Was, wenn wir alle 100 werden? Neue Vorsorgestudie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV und der Versicherungskammer zeigt: Deutschland ist auf ein langes Leben noch nicht ausreichend vorbereitet
22.06.2026 - 11:00:00 | presseportal.de
Zentrale Ergebnisse auf einen Blick:
"Viele wissen um die Bedeutung von Vorsorge, aber es scheitert oft an inneren und Ă€uĂeren Barrieren - vor allem finanzielle Unsicherheit, Zeitmangel und die KomplexitĂ€t der Angebote bremsen", erlĂ€utert Dr. Frank Wild, Leiter des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP). "Wir sehen: Neben individuellen Anreizen braucht es verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen und leicht zugĂ€ngliche Informationen, um Vorsorge wirklich zu fördern."
Vorsorge hat viele Facetten - und eine UmsetzungslĂŒcke
Vorsorge wird von den Befragten nicht nur als Gesundheitsvorsorge verstanden, sondern ebenso als finanzielle und rechtlich-organisatorische Absicherung - etwa durch Vollmachten, PatientenverfĂŒgungen oder die Vorbereitung altersgerechten Wohnens.
Klassische MaĂnahmen wie Bewegung, gesunde ErnĂ€hrung und Vorsorgeuntersuchungen werden als besonders sinnvoll eingeschĂ€tzt. Deutlich seltener umgesetzt werden hingegen finanzielle und rechtlich-organisatorische MaĂnahmen. In allen Bereichen zeigt sich eine klare LĂŒcke zwischen "fĂŒr wichtig halten" und "tatsĂ€chlich tun" - besonders bei Vorsorgevollmachten, Nachlassregelungen und der Planung des Wohnumfelds im Alter.
"Unsere Ergebnisse zeigen, dass Vorsorge in Deutschland grundsĂ€tzlich auf hohe Zustimmung stöĂt. Wir sehen kein Bewusstseinsproblem, sondern ein Umsetzungsproblem", erklĂ€rt Dr. Wild. "Gerade vor dem Hintergrund steigender Lebenserwartungen wird das zunehmend zu einer gesellschaftlichen Herausforderung. Entscheidend sind positive Zukunftsperspektiven, finanzielle HandlungsspielrĂ€ume und verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen - einschlieĂlich klarer politischer Signale zur Rolle der individuellen Eigenvorsorge."
Mentale Einstellung zum Alter prÀgt Vorsorgeverhalten
Ein wesentlicher Einflussfaktor ist die innere Haltung zum Altwerden. Wer das Alter vor allem mit Verlusten, AbhÀngigkeit und finanziellen Sorgen verbindet, empfindet Vorsorge hÀufig als belastend und schiebt entsprechende Entscheidungen vor sich her. Menschen, die das Alter mit Chancen, Selbstbestimmung und LebensqualitÀt verbinden, gestalten ihre Vorsorge deutlich aktiver und umfassender.
"Ein langes Leben ist eine groĂe Chance, bedeutet aber auch neue Herausforderungen", sagt Martin Fleischer, Vorstandsmitglied Personenversicherung im Konzern Versicherungskammer. "Unsere Studie zeigt: Vorsorge umfasst heute weit mehr als nur Gesundheitsfragen. Sie muss ganzheitlich gedacht werden - als Zusammenspiel von Eigenverantwortung, gesundheitsfördernden Strukturen, staatlicher UnterstĂŒtzung sowie gezielter und individueller Beratung."
Gesundheit und finanzielle Absicherung seien untrennbar miteinander verbunden, so Fleischer: "Ohne das eine bleibt das andere unvollstÀndig. Vorsorge ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Staat, Gesundheitssystem und wir als Versicherer tragen Verantwortung - aber auch jeder Einzelne. Es ist nie zu spÀt, sich mit der eigenen Vorsorge zu beschÀftigen."
Zeit, Geld und Strukturprobleme bremsen die Vorsorge aus
Die Studie zeigt: Finanzielle EngpÀsse, Zeitmangel, organisatorische Schwierigkeiten und die KomplexitÀt der Angebote zÀhlen zu den wichtigsten Hemmnissen.
Ăber die Studie
Die Studie "Langlebigkeit und Vorsorge - Ergebnisse einer Bevölkerungsbefragung in Deutschland" basiert auf einer standardisierten Onlinebefragung von 3.000 Personen im Alter von 16 bis 79 Jahren in Deutschland. Die Stichprobe wurde online-reprĂ€sentativ nach Alter, Geschlecht, Region und Siedlungsstruktur aufgebaut. Erhoben wurden Einstellungen zum Altwerden, subjektive Lebenserwartung, VerstĂ€ndnis und Umsetzung von VorsorgemaĂnahmen in den Bereichen Gesundheit, Finanzen und rechtlich-organisatorische Vorsorge sowie die Nutzung digitaler Gesundheitsangebote.
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Konzern Versicherungskammer
Der Konzern Versicherungskammer ist bundesweit der gröĂte öffentliche Versicherer und befindet sich unter den Top 10 der Erstversicherer in Deutschland. Mit seinen regional tĂ€tigen Gesellschaften ist das Unternehmen in Bayern, der Pfalz, im Saarland sowie in Berlin und Brandenburg tĂ€tig. Der Krankenversicherer der S-Finanzgruppe ist zusammen mit den anderen öffentlichen Versicherern bundesweit tĂ€tig.
Von groĂer Bedeutung ist das gesellschaftliche Engagement des Konzerns Versicherungskammer. Die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Strategie der Förderung ehrenamtlicher Einrichtungen und Initiativen, die insbesondere im Bereich der PrĂ€vention und Sicherheit tĂ€tig sind, wird seit einigen Jahren zusĂ€tzlich gestĂ€rkt durch die beiden Stiftungen, Versicherungskammer-Stiftung und Versicherungskammer-Kulturstiftung. Zudem ist der Konzern Versicherungskammer mit dem Zertifikat "Beruf und Familie" als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet. Er hat rund 7.900 BeschĂ€ftigte, davon rund 350 Auszubildende.
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Dr. Frank Wild
Institutsleiter, Wissenschaftliches Institut der PKV (WIP)
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