Nebenwirkungen inklusive / Noch nie verbrachten Deutsche so viel Zeit am Smartphone
16.07.2024 - 08:40:16"Die Verbraucherinnen und Verbraucher senden ambivalente Signale. Zwar ist das Smartphone populÀr wie noch nie, doch immer mehr Menschen sehen ihre lange Bildschirmzeit kritisch. Das wirkt sich zwar aktuell noch nicht auf die UmsÀtze aus, Netzbetreiber, Hardwarehersteller und Content-Provider sollten diese Stimmungslage aber ernst nehmen", ordnet Dr. Andreas Gentner, Partner und Leiter des Branchensektors Technology, Media & Telecommunications bei Deloitte, die Ergebnisse ein.
Der erste Blick am Morgen
Im Jahr 2024 besitzen nicht nur 92 Prozent der Deutschen ein Smartphone, viele können gar nicht mehr ohne. Das zeigt ein Blick auf die Nutzungsfrequenz der beliebtesten Messaging- und Social-Media-Anwendungen: WhatsApp wird altersĂŒbergreifend von mehr als einem Viertel der Befragten (26%) mindestens einmal pro Stunde aufgerufen. Heavy User gibt es auch bei Instagram und YouTube: zehn bzw. acht Prozent loggen sich dort stĂŒndlich ein. Zudem sehen 46 Prozent der Deutschen sofort nach dem Aufwachen auf ihr Smartphone. Nicht mitgezĂ€hlt sind hierbei diejenigen, die lediglich den Handywecker ausschalten. Auch beim Essen nutzen drei von zehn Befragten (30%) den digitalen Alleskönner. JĂŒngere sogar noch hĂ€ufiger - unter den 18- bis 25-JĂ€hrigen sind es ĂŒber 60 Prozent (vgl. Grafik 1).
Fast jeder FĂŒnfte unter 25 fĂŒhrt Schmerzen auf Handynutzung zurĂŒck
Exzessives Verhalten kann die physische und psychische Gesundheit, aber auch soziale FĂ€higkeiten beeintrĂ€chtigen. Ăber alle Altersgruppen hinweg haben 56 Prozent der Befragten bei sich schon solche Nebenwirkungen infolge ihres Smartphone-Konsums beobachtet. Besonders verbreitet sind Einschlafprobleme (48%), Ablenkung von anderen Aufgaben (40%) oder der Zwang, regelmĂ€Ăig das Smartphone zu checken (36%). Da junge Menschen das Handy am intensivsten nutzen, sind sie auch von den Begleiterscheinungen besonders betroffen (vgl. Grafik 2): In der Altersgruppe unter 25 nehmen 93 Prozent negative Auswirkungen ihres Konsums bei sich wahr. Fast jeder FĂŒnfte zwischen 18 und 24 Jahren fĂŒhrt physische Beschwerden wie etwa Kopfschmerzen auf das Smartphone zurĂŒck (19%).
"Diese Zahlen belegen die gravierenden Folgen eines extremen Nutzungsverhaltens. Im Sinne ihrer unternehmerischen Verantwortung sollten Anbieter den Fokus auf die QualitÀt der Dienste legen, anstatt die reine Bildschirmzeit weiter in die Höhe zu treiben. So ergeben sich sogar zusÀtzliche Möglichkeiten der Monetarisierung", so Dr. Andreas Gentner.
Bislang haben sieben von zehn Befragten (70%) MaĂnahmen ergriffen, um die eigene Nutzung einzuschrĂ€nken. HĂ€ufig ist das Ausschalten von Tönen und Benachrichtigungen (32%; 20%). Ein radikales "Digital Detox" legen jedoch nur 15 Prozent der Befragten ein. VollstĂ€ndig auf das Smartphone zu verzichten könnten sich nur gut drei Prozent der Deutschen vorstellen.
Hier finden Sie die vollstÀndige Studie zur Smartphone-Nutzung 2024.
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