 5603 (5796) und Niedersachsen mit 5394 (5705). Bei StÀdten mit den meisten Alarmierungen unter den 38 Stationen liegen die ADAC Rettungshubschrauber "Christoph 31" in Berlin (2070), "Christoph 15" in Straubing (1814) und "Christoph 18" in Ochsenfurt (1795) auf den vorderen PlÀtzen. Der 2024 neu in Itzehoe in Schleswig-Holstein stationierte "Christoph 67" flog im ersten Halbjahr bereits 548 EinsÀtze.

WindeneinsĂ€tze und NachtflĂŒge

Auf hohem Niveau eingependelt haben sich SpezialeinsĂ€tze mit Rettungswinde. Die Crews der sechs Windenstationen in MĂŒnchen, Murnau, Straubing (alle Bayern), Sande (Niedersachsen), Westpfalz (Rheinland-Pfalz) und Hamburg flogen insgesamt 552 WindeneinsĂ€tze (Vorjahr 546). Die Winde mit 90 Meter LĂ€nge und einer Traglast von rund 250 Kilogramm ermöglicht an schwer erreichbaren Einsatzorten eine erheblich schnellere Versorgung und Rettung von Patienten. Die Windenhubschrauber stehen zudem in KatastrophenfĂ€llen zur Rettung von Menschen in Notsituationen zur VerfĂŒgung. Wie wichtig diese sind, zeigte sich erneut beim jĂŒngsten Hochwasser in SĂŒddeutschland.

Weiter leicht zugenommen hat mit 3159 (Vorjahr 3122) auch die Zahl der RettungsflĂŒge in der DĂ€mmerung und bei Dunkelheit. Darunter waren auch hochanspruchsvolle NotfalleinsĂ€tze in der Nacht mit Landung auf unbeleuchteten PlĂ€tzen. Möglich sind diese unter anderem durch spezielle Nachtsichtbrillen als Teil eines hochmodernen "Night-Vision-Imaging-Systems", kurz NVIS genannt. Solche EinsĂ€tze fliegen die Crews in Greven und Köln (beide Nordrhein-Westfalen), Senftenberg in Brandenburg, Sande in Niedersachsen, Mainz in Rheinland-Pfalz und Ulm in Baden-WĂŒrttemberg.

Flotte und Crews

Bei ihrer Arbeit können die Crews der ADAC Luftrettung je nach Region und Anforderung auf modernste Rettungshubschrauber der Typen H135 und H145 von Airbus Helicopters zurĂŒckgreifen. Darunter befinden sich - wie seit kurzem neu in MĂŒnchen und Mainz - auch mehrere Maschinen des Typs H145 mit FĂŒnfblattrotor - fĂŒr höhere Reichweite und deutlich mehr Zuladung. Neu angeschafft - wie etwa fĂŒr Straubing, Siegen und Zwickau, wurden wegen ihres geringeren Gewichts und ihrer GrĂ¶ĂŸe auch weitere Helikopter des kleineren Typs H135. Sie sind gĂŒnstiger in der Anschaffung, verbrauchen weniger Kerosin, sind besonders wendig und verursachen weniger starken Abwind beim Starten und Landen. Deshalb sind sie besonders fĂŒr NotfĂ€lle im innerstĂ€dtischen Bereich geeignet.

Um die notfallmedizinische Versorgung aus der Luft in Deutschland sicherzustellen, arbeiten fĂŒr die ADAC Luftrettung gGmbH und deren Tochterunternehmen bundesweit rund 1350 Menschen - darunter rund 180 Piloten und Pilotinnen, 645 NotĂ€rzte und NotĂ€rztinnen, rund 230 NotfallsanitĂ€ter und NotfallsanitĂ€terinnen (TC HEMS) und mehr als 200 Mitarbeitende aus Technik und Wartung. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Piloten, fĂŒnf NotfallsanitĂ€tern und 15 NotĂ€rzten. Die Station "Christophorus Europa 3" in Suben, Österreich, wird gemeinsam mit dem ÖAMTC Christophorus Flugrettungsverein, Wien, betrieben. Die ADAC Luftrettung fliegt mit Hubschrauber und Piloten hier im Winterhalbjahr - im Sommer der ÖAMTC.

Über die ADAC Luftrettung gGmbH

Mit 55 Rettungshubschraubern und 38 Stationen ist die gemeinnĂŒtzige ADAC Luftrettung eine der grĂ¶ĂŸten Luftrettungsorganisationen Europas mit bis heute mehr als 1,3 Millionen EinsĂ€tzen. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem, werden immer ĂŒber die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall fĂŒr jeden VerunglĂŒckten oder Erkrankten zur Stelle. "Gegen die Zeit und fĂŒr das Leben" lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen bzw. seine Rekonvaleszenz. Die Crews der ADAC Luftrettung werden trainiert von der ADAC HEMS Academy GmbH. Die Wartung und technische Bereitstellung erfolgt ĂŒber die ADAC Heliservice GmbH. Die ADAC Luftrettung ist ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung.

Diese Presseinformation sowie Fotos, Grafiken finden Sie online unter presse.adac.de

Folgen Sie uns auch unter:

facebook.de/adacluftrettung

instagram.com/adacluftrettung

linkedin.com/company/adacluftrettung

Pressekontakt:

Jochen Oesterle
i.A. ADAC Luftrettung gGmbH
T +49 89 76 76 34 74
[email protected]
www.presse.adac.de

Original-Content von: ADAC SE ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5b2474

@ presseportal.de